Abnehmspritze bei Hashimoto: Was zu beachten ist
Abnehmspritze bei Hashimoto: Viele Betroffene mit Hashimoto-Thyreoiditis kämpfen trotz optimaler Schilddrüseneinstellung mit hartnäckigem Übergewicht. GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid (Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro) gewinnen als verschreibungspflichtige Therapieoption zunehmend an Bedeutung. Doch ist die Anwendung bei einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse sicher? Dieser Artikel erklärt, was bei der Kombination aus Hashimoto und Abnehmspritze medizinisch zu beachten ist, welche Nebenwirkungen relevant sind und wann ärztlicher Rat unbedingt erforderlich ist.
Zusammenfassung: Die Abnehmspritze (GLP-1-Rezeptoragonisten) ist bei Hashimoto-Thyreoiditis nicht grundsätzlich kontraindiziert, erfordert jedoch eine stabile Schilddrüseneinstellung und engmaschige ärztliche Begleitung.
- Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, die zur Schilddrüsenunterfunktion führt und das Abnehmen durch verlangsamten Grundumsatz erschwert.
- GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid (Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro) sind in Deutschland zur Gewichtsreduktion zugelassen und verschreibungspflichtig.
- Hashimoto stellt laut aktueller Fachinformation keine Kontraindikation dar, aber eine stabile Schilddrüsenfunktion ist vor Therapiebeginn Voraussetzung.
- Regelmäßige TSH-Kontrollen sind während der Behandlung empfehlenswert, da Gewichtsveränderungen die Levothyroxin-Dosis beeinflussen können.
- Häufige Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt; seltener sind Pankreatitis, Gallenblasenereignisse und Schilddrüsenveränderungen beschrieben.
- Wegovy und Mounjaro werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht erstattet und sind nur auf Privatrezept erhältlich.
Table of Contents
- Was ist Hashimoto-Thyreoiditis und warum fällt das Abnehmen schwer?
- Wie wirken GLP-1-Rezeptoragonisten im Körper?
- Darf man die Abnehmspritze bei Hashimoto überhaupt anwenden?
- Welche Nebenwirkungen und Risiken sind bei Schilddrüsenerkrankungen zu beachten?
- Wann sollte man ärztlichen Rat suchen?
- Scientific References
- Frequently Asked Questions
Was ist Hashimoto-Thyreoiditis und warum fällt das Abnehmen schwer?
Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, die Schilddrüsengewebe zerstört und zu Hypothyreose führt, wodurch der Grundumsatz sinkt und das Abnehmen erheblich erschwert wird.
Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigenes Schilddrüsengewebe angreift und langfristig zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) führt. Die Erkrankung ist in Deutschland eine der häufigsten Ursachen für eine Hypothyreose und betrifft deutlich mehr Frauen als Männer.[6][10] Dabei bildet das Immunsystem Antikörper, vor allem gegen Thyreoidperoxidase (TPO-AK) und Thyreoglobulin (TG-AK), die das Schilddrüsengewebe schrittweise zerstören.[10][11]
Das Abnehmen fällt bei Hashimoto aus mehreren Gründen schwer. Eine unzureichend behandelte oder noch nicht diagnostizierte Hypothyreose verlangsamt den Grundumsatz, da Schilddrüsenhormone den Energiestoffwechsel, die Körpertemperatur und zahlreiche Stoffwechselprozesse regulieren. Betroffene berichten häufig über Müdigkeit, Antriebslosigkeit und eine erhöhte Kälteempfindlichkeit, was körperliche Aktivität erschwert.
Darüber hinaus kann eine Hashimoto-Thyreoiditis mit weiteren Stoffwechselveränderungen einhergehen, darunter eine Insulinresistenz oder ein erhöhtes Risiko für das metabolische Syndrom. Diese Faktoren können eine Gewichtszunahme begünstigen. Eine stabile Einstellung der Schilddrüsenfunktion, in der Regel mit Levothyroxin, gilt als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Gewichtsregulation. Erst wenn die Schilddrüsenwerte im Normbereich liegen, lassen sich Gewichtsveränderungen zuverlässig beurteilen und therapeutische Maßnahmen sinnvoll planen. Weiterführende Informationen zu Hashimoto-Thyreoiditis stellt gesund.bund.de bereit.
| Aspekt | Semaglutid (Wegovy) | Tirzepatid (Mounjaro) |
|---|---|---|
| Wirkstoffklasse | GLP-1-Rezeptoragonist | GLP-1- und GIP-Rezeptoragonist (dualer Inkretinagonist) |
| Zulassung zur Gewichtsreduktion (EMA) | Ja, BMI ab 30 kg/m² oder ab 27 kg/m² mit Begleiterkrankung | Ja, BMI ab 30 kg/m² oder ab 27 kg/m² mit Begleiterkrankung |
| Kontraindikation bei Hashimoto-Thyreoiditis | Keine generelle Kontraindikation laut Fachinformation (PharmNet.Bund) | Keine generelle Kontraindikation laut Fachinformation (PharmNet.Bund) |
| Besondere Schilddrüsenhinweise | C-Zell-Veränderungen in Tierstudien; Schilddrüsenknoten vorab mit Arzt besprechen | C-Zell-Veränderungen in Tierstudien; Schilddrüsenknoten vorab mit Arzt besprechen |
| Relevanz für Levothyroxin-Dosierung | Veränderte Resorption möglich; regelmäßige TSH-Kontrollen empfohlen | Veränderte Resorption möglich; regelmäßige TSH-Kontrollen empfohlen |
| Häufige Nebenwirkungen | Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Reaktionen an der Injektionsstelle | Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Reaktionen an der Injektionsstelle |
| Verschreibung und Kostenerstattung (Deutschland) | Verschreibungspflichtig, keine GKV-Erstattung (Paragraf 34 SGB V), Privatrezept erforderlich | Verschreibungspflichtig, keine GKV-Erstattung (Paragraf 34 SGB V), Privatrezept erforderlich |
Wie wirken GLP-1-Rezeptoragonisten im Körper?
GLP-1-Rezeptoragonisten reduzieren den Appetit, verlangsamen die Magenentleerung und regulieren den Blutzucker glukoseabhängig, was zu einer klinisch relevanten Gewichtsabnahme führt.
GLP-1-Rezeptoragonisten ahmen die Wirkung des körpereigenen Darmhormons Glucagon-like Peptide-1 (GLP-1) nach und entfalten dadurch mehrere gleichzeitige Effekte auf den Stoffwechsel. Zu den in Deutschland zugelassenen Wirkstoffen dieser Klasse gehören Semaglutid (Wegovy, zugelassen zur Gewichtsreduktion) und Tirzepatid (Mounjaro, zugelassen zur Gewichtsreduktion und bei Typ-2-Diabetes). Tirzepatid wirkt zusätzlich als GIP-Rezeptoragonist und stimuliert damit zwei verschiedene Inkretinrezeptoren.[2][3] Dieser Artikel bezieht sich auf die subkutan injizierbare Form der genannten Wirkstoffe; es existieren auch andere Darreichungsformen (z. B. orales Semaglutid), für die separate Indikations- und Dosierungshinweise gelten.
Die wesentlichen Wirkmechanismen umfassen:
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Appetitreduktion: GLP-1-Rezeptoragonisten wirken auf Sättigungszentren im Hypothalamus und verlangsamen die Magenentleerung, was zu einem früheren Sättigungsgefühl führt.[1][8]
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Blutzuckerregulation: Die Wirkstoffe steigern die insulinotrope Wirkung glukoseabhängig, das heißt, sie fördern die Insulinausschüttung nur bei erhöhtem Blutzucker und senken gleichzeitig die Glukagonsekretion.[1][7]
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Gewichtsreduktion: Durch die verminderte Kalorienaufnahme infolge des reduzierten Appetits kommt es zu einer klinisch relevanten Gewichtsabnahme, die in klinischen Studien dokumentiert wurde.
Die Anwendung erfolgt als subkutane Injektion, in der Regel einmal wöchentlich. Die Dosierung wird schrittweise gesteigert, um die Verträglichkeit zu verbessern. Für Semaglutid (Wegovy) sind in Deutschland Stärken bis 2,4 mg sowie die Stärke 7,2 mg verfügbar; die genaue Verfügbarkeit ist der aktuellen Fachinformation (PharmNet.Bund) zu entnehmen.
In Deutschland ist Wegovy zur Gewichtsregulation bei Erwachsenen mit einem BMI von mindestens 30 kg/m² oder einem BMI von mindestens 27 kg/m² mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung zugelassen; bei Jugendlichen ab 12 Jahren gelten gesonderte Kriterien gemäß Fachinformation. Mounjaro ist zur Gewichtsregulation bei Erwachsenen mit einem BMI von mindestens 30 kg/m² oder einem BMI von mindestens 27 kg/m² mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung zugelassen. Die genaue Dosierung und Anwendung richtet sich stets nach der aktuellen Fachinformation und der ärztlichen Verordnung.
Darf man die Abnehmspritze bei Hashimoto überhaupt anwenden?
Hashimoto-Thyreoiditis ist laut Fachinformation keine Kontraindikation, jedoch muss die Schilddrüsenfunktion vor Therapiebeginn stabil eingestellt und die Indikation ärztlich geprüft sein.
Eine Hashimoto-Thyreoiditis stellt nach aktuellem Stand der in Deutschland geltenden Fachinformationen keine generelle Kontraindikation für GLP-1-Rezeptoragonisten dar. Maßgeblich sind die EMA-Produktinformationen, abrufbar über PharmNet.Bund. Die dort aufgeführten Kontraindikationen (Abschnitt 4.3) umfassen bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile. Die Hashimoto-Thyreoiditis als Autoimmunerkrankung fällt nicht unter diese Kontraindikationen.
Dennoch sind folgende Punkte klinisch relevant:
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Stabile Schilddrüsenfunktion als Voraussetzung: Vor Beginn einer Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten sollte die Schilddrüsenfunktion laborchemisch kontrolliert und gegebenenfalls medikamentös eingestellt sein. Eine unkontrollierte Hypothyreose kann die Wirksamkeit der Gewichtstherapie beeinträchtigen.
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Regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenwerte: Während der Behandlung können sich Körpergewicht und Stoffwechsellage verändern, was eine Anpassung der Levothyroxin-Dosis erforderlich machen kann.
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Individuelle Risikoabwägung: Die Entscheidung über eine Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten trifft ausschließlich der behandelnde Arzt, der die Gesamtsituation, Begleiterkrankungen, zugelassene Indikationskriterien und aktuelle Laborwerte berücksichtigt.
In Deutschland sind Wegovy und Mounjaro zur Gewichtsreduktion verschreibungspflichtig und werden von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nicht erstattet, da sie nach Paragraf 34 SGB V als Lifestyle-Arzneimittel eingestuft sind.[4] Die Kosten trägt der Patient selbst auf Basis eines Privatrezepts. Eine Verordnung setzt eine ärztliche Untersuchung und Indikationsstellung voraus.
Welche Nebenwirkungen und Risiken sind bei Schilddrüsenerkrankungen zu beachten?
Die häufigsten Nebenwirkungen sind gastrointestinal; bei Hashimoto ist besonders auf TSH-Veränderungen, Levothyroxin-Resorption und seltene Risiken wie Pankreatitis zu achten.
GLP-1-Rezeptoragonisten können verschiedene Nebenwirkungen verursachen, die bei Personen mit Hashimoto-Thyreoiditis im Kontext ihrer Grunderkrankung und Begleitmedikation bewertet werden müssen. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen können dem BfArM gemeldet werden.
Die häufigsten Nebenwirkungen laut Fachinformation betreffen den Magen-Darm-Trakt:
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Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung treten vor allem zu Beginn der Behandlung und bei Dosissteigerungen auf.
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Verminderter Appetit ist ein erwünschter, aber auch zu überwachender Effekt, da eine stark reduzierte Nahrungsaufnahme die Resorption von Levothyroxin beeinflussen kann. Regelmäßige TSH-Kontrollen sind daher während der Therapie empfehlenswert.
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Reaktionen an der Injektionsstelle (z. B. Rötung, Juckreiz) sowie Haarausfall sind ebenfalls beschriebene Nebenwirkungen.
Darüber hinaus sind folgende Risiken und Warnhinweise gemäß EMA-Produktinformation relevant:
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Akute Pankreatitis: In der Fachinformation wird akute Pankreatitis als gemeldete Nebenwirkung aufgeführt. Bei anhaltenden starken Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen können, ist die Behandlung sofort zu unterbrechen und ärztliche Hilfe aufzusuchen.
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Gallenblasenereignisse: Cholelithiasis (Gallensteine) und Cholezystitis (Gallenblasenentzündung) sind als Nebenwirkungen beschrieben. Bei entsprechenden Symptomen (z. B. Schmerzen im rechten Oberbauch) sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
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Hypoglykämierisiko: Bei gleichzeitiger Anwendung mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin besteht ein erhöhtes Hypoglykämierisiko. Dies ist vor allem bei Personen mit Typ-2-Diabetes relevant.
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Schilddrüsenveränderungen: In Tierstudien wurden C-Zell-Veränderungen der Schilddrüse beobachtet. Die klinische Relevanz für den Menschen ist nicht abschließend geklärt. Personen mit bekannten Schilddrüsenknoten sollten dies vor Therapiebeginn mit ihrem Arzt besprechen.
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Diabetische Retinopathie: Unter Semaglutid wurden Fälle von Komplikationen einer diabetischen Retinopathie berichtet, insbesondere bei rascher Blutzuckersenkung.[1][17] Betroffene mit bekannter Retinopathie sollten dies mit ihrem Arzt besprechen.
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NAION (nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie): Unter Semaglutid wurden Fälle von NAION berichtet.[5][18] Bei plötzlichen Sehveränderungen ist umgehend ärztliche Hilfe zu suchen.
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Aspiration bei Narkose oder tiefer Sedierung: Da GLP-1-Rezeptoragonisten die Magenentleerung verlangsamen, besteht bei Vollnarkose oder tiefer Sedierung ein erhöhtes Aspirationsrisiko.[1][15] Geplante Eingriffe sollten rechtzeitig mit dem Behandlungsteam abgestimmt werden.
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Dehydratation und Nierenfunktion: Gastrointestinale Nebenwirkungen können zu Flüssigkeitsverlust und in der Folge zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu achten.
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Schwere Gastroparese: Bei Personen mit schwerer Gastroparese ist die Anwendung nicht empfohlen, da die Wirkstoffe die Magenentleerung weiter verlangsamen können.
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Herzfrequenzanstieg: Ein leichter Anstieg der Ruheherzfrequenz ist beschrieben und sollte bei Begleiterkrankungen des Herzens beachtet werden.
Bei unklaren oder neu auftretenden Symptomen sollte zeitnah der Hausarzt kontaktiert werden.
Wann sollte man ärztlichen Rat suchen?
Vor Therapiebeginn ist eine ärztliche Beratung zwingend erforderlich; bei starken Bauchschmerzen, Sehveränderungen oder schweren allergischen Reaktionen ist sofort medizinische Hilfe zu suchen.
Personen mit Hashimoto-Thyreoiditis, die eine Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten erwägen, sollten vor jeder Entscheidung ihren Hausarzt oder einen Endokrinologen aufsuchen. Eine Selbstmedikation oder der Bezug ohne ärztliche Verordnung ist in Deutschland nicht zulässig und medizinisch nicht vertretbar, da die individuelle Eignung, mögliche Wechselwirkungen und die Schilddrüsenfunktion vorab beurteilt werden müssen.
Folgende Situationen erfordern ärztliche Beratung beim Hausarzt:
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Wunsch nach Informationen zur Gewichtstherapie bei bestehender Hashimoto-Thyreoiditis
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Veränderungen der Schilddrüsenwerte oder Symptome einer Unter- oder Überfunktion während einer laufenden Therapie
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Neu auftretende Nebenwirkungen wie anhaltende Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen
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Unsicherheit über die korrekte Anwendung des Pens oder die Dosierung
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Geplante operative Eingriffe unter Vollnarkose oder tiefer Sedierung: Das erhöhte Aspirationsrisiko durch die verzögerte Magenentleerung sollte rechtzeitig mit dem gesamten Behandlungsteam besprochen werden.
Dringlicher ärztlicher Bereitschaftsdienst (116117) ist angezeigt bei:
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Starken, anhaltenden Bauchschmerzen, die möglicherweise auf eine Pankreatitis oder Gallenblasenentzündung hinweisen
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Plötzlichen Schilddrüsensymptomen wie Herzrasen, starkem Zittern oder ausgeprägter Schwäche außerhalb der regulären Sprechzeiten
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Plötzlichen Sehveränderungen außerhalb der regulären Sprechzeiten
Den Notruf 112 rufen bei:
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Schweren allergischen Reaktionen (Atemnot, Schwellung von Gesicht oder Hals, Kreislaufkollaps)
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Bewusstlosigkeit oder anderen lebensbedrohlichen Zuständen
Grundsätzlich gilt: Eine Gewichtstherapie bei Hashimoto-Thyreoiditis ist ein komplexes medizinisches Vorhaben, das eine enge Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt erfordert. Regelmäßige Laborkontrollen, insbesondere von TSH und Schilddrüsenhormonen, sind während der gesamten Behandlungsdauer empfehlenswert. Informationen zu zugelassenen Arzneimitteln finden sich auf den Seiten von gesund.bund.de und patienten-information.de.
Scientific References
- Wegovy (Semaglutid) – EPAR Produktinformation (DE).
- Mounjaro (Tirzepatid) – EPAR Produktinformation (DE).
- Mounjaro (Tirzepatid) – EPAR Arzneimittelübersicht (DE).
- G-BA vollzieht den gesetzlichen Verordnungsausschluss für Wegovy® und weitere Abnehmspritzen.
- Semaglutidhaltige Arzneimittel: PRAC untersucht Risiko für NAION.
- S2k-Leitlinie: Erhöhter TSH-Wert – Verdacht auf Schilddrüsenunterfunktion.
- Effects of GLP-1 receptor agonists on body weight and cardiovascular outcomes: a review. Netherlands Heart Journal..
- Glucagon-Like Peptide-1 and Hypothalamic Regulation of Satiation: Cognitive and Neural Insights from Human and Animal Studies. Diabetes & Metabolism Journal..
- Glucagon-like peptide-1 receptor agonist, exendin-4, regulates feeding-associated neuropeptides in hypothalamic neurons in vivo and in vitro. Endocrinology..
- Association Between the Levothyroxine Therapy and the Levels of Anti-Thyroid Antibodies in Women with Hypothyroidism Due to Hashimoto's Thyroiditis – Narrative Review. International Journal of Molecular Sciences..
- Pragmatic Use of Thyroid Autoantibodies in Clinical Practice: An Update. TouchREVIEWS in Endocrinology..
- Subclinical Hypothyroidism in Patients with Obesity and Metabolic Syndrome: A Narrative Review. Nutrients..
- Suppressed thyroid stimulating hormone levels after initiation of a subcutaneous GLP-1 receptor agonist in a post-thyroidectomy patient managed with levothyroxine – case report. Journal of the American Pharmacists Association..
- Kein Zusammenhang zwischen GLP-1-Rezeptoragonisten und Schilddrüsenkrebs (PRAC-Entwarnung).
- GLP-1-RA: Erhöhtes Aspirationsrisiko unter Narkose.
- Medication Safety and Perioperative Risk Management of GLP-1 Receptor Agonists: A Pharmacist-Led Framework for Individualized Care. Therapeutics and Clinical Risk Management..
- Retinal Outcomes in Diabetes: Antihyperglycemic Therapy, EWDR, and Perioperative Considerations. Biomedicines..
- GLP-1 receptor agonists and ocular safety – Pharmacokinetic insights into ischemic optic neuropathy and diabetic retinopathy risk: A review. Biomolecules & Biomedicine..
- Non-Arteritic Anterior Ischaemic Optic Neuropathy Associated with Semaglutide use. Irish Medical Journal..
Frequently Asked Questions
Ist die Abnehmspritze bei Hashimoto-Thyreoiditis sicher anwendbar?
Hashimoto-Thyreoiditis ist laut aktueller Fachinformation keine Kontraindikation für GLP-1-Rezeptoragonisten. Voraussetzung ist jedoch eine stabil eingestellte Schilddrüsenfunktion sowie eine individuelle ärztliche Beurteilung vor Therapiebeginn.
Muss die Levothyroxin-Dosis während der Behandlung mit der Abnehmspritze angepasst werden?
Möglicherweise ja: Gewichtsveränderungen und eine reduzierte Nahrungsaufnahme können die Resorption von Levothyroxin beeinflussen. Regelmäßige TSH-Kontrollen sind daher während der gesamten Behandlungsdauer empfehlenswert.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Abnehmspritze bei Hashimoto?
Nein. Wegovy und Mounjaro werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht erstattet, da sie nach Paragraf 34 SGB V als Lifestyle-Arzneimittel eingestuft sind. Die Kosten trägt der Patient selbst auf Basis eines Privatrezepts.
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