Ab welchem BMI gilt Adipositas?
Ab welchem BMI Adipositas vorliegt, ist in Deutschland klar definiert: Ab einem Body-Mass-Index von 30 kg/m² sprechen Fachgesellschaften wie die Deutsche Adipositas-Gesellschaft und die WHO von krankhaftem Übergewicht. Adipositas ist dabei keine Frage der Willenskraft, sondern eine chronische Erkrankung mit ernsthaften Folgen für Herz, Stoffwechsel und Lebensqualität. Dieser Artikel erklärt, wie der BMI berechnet wird, welche Schweregrade es gibt, wo seine Grenzen liegen und ab welchen Werten das Risiko für Folgeerkrankungen deutlich ansteigt.
Zusammenfassung: Adipositas beginnt in Deutschland ab einem BMI von 30 kg/m², eingeteilt in drei Schweregrade bis hin zu Grad III ab 40 kg/m².
- Ab BMI 30 kg/m² gilt laut WHO, DAG und AWMF-S3-Leitlinie die Diagnose Adipositas; zwischen 25 und 29,9 kg/m² spricht man von Übergewicht.
- Adipositas wird in Grad I (30 bis 34,9), Grad II (35 bis 39,9) und Grad III (ab 40 kg/m²) unterteilt.
- Der BMI allein ist kein vollständiges Risikomaß; ergänzend wird der Taillenumfang gemessen, da viszerales Bauchfett besonders stoffwechselrelevant ist.
- Ab BMI 30 kg/m² steigt das Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Schlafapnoe und bestimmte Krebserkrankungen nachweislich an.
- Bariatrische Operationen kommen laut AWMF-Leitlinie ab BMI 40 kg/m² oder ab 35 kg/m² mit schwerwiegenden Begleiterkrankungen in Betracht.
- Erster Ansprechpartner ist die Hausarztpraxis; bei Bedarf erfolgt die Überweisung an ein zertifiziertes Adipositaszentrum.
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Ab welchem BMI spricht man in Deutschland von Adipositas?
Ab einem BMI von 30 kg/m² liegt laut WHO und deutschen Fachgesellschaften Adipositas vor, unterteilt in drei Schweregrade bis Grad III ab 40 kg/m².
In Deutschland gilt ein Body-Mass-Index (BMI) ab 30 kg/m² als Adipositas, also als krankhaftes Übergewicht. Diese Grenze basiert auf der internationalen Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und wird von der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG), der Deutschen Diabetes Gesellschaft sowie den AWMF-S3-Leitlinien zur Prävention und Therapie der Adipositas (Reg.-Nr. 050-001) einheitlich verwendet. Zwischen einem BMI von 25 und 29,9 kg/m² spricht man von Übergewicht, das zwar noch keine Adipositas darstellt, aber bereits mit erhöhten Gesundheitsrisiken verbunden sein kann.
Die Adipositas wird in Deutschland in drei Schweregrade unterteilt:
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Adipositas Grad I: BMI 30 bis 34,9 kg/m²
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Adipositas Grad II: BMI 35 bis 39,9 kg/m²
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Adipositas Grad III: BMI ab 40 kg/m²
Diese Einteilung hilft Ärztinnen und Ärzten dabei, das individuelle Gesundheitsrisiko einzuschätzen und geeignete Behandlungsmaßnahmen zu planen. Je höher der Schweregrad, desto enger ist in der Regel die Begleitung durch medizinisches Fachpersonal erforderlich.
Wichtig zu wissen: Die WHO-BMI-Klassifikation gilt grundsätzlich für Erwachsene. Die Risikointerpretation kann jedoch je nach ethnischer Herkunft variieren: Bei Menschen asiatischer Herkunft werden in manchen Leitlinien niedrigere Schwellenwerte für erhöhte Gesundheitsrisiken diskutiert.[6] Für Kinder und Jugendliche gelten in Deutschland alters- und geschlechtsspezifische Perzentilkurven (AWMF S3-Leitlinie Adipositas im Kindes- und Jugendalter, Reg.[2][3]-Nr. 050-002). Wer unsicher ist, ob der eigene BMI im gesundheitlich bedenklichen Bereich liegt, sollte dies mit der Hausärztin oder dem Hausarzt besprechen.
Wie wird der BMI berechnet und was sagen die Werte aus?
Der BMI ergibt sich aus Körpergewicht in kg geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern; er ist ein nützlicher Screening-Wert, ersetzt aber keine vollständige ärztliche Beurteilung.
Der BMI berechnet sich, indem man das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern teilt: BMI = Gewicht (kg) geteilt durch Größe² (m²). Eine Person mit 85 kg Körpergewicht und 1,70 m Körpergröße hat also einen BMI von 85 geteilt durch 2,89, was einem Wert von etwa 29,4 kg/m² entspricht, also noch im Bereich des Übergewichts, aber knapp unterhalb der Adipositas-Grenze.
Die WHO und die deutschen Fachgesellschaften verwenden folgende Klassifikation für Erwachsene:
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Untergewicht: BMI unter 18,5 kg/m²
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Normalgewicht: BMI 18,5 bis 24,9 kg/m²
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Übergewicht: BMI 25 bis 29,9 kg/m²
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Adipositas Grad I: BMI 30 bis 34,9 kg/m²
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Adipositas Grad II: BMI 35 bis 39,9 kg/m²
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Adipositas Grad III: BMI ab 40 kg/m²
Der BMI ist ein einfaches und kostengünstiges Screening-Instrument, das in der Bevölkerung gut mit dem Körperfettanteil korreliert. Er sagt jedoch nichts darüber aus, wie das Körperfett verteilt ist oder wie hoch der Anteil an Muskelmasse ist. Bei stark ausgeprägter Muskelmasse sowie in der Schwangerschaft ist der BMI nur eingeschränkt aussagekräftig. Deshalb ist er als erster Orientierungswert nützlich, ersetzt aber keine vollständige medizinische Beurteilung. Für eine fundierte Einschätzung des persönlichen Gesundheitszustands ist immer das Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt empfehlenswert.
Warum reicht der BMI allein nicht immer als Maßstab aus?
Der BMI erfasst weder Fettverteilung noch Muskelmasse; ergänzend empfehlen die AWMF-Leitlinien die Messung des Taillenumfangs, da viszerales Bauchfett das Erkrankungsrisiko entscheidend beeinflusst.
Der BMI allein reicht nicht aus, um das individuelle Gesundheitsrisiko einer Person vollständig zu beurteilen, weil er weder die Fettverteilung noch die Körperzusammensetzung berücksichtigt. Zwei Menschen mit identischem BMI können sehr unterschiedliche Gesundheitsprofile aufweisen: Eine Person mit hohem Muskelanteil und wenig Bauchfett trägt ein anderes Risiko als jemand mit viel viszeralem Fettgewebe, also Fett, das sich um die inneren Organe ansammelt.
Besonders das viszerale Bauchfett gilt als stoffwechselaktiv und ist eng mit Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verknüpft. Deshalb empfehlen die AWMF-S3-Leitlinien ergänzend zum BMI die Messung des Taillenumfangs (Grenzwerte für Erwachsene europäischer Herkunft):
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Erhöhtes Risiko bei Frauen ab 80 cm, bei Männern ab 94 cm Taillenumfang
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Deutlich erhöhtes Risiko bei Frauen ab 88 cm, bei Männern ab 102 cm
Diese Taillenumfang-Grenzwerte können je nach ethnischer Herkunft variieren. Auch das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße (Taillen-Größen-Verhältnis, WHtR) wird in der klinischen Praxis eingesetzt; ein WHtR über 0,5 gilt dabei als Hinweis auf ein erhöhtes Risiko.[9] Darüber hinaus spielen Faktoren wie Blutdruck, Blutzucker, Blutfettwerte, Bewegungsgewohnheiten, Schlafqualität und psychisches Wohlbefinden eine wichtige Rolle bei der Gesamtbeurteilung.
Für ältere Menschen wird in der wissenschaftlichen Literatur diskutiert, ob ein etwas höherer BMI unter bestimmten Umständen mit einem geringeren Sterblichkeitsrisiko verbunden sein kann. Diese Beobachtung ist jedoch methodisch komplex und wird unter anderem auf Confounding-Effekte und Reverse Causation zurückgeführt; sie rechtfertigt keine allgemeine Empfehlung für höheres Gewicht im Alter. All diese Aspekte verdeutlichen, dass der BMI ein hilfreicher, aber nicht allein ausreichender Ausgangspunkt ist. Eine individuelle ärztliche Beurteilung bleibt unersetzlich.
Welche gesundheitlichen Risiken steigen ab einem bestimmten BMI?
Ab BMI 30 kg/m² steigen die Risiken für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Schlafapnoe nachweislich an; bei Grad III ist die Gefahr für Begleiterkrankungen besonders hoch.
Ab einem BMI von 30 kg/m² steigt das Risiko für eine Reihe schwerwiegender Erkrankungen nachweislich an, wobei das Ausmaß des Risikos mit zunehmendem BMI weiter zunimmt. Die AWMF-S3-Leitlinie zur Adipositas (Reg.-Nr. 050-001) sowie Informationen des Bundesgesundheitsministeriums (gesund.bund.de) und des IQWiG (gesundheitsinformation.de) belegen einen engen Zusammenhang zwischen Adipositas und folgenden Erkrankungen:
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Typ-2-Diabetes mellitus: Das Risiko steigt bereits ab einem BMI von 25 kg/m² und nimmt bei Adipositas deutlich zu.[1]
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Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Dazu zählen koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall.[1]
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Bluthochdruck (arterielle Hypertonie): Viszerales Fettgewebe begünstigt Blutdruckerhöhungen.
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Schlafapnoe: Übergewicht ist einer der häufigsten Auslöser der obstruktiven Schlafapnoe.[1]
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Fettlebererkrankung (MAFLD/NAFLD): Adipositas ist ein wesentlicher Risikofaktor für die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung.[8]
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Bestimmte Krebserkrankungen: Unter anderem Darm-, Brust- und Gebärmutterkrebs werden mit Adipositas in Verbindung gebracht.
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Erkrankungen des Bewegungsapparats: Insbesondere Kniegelenksarthrose tritt bei Adipositas häufiger auf.
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Psychische Erkrankungen: Depressionen und Angststörungen kommen bei Menschen mit Adipositas häufiger vor, wobei die Kausalität in beide Richtungen wirken kann.
Bei Adipositas Grad III (BMI ab 40 kg/m²) ist das Risiko für Begleiterkrankungen und eine verkürzte Lebenserwartung besonders ausgeprägt. Gleichzeitig ist Adipositas eine chronische Erkrankung, die einer langfristigen medizinischen Begleitung bedarf und nicht allein auf mangelnde Willenskraft zurückzuführen ist.
In Deutschland stehen verschiedene Versorgungswege zur Verfügung. Der erste Ansprechpartner ist die Hausärztin oder der Hausarzt, die bei Bedarf in ein zertifiziertes Adipositaszentrum oder zu Fachärztinnen und Fachärzten überweisen können. Multimodale Behandlungsprogramme (Ernährung, Bewegung, Verhaltenstherapie) bilden die Grundlage der Therapie. Für Personen mit einem BMI ab 40 kg/m² oder ab 35 kg/m² mit schwerwiegenden Begleiterkrankungen kann nach der AWMF-S3-Leitlinie eine bariatrische oder metabolische Operation in Betracht gezogen werden, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend wirksam waren. Die Entscheidung darüber trifft das behandelnde medizinische Team gemeinsam mit der betroffenen Person.
Bei akuten Beschwerden ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 erreichbar; bei Notfällen gilt die 112.
Frequently Asked Questions
Ab welchem BMI spricht man von Adipositas?
In Deutschland gilt ein BMI ab 30 kg/m² als Adipositas. Diese Grenze wird von der WHO, der Deutschen Adipositas-Gesellschaft und den AWMF-S3-Leitlinien einheitlich verwendet.
Was ist der Unterschied zwischen Übergewicht und Adipositas?
Übergewicht liegt bei einem BMI von 25 bis 29,9 kg/m² vor und ist noch keine Adipositas. Erst ab einem BMI von 30 kg/m² spricht man von Adipositas, die in drei Schweregrade eingeteilt wird.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Adipositas in Deutschland?
Die Grundlage der Behandlung bilden multimodale Programme aus Ernährungsberatung, Bewegungstherapie und Verhaltenstherapie. Ab einem BMI von 40 kg/m² oder ab 35 kg/m² mit schwerwiegenden Begleiterkrankungen kann laut AWMF-Leitlinie auch eine bariatrische Operation in Betracht kommen.
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