Abnehmspritze Wirkstoff: Semaglutid und Tirzepatid
Abnehmspritze Wirkstoff: Hinter dem populären Begriff stecken verschreibungspflichtige Arzneimittel, die als subkutane Injektion verabreicht werden und zur Gewichtsreduktion zugelassen sind. In Deutschland sind derzeit zwei Wirkstoffklassen klinisch relevant: der GLP-1-Rezeptoragonist Semaglutid (Wegovy) und der duale GIP/GLP-1-Rezeptoragonist Tirzepatid (Mounjaro). Beide Präparate werden einmal wöchentlich injiziert, sind nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattungsfähig und dürfen nur nach ärztlicher Beurteilung eingesetzt werden. Dieser Artikel erklärt Wirkmechanismen, Zulassungskriterien und wichtige Sicherheitshinweise.
Zusammenfassung: Die Abnehmspritze enthält entweder den GLP-1-Rezeptoragonisten Semaglutid (Wegovy) oder den dualen GIP/GLP-1-Rezeptoragonisten Tirzepatid (Mounjaro), beides verschreibungspflichtige Injektionspräparate zur Gewichtsreduktion.
- Semaglutid (Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro) sind die einzigen in der EU zugelassenen Wirkstoffe der Abnehmspritze; beide werden einmal wöchentlich subkutan injiziert.
- GLP-1-Rezeptoragonisten regulieren Appetit, verlangsamen die Magenentleerung und stimulieren die Insulinsekretion; Tirzepatid wirkt zusätzlich über den GIP-Rezeptor.
- Die Zulassung gilt ab einem BMI von 30 kg/m² oder ab 27 kg/m² mit gewichtsbedingter Begleiterkrankung; Wegovy ist auch für Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen.
- Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall; seltener, aber klinisch bedeutsam sind Pankreatitis, Dehydratation und ein erhöhtes Aspirationsrisiko bei Narkose.
- Beide Präparate sind verschreibungspflichtig und werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht erstattet; die Verordnung erfolgt auf Privatrezept.
- Nach Absetzen des Wirkstoffs kann das Körpergewicht wieder ansteigen; die Behandlung muss stets in ein Konzept aus Ernährungsberatung und Bewegung eingebettet sein.
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Welche Wirkstoffe stecken in der sogenannten Abnehmspritze?
Die Abnehmspritze umfasst Semaglutid (Wegovy) als GLP-1-Rezeptoragonist und Tirzepatid (Mounjaro) als dualen GIP/GLP-1-Rezeptoragonist, beide EU-zugelassen und verschreibungspflichtig.
Der Begriff „Abnehmspritze“ bezeichnet keine einzelne Substanz, sondern eine Gruppe von Arzneimitteln, die als subkutane Injektion verabreicht werden und zur Gewichtsreduktion zugelassen sind. In Deutschland sind derzeit zwei Wirkstoffklassen klinisch relevant: GLP-1-Rezeptoragonisten und der duale GIP/GLP-1-Rezeptoragonist Tirzepatid.
Zu den in der EU zugelassenen Wirkstoffen gehören:
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Semaglutid (Wegovy): ein GLP-1-Rezeptoragonist, der einmal wöchentlich injiziert wird. Die Europäische Kommission hat auf Basis eines EMA-Gutachtens die Zulassung zur Gewichtskontrolle erteilt. Gemäß der deutschen Fachinformation (Rote Liste/PharmNet.Bund) ist Wegovy in Dosisstärken bis 2,4 mg zugelassen.[2][13] Darüber hinaus existiert eine oral einnehmbare Semaglutid-Formulierung (Wegovy 25 mg Tabletten), die eine eigenständige EU-Zulassung mit eigener Dosierung besitzt und nicht mit dem Diabetes-Präparat Rybelsus gleichzusetzen ist.[9][10] Für die Verfügbarkeit dieser Formulierung in Deutschland ist die aktuelle Fachinformation maßgeblich.
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Tirzepatid (Mounjaro): ein dualer GIP- und GLP-1-Rezeptoragonist, der ebenfalls einmal wöchentlich injiziert wird. Die Europäische Kommission hat auf Basis eines EMA-Gutachtens die Zulassung erteilt. Angaben zu Packungsform und Dosenanzahl entnehmen Sie bitte der aktuellen deutschen Fachinformation (PharmNet.Bund/Rote Liste).
Alle genannten Präparate sind verschreibungspflichtig. In Deutschland werden sie von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nicht erstattet, da sie nach § 34 SGB V als Lifestyle-Arzneimittel eingestuft sind (Arzneimittel-Richtlinie des G-BA, Anlage II).[5][6] Die Kosten trägt die Patientin oder der Patient in der Regel selbst auf Basis eines Privatrezepts. Ob eine Behandlung infrage kommt, entscheidet ausschließlich eine ärztliche Fachkraft in einem persönlichen Gespräch.
| Wirkstoff | Wirkstoffklasse / Mechanismus | Zugelassene Indikation (EU/DE) | Dosierung / Anwendung | Häufige Nebenwirkungen | Wichtige Kontraindikationen |
|---|---|---|---|---|---|
| Semaglutid (Wegovy, subkutan) | GLP-1-Rezeptoragonist; ahmt körpereigenes GLP-1 nach, steigert Sättigung, verlangsamt Magenentleerung | Adipositas (BMI ab 30) oder Übergewicht (BMI ab 27) mit gewichtsbedingter Begleiterkrankung; Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren | Einmal wöchentlich subkutan; Dosistitration bis 2,4 mg gemäß Fachinformation (PharmNet.Bund) | Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen, Haarausfall, Reaktionen an der Injektionsstelle | Überempfindlichkeit, Schwangerschaft, Stillzeit, unkontrollierte diabetische Retinopathie, gleichzeitige Anwendung anderer GLP-1-Agonisten |
| Semaglutid (Wegovy, oral) | GLP-1-Rezeptoragonist; eigenständige EU-Zulassung als Tablette (25 mg), nicht identisch mit Rybelsus | Wie subkutane Formulierung; genaue Bedingungen laut aktueller Fachinformation | Orale Einnahme; Dosierung gemäß separater Fachinformation (PharmNet.Bund) | Vergleichbar mit subkutaner Form; gastrointestinale Beschwerden besonders zu Therapiebeginn | Wie subkutane Formulierung; Fachinformation konsultieren |
| Tirzepatid (Mounjaro) | Dualer GIP- und GLP-1-Rezeptoragonist; beeinflusst Energiestoffwechsel auf zwei Wegen | Adipositas (BMI ab 30) oder Übergewicht (BMI ab 27) mit gewichtsbedingter Begleiterkrankung; Erwachsene | Einmal wöchentlich subkutan; Dosistitration gemäß Fachinformation (PharmNet.Bund) | Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen, Reaktionen an der Injektionsstelle | Überempfindlichkeit, Schwangerschaft, Stillzeit, schwere Gastroparese; Fachinformation konsultieren |
| Beide Wirkstoffe: Pankreatitis-Risiko | In Fachinformationen aufgeführte seltene, aber klinisch bedeutsame Nebenwirkung | Nicht anwendbar | Nicht anwendbar | Anhaltende starke Bauchschmerzen mit Ausstrahlung in den Rücken: sofort Notruf 112 kontaktieren | Behandlung abbrechen; ärztliche Beurteilung erforderlich |
| Beide Wirkstoffe: Aspirationsrisiko | Verlangsamte Magenentleerung erhöht Aspirationsgefahr bei Vollnarkose oder tiefer Sedierung | Nicht anwendbar | Nicht anwendbar | Erhöhtes Risiko bei geplanten Operationen | Anästhesieteam und behandelnde Ärztin oder Arzt vor jedem Eingriff informieren |
| Beide Wirkstoffe: Kostenerstattung | Nicht anwendbar | GKV erstattet nicht (§ 34 SGB V, G-BA Arzneimittel-Richtlinie Anlage II); Verordnung auf Privatrezept | Nicht anwendbar | Nicht anwendbar | Indikationsstellung ausschließlich durch Ärztin oder Arzt; ggf. Überweisung an Endokrinologie oder Diabetologie |
Wie wirken GLP-1-Rezeptoragonisten im Körper?
GLP-1-Rezeptoragonisten ahmen das Darmhormon GLP-1 nach und reduzieren Hunger, verlangsamen die Magenentleerung und stimulieren die Insulinsekretion; Tirzepatid wirkt zusätzlich über den GIP-Rezeptor.
GLP-1-Rezeptoragonisten ahmen die Wirkung des körpereigenen Hormons Glucagon-like Peptide-1 (GLP-1) nach, das nach einer Mahlzeit im Darm ausgeschüttet wird und mehrere Stoffwechselprozesse reguliert. Durch die Bindung an GLP-1-Rezeptoren in verschiedenen Organen entfalten diese Wirkstoffe ein breites Wirkspektrum, das über die reine Blutzuckersenkung hinausgeht.
Die wichtigsten Wirkmechanismen umfassen:
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Appetitregulation im Gehirn: GLP-1-Rezeptoren im Hypothalamus und im Hirnstamm vermitteln ein verstärktes Sättigungsgefühl und reduzieren den Hunger.[2][3]
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Verlangsamung der Magenentleerung: Die Nahrung verbleibt länger im Magen, was die Kalorienaufnahme verlangsamt und das Sättigungsgefühl verlängert.[2][3]
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Insulinsekretion: In Abhängigkeit vom Blutzuckerspiegel wird die Insulinausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse angeregt, während die Glukagonfreisetzung gehemmt wird.
Tirzepatid (Mounjaro) wirkt zusätzlich über den GIP-Rezeptor (Glucose-dependent insulinotropic polypeptide). Dieses duale Wirkprinzip beeinflusst den Energiestoffwechsel auf ergänzende Weise, wie in der Fachinformation beschrieben.
Die Wirkung tritt nicht sofort ein: Die Dosierung wird schrittweise gesteigert, um die Verträglichkeit zu verbessern. Klinische Studien, auf deren Basis die Europäische Kommission die Zulassung erteilt hat, zeigen, dass die Gewichtsreduktion über Monate anhält, solange die Behandlung fortgesetzt wird. Nach Absetzen des Wirkstoffs kann das Körpergewicht wieder ansteigen. Eine Behandlung sollte daher immer in ein umfassendes Konzept aus Ernährungsberatung und Bewegung eingebettet sein.
Zusätzlich weisen die Fachinformationen beider Wirkstoffklassen auf folgende klinisch relevante Aspekte hin:
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Verzögerte Magenentleerung und Aspirationsrisiko: Da diese Wirkstoffe die Magenentleerung verlangsamen, besteht bei geplanten Operationen unter Vollnarkose oder tiefer Sedierung ein erhöhtes Aspirationsrisiko. Patientinnen und Patienten sollten ihre behandelnde Ärztin oder ihren behandelnden Arzt sowie das Anästhesieteam vor einem Eingriff informieren.
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Dehydratation und Nierenfunktion: Durch gastrointestinale Nebenwirkungen (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) kann es zu Flüssigkeitsverlust kommen, der die Nierenfunktion beeinträchtigen kann. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu achten.
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Hypoglykämierisiko bei Kombinationsbehandlung: Bei gleichzeitiger Anwendung mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin kann das Risiko einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) steigen. In diesen Fällen kann eine Dosisanpassung der Begleitmedikation erforderlich sein; dies entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Für wen ist eine Behandlung mit diesen Wirkstoffen geeignet?
Die Behandlung ist zugelassen ab einem BMI von 30 kg/m² oder ab 27 kg/m² mit Begleiterkrankung; Wegovy gilt auch für Jugendliche ab 12 Jahren, stets ergänzend zu Ernährung und Bewegung.
Eine Behandlung mit zugelassenen Wirkstoffen zur Gewichtsreduktion ist laut Fachinformation und den Leitlinien der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) sowie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) für bestimmte Personengruppen geeignet, die klinische Kriterien erfüllen. Die Zulassung richtet sich nicht an Personen, die lediglich wenige Kilogramm abnehmen möchten.
Die zugelassenen Indikationen umfassen in der Regel:
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Einen Body-Mass-Index (BMI) von 30 kg/m² oder höher (Adipositas), oder
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einen BMI von 27 kg/m² oder höher in Verbindung mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung, zum Beispiel Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Dyslipidämie.
Gemäß der deutschen Fachinformation ist Wegovy (Semaglutid) in Deutschland nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Jugendliche ab 12 Jahren zur Gewichtsregulierung zugelassen, sofern die entsprechenden klinischen Voraussetzungen erfüllt sind.[2][14] Die genauen Bedingungen für die pädiatrische Anwendung sind der Fachinformation zu entnehmen und werden durch eine Ärztin oder einen Arzt beurteilt.
Die Behandlung ist stets als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Ernährung und gesteigerter körperlicher Aktivität vorgesehen, nicht als alleinige Maßnahme. Vor Beginn einer Therapie sollte eine umfassende ärztliche Anamnese erfolgen, die Begleiterkrankungen, Vormedikation und mögliche Kontraindikationen berücksichtigt.
Die deutschen Fachinformationen nennen unter anderem folgende Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen:
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Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem jeweiligen Wirkstoff
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Schwangerschaft oder Stillzeit
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Vorsicht bei schwerer Gastroparese oder anderen schweren Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts (Abschnitt 4.4 der Fachinformationen)
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Bei Patientinnen und Patienten mit vorbestehender diabetischer Retinopathie: Wegovy wird bei unkontrollierter oder potenziell instabiler diabetischer Retinopathie nicht empfohlen (Abschnitt 4.4 der Wegovy-Fachinformation)
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Wegovy darf nicht zusammen mit anderen GLP-1-Rezeptoragonisten angewendet werden
Die vollständige Liste der Kontraindikationen und Warnhinweise ist den jeweiligen Fachinformationen (PharmNet.Bund/Rote Liste) zu entnehmen.
In Deutschland wird die Indikationsstellung durch eine Ärztin oder einen Arzt vorgenommen. Da die GKV diese Arzneimittel nicht erstattet (§ 34 SGB V, G-BA Arzneimittel-Richtlinie Anlage II), erfolgt die Verordnung auf Privatrezept. Wer prüfen möchte, ob eine solche Behandlung infrage kommt, sollte zunächst die Hausarztpraxis aufsuchen, die gegebenenfalls an eine Fachdisziplin wie Endokrinologie oder Diabetologie überweist.
Welche Nebenwirkungen und Risiken sollte man kennen?
Häufig treten Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Durchfall auf; seltener, aber ernst zu nehmen sind Pankreatitis, Dehydratation, Retinopathie-Verschlechterung und erhöhtes Aspirationsrisiko bei Narkose.
Wie alle Arzneimittel können auch die Wirkstoffe der Abnehmspritze Nebenwirkungen verursachen, die in der Fachinformation vollständig aufgeführt sind und vor Therapiebeginn mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden sollten.
Häufige Nebenwirkungen betreffen vor allem den Magen-Darm-Trakt:
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Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung
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Bauchschmerzen und Blähungen
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Verminderter Appetit
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Reaktionen an der Injektionsstelle (z. B. Rötung, Juckreiz)
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Haarausfall, insbesondere bei ausgeprägter Gewichtsabnahme
Diese Beschwerden treten besonders zu Beginn der Behandlung und bei Dosissteigerungen auf und klingen bei vielen Betroffenen im Verlauf ab. Eine langsame Dosistitration soll die Verträglichkeit verbessern.
Seltener, aber klinisch bedeutsam sind folgende Risiken:
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Pankreatitis: Akute Pankreatitis ist als Nebenwirkung in den Fachinformationen aufgeführt.[2][3] Bei anhaltenden starken Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen können, ist umgehend ärztliche Hilfe zu suchen. In einem solchen Fall sollte der Notruf 112 kontaktiert werden.
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Hypoglykämie bei Kombinationsbehandlung: Bei gleichzeitiger Anwendung mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin kann das Risiko einer Unterzuckerung steigen. Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt kann eine Dosisanpassung der Begleitmedikation empfehlen.
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Dehydratation und Nierenfunktion: Anhaltende gastrointestinale Nebenwirkungen können zu Flüssigkeitsverlust führen, der die Nierenfunktion beeinträchtigen kann, in seltenen Fällen bis hin zu einem akuten Nierenversagen. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu achten.
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Diabetische Retinopathie: Bei Patientinnen und Patienten mit vorbestehender diabetischer Retinopathie kann eine rasche Blutzuckersenkung zu einer vorübergehenden Verschlechterung des Augenbefunds führen. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind in dieser Gruppe besonders wichtig.
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NAION (nichtarteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie): Für Semaglutid (Wegovy) wurde in der Fachinformation auf ein mögliches Risiko einer NAION hingewiesen.[2][11] Bei plötzlichen Sehveränderungen ist umgehend ärztliche Hilfe zu suchen.
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Herzfrequenz: Ein leichter Anstieg der Ruheherzfrequenz wurde beobachtet.[2][3]
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Gallenblasenerkrankungen: Cholelithiasis und Cholezystitis wurden berichtet.[2][3]
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Aspirationsrisiko bei Narkose: Da diese Wirkstoffe die Magenentleerung verlangsamen, besteht bei Operationen unter Vollnarkose oder tiefer Sedierung ein erhöhtes Aspirationsrisiko. Das Anästhesieteam ist vorab zu informieren.
Verdächtige Nebenwirkungen können in Deutschland dem BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) gemeldet werden. Bei nicht notfallmäßigen, aber dringlichen Beschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten steht der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 zur Verfügung. Für alle anderen Fragen zur Verträglichkeit ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle.
Scientific References
- Wegovy – EPAR (Produktinformation).
- Wegovy, INN-semaglutide – Produktinformation (DE).
- Mounjaro, INN-tirzepatide – Produktinformation (DE).
- Mounjaro – EPAR (Medicine Overview).
- Arzneimittel-Richtlinie/Anlage II: Semaglutid (Wegovy) – Beschluss.
- Verordnungsausschluss von Lifestyle-Arzneimitteln (Anlage II AM-RL).
- Arzneimittel-Richtlinie.
- GBA vollzieht den gesetzlichen Verordnungsausschluss für Wegovy.
- Wegovy Tabletten – Fachinformation.
- EU-Kommission genehmigt orale Semaglutid-Therapie zur Gewichtsreduktion.
- Semaglutidhaltige Arzneimittel: PRAC untersucht Risiko für NAION.
- GLP-1-RA: Erhöhtes Aspirationsrisiko unter Narkose (Gelbe Liste).
- CHMP Post-Authorisation Summary of Positive Opinion for Wegovy.
- Wegovy auch für übergewichtige Jugendliche empfohlen (Gelbe Liste).
- Gastrointestinal adverse effects of GLP-1 receptor agonists and dual GIP/GLP-1 receptor agonists. Nutrition in Clinical Practice. 2025..
- Safety profile of semaglutide versus placebo in the SELECT study. Obesity (Silver Spring). 2025..
- Association of incretin-based therapies with hepatobiliary disorders. Endocrine Connections. 2024..
- Incretin mimetics and acute pancreatitis: enemy or innocent bystander? Current Opinion in Gastroenterology. 2024..
- Delayed gastric emptying in adolescent patients on GLP-1 receptor agonists. British Journal of Anaesthesia. 2025..
- Medication Safety and Perioperative Risk Management of GLP-1 Receptor Agonists. Therapeutics and Clinical Risk Management. 2025..
Frequently Asked Questions
Welcher Wirkstoff ist in der Abnehmspritze enthalten?
In Deutschland sind zwei Wirkstoffe als Abnehmspritze zugelassen: Semaglutid (Wegovy), ein GLP-1-Rezeptoragonist, und Tirzepatid (Mounjaro), ein dualer GIP/GLP-1-Rezeptoragonist. Beide werden einmal wöchentlich subkutan injiziert und sind verschreibungspflichtig.
Wird die Abnehmspritze von der Krankenkasse bezahlt?
Nein, die gesetzliche Krankenversicherung erstattet Semaglutid und Tirzepatid zur Gewichtsreduktion nicht, da sie gemäß § 34 SGB V und der G-BA-Arzneimittel-Richtlinie als nicht erstattungsfähig eingestuft sind. Die Kosten trägt die Patientin oder der Patient selbst auf Basis eines Privatrezepts.
Was sollte man bei Bauchschmerzen während der Behandlung mit der Abnehmspritze tun?
Bei anhaltenden starken Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen können, besteht der Verdacht auf eine Pankreatitis, und es sollte umgehend der Notruf 112 kontaktiert werden. Leichtere Magen-Darm-Beschwerden sind häufig und sollten mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.
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