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Melatonin bei Schlafapnoe: Wirkung und Risiken

Verfasst von
Bolt Med
Veröffentlicht
04.11.2026
Zuletzt aktualisiert
04.11.2026

Melatonin bei Schlafapnoe wird von Betroffenen zunehmend als mögliche Schlafhilfe in Betracht gezogen. Schlafapnoe, bei der es nachts wiederholt zu Atemaussetzern kommt, stört die Schlafarchitektur erheblich und kann langfristige Folgen für Herz, Stoffwechsel und kognitive Leistung haben. Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert und in Deutschland als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zugelassen ist. Dieser Artikel erklärt, was die aktuelle Studienlage zur Kombination aus Melatonin und Schlafapnoe sagt, welche Risiken bestehen und wann ärztlicher Rat unbedingt erforderlich ist.

Zusammenfassung: Melatonin kann bei Schlafapnoe einzelne Schlafaspekte möglicherweise verbessern, ersetzt aber keine ursächliche Behandlung wie die CPAP-Therapie.

  • Schlafapnoe ist eine behandlungsbedürftige Erkrankung; die CPAP-Therapie ist laut AWMF-S3-Leitlinie die Standardbehandlung bei mittelschwerer bis schwerer OSA.
  • Melatonin ist in Deutschland als Circadin (2 mg, retardiert) verschreibungspflichtig und nur für primäre Insomnie bei Erwachsenen ab 55 Jahren zugelassen.
  • Klinische Studien zu Melatonin bei Schlafapnoe sind klein und methodisch begrenzt; eine Verbesserung des Apnoe-Hypopnoe-Index ist nicht belegt.
  • Relevante Wechselwirkungen bestehen mit Fluvoxamin (kontraindiziert), Antikoagulanzien und Alkohol; bei Leberinsuffizienz ist Melatonin kontraindiziert.
  • Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin unterliegen weniger strengen Kontrollen als zugelassene Arzneimittel; Qualität und Wirkstoffgehalt können variieren.
  • Betroffene sollten Melatonin nur nach ärztlicher Rücksprache einsetzen und eine fachärztliche Abklärung der Schlafapnoe nicht verzögern.

Was ist Schlafapnoe und wie beeinflusst sie den Schlaf?

Schlafapnoe unterbricht durch wiederholte Atemaussetzer den Schlaf und verkürzt Tief- und REM-Schlaf; der Schweregrad wird anhand des Apnoe-Hypopnoe-Index eingeteilt.

Schlafapnoe ist eine Schlafstörung, bei der es im Schlaf wiederholt zu Atemaussetzern kommt, die den natürlichen Schlafrhythmus erheblich stören. Die häufigste Form, die obstruktive Schlafapnoe (OSA), entsteht durch eine vorübergehende Verengung oder vollständige Blockade der oberen Atemwege. Als Apnoe gilt definitionsgemäß ein Atemstillstand von mindestens 10 Sekunden; einzelne Ereignisse können deutlich länger andauern.[5][6] Jede Atempause führt zu einem kurzen Aufweckreiz, der den Schlaf fragmentiert, auch wenn Betroffene sich daran morgens oft nicht erinnern.

Der Schweregrad der OSA wird anhand des Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) eingeteilt: leicht (5 bis 14 Ereignisse pro Stunde), mittelgradig (15 bis 29 Ereignisse pro Stunde) und schwer (30 oder mehr Ereignisse pro Stunde). Die Folgen für die Schlafarchitektur sind weitreichend: Tiefschlaf und REM-Schlaf, also jene Phasen, die für körperliche Erholung und kognitive Verarbeitung besonders wichtig sind, werden durch die wiederholten Weckreaktionen verkürzt. Betroffene leiden tagsüber häufig unter ausgeprägter Schläfrigkeit, Konzentrationsschwäche und Stimmungsschwankungen.

Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass die nächtliche Melatoninkonzentration bei Menschen mit OSA im Vergleich zu Gesunden verändert sein kann. Diese Beobachtung ist jedoch heterogen belegt und sollte als Hypothese verstanden werden, nicht als gesicherter Befund.

Die AWMF-S3-Leitlinie zu schlafbezogenen Atmungsstörungen (Register-Nr. 063-001) empfiehlt als Grundlage der Diagnostik eine Polygraphie oder Polysomnographie. In Deutschland erfolgt die Abklärung in der Regel über die Hausarztpraxis, die bei Verdacht an eine pneumologische oder schlafmedizinische Fachpraxis überweist. Wer regelmäßig schnarcht, tagsüber trotz ausreichend langer Schlafzeit erschöpft ist oder von der Bettpartnerin oder dem Bettpartner auf Atemaussetzer hingewiesen wird, sollte ärztliche Abklärung in Anspruch nehmen.

Wie wirkt Melatonin im Körper und wann wird es eingesetzt?

Melatonin reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus und ist in Deutschland als Circadin für primäre Insomnie bei Erwachsenen ab 55 Jahren zugelassen; Nahrungsergänzungsmittel unterliegen geringeren Anforderungen.

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das in der Zirbeldrüse produziert wird und den Schlaf-Wach-Rhythmus des Menschen reguliert. Die Ausschüttung beginnt bei Dunkelheit, erreicht in den frühen Morgenstunden ihren Höhepunkt und signalisiert dem Körper, dass es Zeit zum Schlafen ist. Melatonin senkt dabei die Körperkerntemperatur und reduziert die Wachheit. Schläfrigkeit ist jedoch eine bekannte Nebenwirkung und wird in der Fachinformation ausdrücklich aufgeführt; Melatonin wirkt also nicht vollständig ohne sedierende Komponente.

In Deutschland ist Melatonin als verschreibungspflichtiges Arzneimittel in Form von Circadin (2 mg, retardiert) erhältlich. Die Europäische Kommission hat Circadin auf Grundlage eines EMA-Gutachtens für die Kurzzeitbehandlung von primärer Insomnie bei Erwachsenen ab 55 Jahren zugelassen. Jetlag und Schlafstörungen im Zusammenhang mit Schichtarbeit sind für Circadin in Deutschland keine zugelassenen Indikationen; ein entsprechender Einsatz wäre Off-Label und bedarf einer individuellen ärztlichen Entscheidung.

Für Kinder und Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störungen oder Smith-Magenis-Syndrom steht in Deutschland mit Slenyto (Melatonin, retardiert) ein eigens zugelassenes pädiatrisches Arzneimittel zur Verfügung, das ebenfalls zentral von der Europäischen Kommission auf Grundlage eines EMA-Gutachtens zugelassen wurde. Slenyto und Circadin sind unterschiedliche Produkte mit unterschiedlichen Zulassungen; sie sollten nicht miteinander verwechselt werden.

Darüber hinaus sind in Deutschland verschiedene Nahrungsergänzungsmittel mit niedrigeren Melatonindosen (häufig 0,5 bis 1 mg) frei verkäuflich, die jedoch nicht denselben regulatorischen Anforderungen wie Arzneimittel unterliegen. Die Wirksamkeit von Melatonin hängt stark vom richtigen Einnahmezeitpunkt ab, der individuell variieren kann.

Aspekt Melatonin (allein) CPAP-Therapie Melatonin plus CPAP
Leitlinienempfehlung Nicht als Primärtherapie empfohlen (DGSM, AWMF S3-Leitlinie 063-001) Standardtherapie bei mittelgradiger bis schwerer OSA (AWMF S3-Leitlinie 063-001) Keine generelle Empfehlung, individuelle Abwägung erforderlich
Wirkung auf AHI Keine belegte klinisch relevante Reduktion des AHI Beseitigt Atemaussetzer durch kontinuierlichen Luftstrom Kein Zusatznutzen auf AHI belegt
Wirkung auf Schlafqualität Möglicherweise subjektive Verbesserung, Evidenz begrenzt und heterogen Deutliche Verbesserung der Schlafarchitektur durch Beseitigung der Ursache Erste Hinweise auf Verbesserung von Einschlaflatenz und Schlafkontinuität, Evidenz vorläufig
Wirkung auf oxidativen Stress Antioxidative Wirkung als Radikalfänger diskutiert, klinisch nicht ausreichend belegt Reduziert Hypoxiephasen und damit oxidativen Stress Kombination könnte oxidativen Stress stärker reduzieren als CPAP allein, Studien klein
Zulassung in Deutschland Circadin 2 mg (retardiert): primäre Insomnie ab 55 Jahren; Schlafapnoe ist keine zugelassene Indikation Zugelassene Medizinprodukttherapie, GKV-erstattungsfähig bei Vorliegen der Voraussetzungen Kombination ohne eigene Zulassung, Melatonin-Anteil Off-Label
Wichtige Nebenwirkungen und Kontraindikationen Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden; kontraindiziert bei schwerer Leberinsuffizienz Maskenunverträglichkeit, Druckgefühl, Mundtrockenheit moeglich Nebenwirkungen beider Komponenten zu beachten
Relevante Wechselwirkungen Fluvoxamin (CYP1A2-Inhibitor) kontraindiziert, Alkohol und Antikoagulanzien beachten Keine relevanten Arzneimittelwechselwirkungen bekannt Wechselwirkungen des Melatonin-Anteils gelten weiterhin

Kann Melatonin bei Schlafapnoe den Schlaf verbessern?

Melatonin kann einzelne Schlafaspekte bei Schlafapnoe möglicherweise verbessern, belegt aber keine Reduktion des AHI und ersetzt keine ursächliche Therapie.

Melatonin kann bei Schlafapnoe einzelne Aspekte der Schlafqualität möglicherweise verbessern, ersetzt jedoch keine ursächliche Behandlung der Atemaussetzer selbst. Die Datenlage ist begrenzt und heterogen. Einige kleinere klinische Studien deuten darauf hin, dass Melatonin bei Patientinnen und Patienten mit OSA die subjektiv wahrgenommene Schlafqualität verbessern und oxidativen Stress reduzieren könnte, der durch die nächtlichen Sauerstoffabfälle entsteht. Diese Befunde sind als hypothesenbildend einzustufen, da methodisch hochwertige, ausreichend große randomisierte kontrollierte Studien fehlen.

Ein diskutierter Mechanismus liegt in der antioxidativen Wirkung von Melatonin: Wiederholte Hypoxiephasen bei Schlafapnoe erzeugen freie Radikale, und Melatonin kann als Radikalfänger wirken. Zudem könnte eine Stabilisierung des zirkadianen Rhythmus, der bei Schlafapnoe häufig gestört ist, zu einer besseren Schlafarchitektur beitragen. Beide Mechanismen sind bislang nicht ausreichend klinisch belegt.

Es gibt bislang keine ausreichend großen, randomisierten kontrollierten Studien, die eine klinisch relevante Verbesserung des Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) durch Melatonin belegen. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) sowie die AWMF-S3-Leitlinie (Register-Nr. 063-001) empfehlen Melatonin nicht als Primärtherapie der Schlafapnoe. Betroffene sollten Melatonin allenfalls als ergänzende Maßnahme in Betracht ziehen und dies zuvor mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, um eine angemessene Diagnose und Behandlung nicht zu verzögern.

Welche Risiken und Nebenwirkungen sollten Betroffene kennen?

Melatonin kann Schläfrigkeit, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden verursachen; Fluvoxamin ist kontraindiziert und bei Leberinsuffizienz darf Melatonin nicht eingesetzt werden.

Melatonin gilt bei kurzfristiger Anwendung in den zugelassenen Dosierungen als vergleichsweise gut verträglich, kann jedoch Nebenwirkungen verursachen. Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Fachinformation von Circadin (verfügbar über PharmNet.Bund) und den EMA-EPAR für Circadin.

Zu den bekannten unerwünschten Wirkungen zählen unter anderem:

  • Schläfrigkeit und Benommenheit, auch am nächsten Morgen

  • Kopfschmerzen und Schwindel

  • Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Bauchschmerzen

  • Nasopharyngitis und Rückenschmerzen (in klinischen Studien berichtet)

Bei Personen, die Maschinen bedienen oder Auto fahren müssen, ist Vorsicht geboten, da Melatonin die Reaktionsfähigkeit vorübergehend beeinträchtigen kann.

Wechselwirkungen sind klinisch relevant. Fluvoxamin, ein starker Inhibitor des Enzyms CYP1A2, erhöht die Melatoninkonzentration im Blut erheblich und ist laut Fachinformation kontraindiziert. Auch andere CYP1A2-Inhibitoren sowie Alkohol können die Wirkung von Melatonin verstärken. Rauchen kann die Wirkung durch CYP1A2-Induktion abschwächen.[7][14] Wechselwirkungen mit Antikoagulanzien und Immunsuppressiva werden in der Fachinformation ebenfalls beschrieben; Betroffene, die solche Arzneimittel einnehmen, sollten Melatonin nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden.

Bei Personen mit schwerer Leberfunktionsstörung ist Melatonin laut Fachinformation kontraindiziert, da der Abbau des Wirkstoffs beeinträchtigt ist.[7] Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist Vorsicht angebracht. Auch bei Personen mit Autoimmunerkrankungen sollte Melatonin nur nach ärztlicher Abwägung eingesetzt werden, da es immunmodulatorische Eigenschaften besitzt. Für Schwangere und Stillende liegen keine ausreichenden Sicherheitsdaten vor; die Anwendung wird in diesen Gruppen nicht empfohlen.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen können in Deutschland dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet werden.

Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin unterliegen weniger strengen Kontrollen als zugelassene Arzneimittel; Qualität und tatsächlicher Wirkstoffgehalt können variieren, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) für Nahrungsergänzungsmittel allgemein feststellt. Betroffene sollten daher bevorzugt auf zugelassene Arzneimittelformen zurückgreifen und die Einnahme mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt abstimmen.

Melatonin und CPAP-Therapie: Was sagt die aktuelle Studienlage?

CPAP ist die Standardtherapie der OSA; erste kleine Studien deuten auf mögliche Zusatzvorteile von Melatonin hin, belastbare Evidenz aus großen RCTs fehlt jedoch.

Die CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure) ist laut AWMF-S3-Leitlinie (Register-Nr. 063-001) und den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin die Standardbehandlung der mittelschweren bis schweren obstruktiven Schlafapnoe. CPAP hält die Atemwege durch einen kontinuierlichen Luftstrom offen und beseitigt damit die Ursache der Atemaussetzer, was Melatonin allein nicht leisten kann.

Einige Forschungsgruppen haben untersucht, ob Melatonin als Ergänzung zur CPAP-Therapie zusätzliche Vorteile bieten könnte. Erste Hinweise aus kleineren Studien deuten darauf hin, dass die Kombination aus CPAP und Melatonin den oxidativen Stress stärker reduzieren und die subjektive Schlafqualität verbessern könnte als CPAP allein. Auch eine mögliche Verbesserung der Einschlaflatenz und der Schlafkontinuität wird diskutiert. Diese Befunde stammen jedoch aus Studien mit begrenzter Teilnehmerzahl und sind als vorläufig einzustufen.

Die Evidenz ist unzureichend, um eine generelle Empfehlung auszusprechen. Es fehlen große, methodisch hochwertige randomisierte kontrollierte Studien, die eine klinisch bedeutsame Überlegenheit der Kombinationstherapie gegenüber CPAP allein belegen. Eine Bewertung von Melatonin im Kontext der Schlafapnoe durch G-BA oder IQWiG liegt nach aktuellem Kenntnisstand nicht vor; in den öffentlich zugänglichen Datenbanken dieser Institutionen findet sich kein entsprechender Zusatznutzen-Beschluss.

Betroffene, die trotz regelmäßiger CPAP-Nutzung weiterhin unter schlechter Schlafqualität leiden, sollten dies mit ihrer Schlafmedizinerin oder ihrem Schlafmediziner besprechen, anstatt eigenständig Melatonin hinzuzunehmen. Eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung ist in jedem Fall erforderlich.

Wann sollte man ärztlichen Rat suchen?

Ärztlichen Rat sollte man bei beobachteten Atemaussetzern, ausgeprägter Tagesmüdigkeit oder unzureichender Wirkung von Melatonin suchen; die Hausarztpraxis ist erste Anlaufstelle.

Ärztlichen Rat sollten Betroffene immer dann suchen, wenn Schlafprobleme die Tagesfunktion beeinträchtigen, Atemaussetzer im Schlaf beobachtet werden oder Melatonin allein keine ausreichende Verbesserung bringt. Schlafapnoe ist eine behandlungsbedürftige Erkrankung mit potenziell ernsthaften Folgen für Herz-Kreislauf-Gesundheit, Stoffwechsel und kognitive Leistungsfähigkeit. Eine Selbstbehandlung mit Melatonin sollte eine fachärztliche Abklärung nicht ersetzen oder verzögern.

Folgende Warnsignale erfordern zeitnah eine ärztliche Vorstellung:

  • Lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit beobachteten Atempausen

  • Ausgeprägte Tagesmüdigkeit, die die Arbeitsfähigkeit oder Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt

  • Morgendliche Kopfschmerzen oder Mundtrockenheit beim Aufwachen

  • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder Konzentrationsprobleme ohne andere erkennbare Ursache

  • Neu aufgetretener oder schwer einstellbarer Bluthochdruck

Für eine erste Einschätzung ist die Hausarztpraxis die richtige Anlaufstelle. Bei dringendem Beratungsbedarf außerhalb der Sprechzeiten steht in Deutschland der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 zur Verfügung. Bei akuten Beschwerden wie starker Atemnot oder Brustschmerzen ist der Notruf 112 zu wählen.

In Deutschland erfolgt die Diagnose der Schlafapnoe in der Regel über den Hausarzt, der bei Verdacht an eine pneumologische oder schlafmedizinische Fachpraxis überweist. Die Kosten für die Diagnostik und eine gegebenenfalls notwendige CPAP-Therapie werden von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) übernommen, sofern die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind.

Zur Erstattungsfähigkeit von Melatonin als Arzneimittel durch die GKV in Deutschland gilt: Arzneimittel können nach SGB V Paragraph 34 sowie der Arzneimittel-Richtlinie des G-BA (insbesondere Anlage III) von der Verordnung zulasten der GKV ausgeschlossen sein. Ob und unter welchen Voraussetzungen Melatonin im Einzelfall verordnungsfähig ist, sollte mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt geklärt werden.

Wissenschaftliche Quellen

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Häufig gestellte Fragen

Kann Melatonin Schlafapnoe heilen oder die Atemaussetzer beseitigen?

Nein, Melatonin kann Schlafapnoe nicht heilen und beseitigt keine Atemaussetzer. Es gibt keine ausreichend großen klinischen Studien, die eine Verbesserung des Apnoe-Hypopnoe-Index durch Melatonin belegen; die CPAP-Therapie bleibt die empfohlene Standardbehandlung.

Ist Melatonin in Deutschland rezeptpflichtig?

Das zugelassene Arzneimittel Circadin (2 mg Melatonin, retardiert) ist in Deutschland verschreibungspflichtig und nur für primäre Insomnie bei Erwachsenen ab 55 Jahren zugelassen. Niedrig dosierte Melatonin-Nahrungsergänzungsmittel sind frei verkäuflich, unterliegen aber weniger strengen Qualitätskontrollen.

Darf man Melatonin zusammen mit der CPAP-Therapie einnehmen?

Eine Kombination aus CPAP und Melatonin wird in kleinen Studien untersucht, belastbare Empfehlungen gibt es jedoch nicht. Betroffene sollten Melatonin nur nach Rücksprache mit ihrer Schlafmedizinerin oder ihrem Schlafmediziner ergänzend zur CPAP-Therapie einsetzen.


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