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BMI rechnen: Formel, Tabelle und Grenzwerte

Verfasst von
Bolt Med
Veröffentlicht
10.10.2026
Zuletzt aktualisiert
10.10.2026

BMI rechnen ist einfach: Gewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern ergibt den Body-Mass-Index. Dieser Wert hilft, Unter-, Normal- und Übergewicht sowie Adipositas grob einzuordnen und wird von der WHO sowie deutschen Fachgesellschaften wie der Deutschen Adipositas-Gesellschaft als Screening-Instrument empfohlen. Dieser Artikel erklärt die Formel Schritt für Schritt, zeigt aktuelle Grenzwerte für Erwachsene in Deutschland und erläutert, wann ein Arztgespräch sinnvoll ist.

Zusammenfassung: Den BMI berechnet man, indem man das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern teilt, und ordnet das Ergebnis anhand der WHO-Kategorien ein.

  • Die BMI-Formel lautet: Gewicht (kg) geteilt durch Körpergröße (m) zum Quadrat.
  • Laut WHO gilt für Erwachsene ein BMI von 18,5 bis 24,9 als Normalgewicht, ab 30 als Adipositas.
  • Der BMI erfasst weder Körperzusammensetzung noch Fettverteilung und sollte stets mit Taillenumfang und weiteren Werten kombiniert werden.
  • Ab einem BMI von 30 oder höher empfiehlt die AWMF-S3-Leitlinie eine strukturierte ärztliche Beratung.
  • Für Kinder und Jugendliche gelten alters- und geschlechtsspezifische Perzentilkurven, nicht die WHO-Grenzwerte für Erwachsene.
  • GKV-Versicherte haben Anspruch auf einen Check-up beim Hausarzt, der auch BMI und Gewichtsstatus erfasst.

Was ist der BMI und was sagt er über meine Gesundheit aus?

Der BMI setzt Körpergewicht und Körpergröße ins Verhältnis und dient als Screening-Instrument für Unter-, Normal- und Übergewicht, sagt aber nichts über Fettverteilung oder Körperzusammensetzung aus.

Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein rechnerisches Maß, das das Körpergewicht einer Person ins Verhältnis zur Körpergröße setzt und damit eine grobe Einschätzung des Gewichtsstatus ermöglicht. Er wurde im 19. Jahrhundert vom belgischen Statistiker Adolphe Quetelet entwickelt und ist heute weltweit das am häufigsten verwendete Screening-Instrument zur Einordnung von Unter-, Normal- und Übergewicht sowie Adipositas. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert und verwendet den BMI als standardisierten Ausgangspunkt für epidemiologische Studien und klinische Leitlinien.[2][4] In Deutschland übernehmen Fachgesellschaften wie die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und die AWMF-S3-Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas (Registernummer 050-001) diese Klassifikation als Grundlage für Diagnostik und Risikostratifikation.[1]

Der BMI liefert jedoch nur eine Annäherung: Er sagt nichts darüber aus, wie viel des Körpergewichts auf Fettmasse, Muskelmasse, Knochen oder Wasser entfällt. Zwei Personen mit identischem BMI können ein sehr unterschiedliches Gesundheitsrisiko haben, je nachdem, wo und wie Fett im Körper verteilt ist. Dennoch zeigen große Bevölkerungsstudien, dass ein erhöhter BMI statistisch mit einem höheren Risiko für Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebsarten und Gelenkprobleme verbunden ist.[5][6]

Für die individuelle Gesundheitsbeurteilung sollte der BMI daher immer zusammen mit weiteren Parametern betrachtet werden, zum Beispiel dem Taillenumfang, dem Blutdruck, den Blutfettwerten und der persönlichen Krankengeschichte. Gesund.bund.de und patienten-information.de empfehlen ausdrücklich, den BMI nicht als alleiniges Kriterium zu verwenden, sondern ihn als einen von mehreren Bausteinen im Gespräch mit dem Hausarzt einzuordnen.

BMI (kg/m²) Gewichtsstatus Gesundheitliches Risiko Empfohlene Maßnahme
Unter 18,5 Untergewicht Risiko für Mangelernährung, Essstörung oder Grunderkrankung Hausarzt aufsuchen zur Abklärung
18,5 bis 24,9 Normalgewicht Kein erhöhtes gewichtsbedingtes Risiko GKV-Check-up nutzen, Werte beobachten
25,0 bis 29,9 Übergewicht (Präadipositas) Erhöhtes Risiko bei zusätzlichen Faktoren wie Bluthochdruck oder erhöhtem Taillenumfang Hausarzt bei Begleitrisiken aufsuchen, Taillenumfang messen
30,0 bis 34,9 Adipositas Grad I Klinisch relevantes Risiko gemäß AWMF-S3-Leitlinie (Reg.-Nr. 050-001) Hausarzt aufsuchen, strukturierte Beratung empfohlen
35,0 bis 39,9 Adipositas Grad II Deutlich erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen Ärztliche Behandlung und Therapieplanung dringend empfohlen
40,0 und höher Adipositas Grad III (schwere Adipositas) Sehr hohes kardiometabolisches und orthopädisches Risiko Spezialisierte Adipositastherapie, ggf. multimodales Programm

Wie berechne ich meinen BMI selbst - Formel und Beispiele

Den BMI berechnet man mit der Formel: Gewicht (kg) geteilt durch Körpergröße (m) zum Quadrat, zum Beispiel ergibt 80 kg bei 1,72 m einen BMI von etwa 27,0.

Den BMI berechnet man, indem man das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern teilt: BMI = Gewicht (kg) geteilt durch Größe (m) zum Quadrat. Die Formel ist einfach anzuwenden und erfordert keine besonderen Hilfsmittel.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  • Körpergröße in Meter notieren (zum Beispiel 1,72 m)

  • Diesen Wert mit sich selbst multiplizieren: 1,72 x 1,72 = 2,9584

  • Körpergewicht in Kilogramm durch dieses Ergebnis teilen: 80 kg geteilt durch 2,9584 = ca. 27,0

Zwei Rechenbeispiele:

  1. Person A: 68 kg, 1,68 m groß. Rechnung: 1,68 x 1,68 = 2,8224. BMI = 68 geteilt durch 2,8224 = ca. 24,1. Dieser Wert liegt im Normalbereich.
  2. Person B: 95 kg, 1,75 m groß. Rechnung: 1,75 x 1,75 = 3,0625. BMI = 95 geteilt durch 3,0625 = ca. 31,0. Dieser Wert entspricht Adipositas Grad I.

Für eine bessere Vergleichbarkeit empfiehlt es sich, das Gewicht stets zu einer ähnlichen Tageszeit und in leichter Kleidung zu messen; dies ist jedoch keine zwingende Voraussetzung für die Berechnung. Die Körpergröße wird idealerweise ohne Schuhe gemessen. Online-Rechner, wie sie auf gesund.bund.de angeboten werden, führen dieselbe Berechnung automatisch durch und können als praktische Ergänzung genutzt werden.

Kinder und Jugendliche werden nicht nach denselben Grenzwerten beurteilt wie Erwachsene. Für sie gelten alters- und geschlechtsspezifische Perzentilkurven, die von der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) herausgegeben werden (zum Beispiel die Referenzperzentile nach Kromeyer-Hauschild) und nur von Fachpersonal ausgewertet werden sollten.

BMI-Tabelle: Welche Werte gelten in Deutschland als normal?

In Deutschland gilt gemäß WHO und AWMF-S3-Leitlinie ein BMI von 18,5 bis 24,9 als Normalgewicht; ab 30 beginnt Adipositas Grad I.

In Deutschland orientieren sich Ärzte und Fachgesellschaften an den Klassifikationsgrenzen der WHO, die auch in der AWMF-S3-Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas (Reg.-Nr. 050-001) übernommen wurden. Für Erwachsene ab 18 Jahren gelten folgende Kategorien:

| BMI (kg/m²) | Gewichtsstatus | |---|---| | Unter 18,5 | Untergewicht | | 18,5 bis 24,9 | Normalgewicht | | 25,0 bis 29,9 | Übergewicht (Präadipositas) | | 30,0 bis 34,9 | Adipositas Grad I | | 35,0 bis 39,9 | Adipositas Grad II | | 40,0 und höher | Adipositas Grad III (schwere Adipositas) |

Diese WHO-Kategorien gelten international für Erwachsene. Für Menschen mit asiatischem Hintergrund hat eine WHO-Expertenkommission (2004) ergänzende, niedrigere Risikoschwellen definiert, da kardiometabolische Risiken in diesen Bevölkerungsgruppen bereits bei einem niedrigeren BMI auftreten können. Diese ergänzenden Schwellen ersetzen die WHO-Standardkategorien nicht, sondern treten neben sie.

Für ältere Menschen ab etwa 70 Jahren wird in der Geriatrie diskutiert, ob ein BMI zwischen 25 und 29,9 mit einem günstigeren Gesundheitsverlauf verbunden sein kann als ein BMI im unteren Normalbereich.[7][8] Dies liegt unter anderem daran, dass im Alter Muskelmasse abnimmt und ein gewisses Körpergewicht als Puffer bei Erkrankungen dienen kann. Solche Fragen sollten individuell mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, da pauschale Empfehlungen hier nicht angemessen sind.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind die oben genannten Grenzwerte nicht anwendbar. Hier werden die Referenzperzentilkurven der AGA verwendet, die Alter und Geschlecht berücksichtigen.

Warum reicht der BMI allein nicht aus, um Übergewicht zu beurteilen?

Der BMI erfasst weder Fettverteilung noch Muskelmasse; ergänzend empfiehlt die DAG den Taillenumfang, da viszerales Fett das Stoffwechselrisiko entscheidend beeinflusst.

Der BMI allein reicht nicht aus, um das gesundheitliche Risiko durch Übergewicht zuverlässig zu beurteilen, weil er weder die Körperzusammensetzung noch die Fettverteilung erfasst. Ein Sportler mit ausgeprägter Muskelmasse kann einen BMI von 28 haben und trotzdem einen sehr niedrigen Körperfettanteil aufweisen, während eine wenig aktive Person mit demselben BMI einen deutlich höheren Fettanteil und ein erhöhtes Stoffwechselrisiko haben kann.

Besonders relevant ist die Fettverteilung im Körper. Viszerales Fett, also Fett, das sich im Bauchraum um die inneren Organe ansammelt, ist stoffwechselaktiver und mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes verbunden als subkutanes Fett an Hüften oder Oberschenkeln.[5] Der Taillenumfang ist daher ein wichtiges ergänzendes Maß. Gemäß den Empfehlungen der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) und der WHO gilt für Erwachsene europäischer Herkunft:

  • Erhöhtes Risiko besteht ab einem Taillenumfang von mehr als 80 cm bei Frauen und mehr als 94 cm bei Männern.

  • Deutlich erhöhtes Risiko besteht ab mehr als 88 cm bei Frauen und mehr als 102 cm bei Männern.

Weitere Parameter, die in der klinischen Beurteilung eine Rolle spielen, sind das Taille-Hüft-Verhältnis, Blutdruck, Nüchternblutzucker (in mg/dL), Blutfettwerte sowie Leberenzyme. Die AWMF-S3-Leitlinie zur Adipositas (Reg.-Nr. 050-001) betont ausdrücklich, dass eine umfassende Risikobeurteilung immer mehrere dieser Faktoren einbeziehen sollte. Der BMI bleibt ein nützliches Screening-Werkzeug, ersetzt aber keine ärztliche Gesamtbeurteilung.

Ab welchem BMI sollte ich ärztlichen Rat suchen?

Ab einem BMI von 30 empfiehlt die AWMF-S3-Leitlinie ärztliche Beratung; bei BMI 25 bis 29,9 mit Begleitrisiken wie Bluthochdruck oder erhöhtem Taillenumfang ist ein Arztgespräch ebenfalls sinnvoll.

Ärztlichen Rat sollte man spätestens dann suchen, wenn der BMI einen Wert von 30 oder höher erreicht, da ab diesem Schwellenwert laut AWMF-S3-Leitlinie zur Adipositas (Reg.-Nr. 050-001) ein klinisch relevantes Gesundheitsrisiko besteht und eine strukturierte Beratung empfohlen wird. Aber auch bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 ist ein Arztgespräch sinnvoll, wenn gleichzeitig weitere Risikofaktoren vorliegen, zum Beispiel ein erhöhter Taillenumfang, Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte oder eine familiäre Vorbelastung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes.

Untergewicht, also ein BMI unter 18,5, sollte ebenfalls ärztlich abgeklärt werden, da es auf Mangelernährung, eine Essstörung oder eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen kann. Auch ungewollter Gewichtsverlust ohne erkennbare Ursache ist ein Warnsignal, das unabhängig vom aktuellen BMI-Wert zeitnah mit dem Hausarzt besprochen werden sollte.

Wann sollte ich handeln?

  • Hausarzt aufsuchen: Bei BMI ab 25 mit Begleitrisiken, bei BMI ab 30, bei ungewolltem Gewichtsverlust oder Untergewicht.

  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst (116117): Bei dringlichen, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden, die keinen Aufschub bis zum nächsten Werktag dulden.

  • Notruf 112: Bei akuten, potenziell lebensbedrohlichen Symptomen wie neu aufgetretenem Brustschmerz, schwerer Atemnot oder Bewusstlosigkeit, sofort den Notruf 112 anrufen.

In Deutschland haben gesetzlich Krankenversicherte (GKV) Anspruch auf eine Gesundheitsuntersuchung (Check-up), die gemäß der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) einmalig zwischen dem 18. und 34. Lebensjahr und ab dem 35. Lebensjahr alle drei Jahre durchgeführt werden kann. Diese Untersuchung umfasst unter anderem die Erfassung von Körpergröße und Gewicht und bietet eine gute Gelegenheit, den eigenen BMI im ärztlichen Kontext einordnen zu lassen.

Scientific References

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  11. .
  12. .
  13. .

Frequently Asked Questions

Wie lautet die Formel, um den BMI selbst zu berechnen?

Der BMI errechnet sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Bei 75 kg und 1,75 m ergibt das zum Beispiel: 75 geteilt durch 3,0625, also einen BMI von etwa 24,5.

Welcher BMI-Wert gilt in Deutschland als normal?

Gemäß den WHO-Kategorien, die auch in der deutschen AWMF-S3-Leitlinie zur Adipositas verwendet werden, gilt für Erwachsene ab 18 Jahren ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 als Normalgewicht.

Ab welchem BMI sollte ich zum Arzt gehen?

Ab einem BMI von 30 empfiehlt die AWMF-S3-Leitlinie eine ärztliche Beratung. Bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 ist ein Arztgespräch sinnvoll, wenn zusätzliche Risikofaktoren wie erhöhter Taillenumfang, Bluthochdruck oder familiäre Vorbelastung vorliegen.


Redaktionelle Hinweise

Die medizinischen Informationen auf dieser Seite beruhen auf anerkannten, evidenzbasierten Quellen und werden regelmäßig auf Richtigkeit und Aktualität geprüft. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information.

Haftungsausschluss

Diese Informationen ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich bei Beschwerden oder Fragen an Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder Ihre Apotheke. Diese Seite ist eine Information und kein Angebot: ob eine Behandlung geeignet ist, wird in einer medizinischen Konsultation beurteilt.