Mounjaro
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Mounjaro und Wegovy Dosierung im Vergleich

Verfasst von
Bolt Med
Veröffentlicht
06.11.2026
Zuletzt aktualisiert
06.11.2026

Mounjaro und Wegovy Dosierung im Vergleich: Beide Medikamente werden einmal wöchentlich injiziert, unterscheiden sich jedoch in Wirkstoff, Dosisspektrum und zugelassenen Anwendungsgebieten erheblich. Mounjaro (Tirzepatid) startet bei 2,5 mg und kann bis auf 15 mg gesteigert werden, während Wegovy (Semaglutid) von 0,25 mg auf bis zu 2,4 mg auftitriert wird. Dieser Artikel erklärt die Unterschiede in der Wirkweise, die zugelassenen Dosierungsschemata, relevante Nebenwirkungen und wer laut Zulassung für welches Präparat infrage kommt.

Zusammenfassung: Mounjaro (Tirzepatid) wird in Stufen von 2,5 mg bis 15 mg wöchentlich dosiert, Wegovy (Semaglutid) von 0,25 mg bis 2,4 mg wöchentlich, beide als subkutane Injektion einmal pro Woche.

  • Mounjaro ist ein dualer GIP- und GLP-1-Rezeptoragonist, Wegovy wirkt ausschliesslich als GLP-1-Rezeptoragonist.
  • Beide Präparate sind verschreibungspflichtig und werden einmal wöchentlich als subkutane Injektion verabreicht.
  • Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt, besonders in der Aufdosierungsphase.
  • Bei Verdacht auf Pankreatitis muss die Behandlung sofort abgebrochen werden.
  • Für das Gewichtsmanagement werden beide Medikamente von gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland nicht erstattet.
  • Schwangerschaft und Stillzeit sind Kontraindikationen für beide Wirkstoffe.

Wie unterscheiden sich Mounjaro und Wegovy in ihrer Wirkweise?

Mounjaro aktiviert zwei Rezeptoren (GIP und GLP-1), Wegovy nur den GLP-1-Rezeptor. Beide verlangsamen die Magenentleerung, reduzieren den Appetit und verbessern die Blutzuckerkontrolle.

Mounjaro (Wirkstoff Tirzepatid) und Wegovy (Wirkstoff Semaglutid) wirken beide auf das Hormonsystem des Magen-Darm-Trakts, tun dies jedoch über unterschiedliche Angriffspunkte.

Semaglutid in Wegovy ist ein GLP-1-Rezeptoragonist: Es ahmt das körpereigene Hormon GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1) nach, das nach dem Essen ausgeschüttet wird und sowohl die Insulinfreisetzung fördert als auch das Sättigungsgefühl im Gehirn verstärkt.[1][6]

Tirzepatid in Mounjaro ist ein dualer GIP- und GLP-1-Rezeptoragonist.[2][3] Es aktiviert zusätzlich den Rezeptor für das Hormon GIP (Glucose-dependent Insulinotropic Polypeptide), das ebenfalls an der Regulation von Blutzucker und Energiehaushalt beteiligt ist. Durch diese doppelte Wirkung beeinflusst Tirzepatid zwei verschiedene Signalwege gleichzeitig.

Bei beiden Wirkstoffen führt die Aktivierung dieser Rezeptoren laut Fachinformation (Abschnitte 4.4 und 5.1) zu einer verlangsamten Magenentleerung, einem reduzierten Appetit und einer verbesserten Blutzuckerkontrolle.[1][2] Beide Substanzen sind als subkutane Injektionen zugelassen und werden einmal wöchentlich verabreicht.

Die unterschiedliche molekulare Struktur bedeutet nicht automatisch eine überlegene Wirksamkeit des einen gegenüber dem anderen: Direkte Vergleichsstudien, die als Grundlage für eine Empfehlung dienen könnten, sind nicht Bestandteil der jeweiligen Zulassung. Welches Präparat für eine bestimmte Person geeignet ist, entscheidet der behandelnde Arzt auf Basis der individuellen Krankengeschichte und der zugelassenen Indikationen.

Startphase (Wochen 1 bis 4)

Mounjaro (Tirzepatid) Dosis: 2,5 mg

Wegovy (Semaglutid) Dosis: 0,25 mg

Häufigkeit: Einmal wöchentlich

Hinweise: Niedrigste Dosis zur Eingewöhnung, Minimierung gastrointestinaler Nebenwirkungen

Steigerung (Wochen 5 bis 8)

Mounjaro (Tirzepatid) Dosis: 5 mg

Wegovy (Semaglutid) Dosis: 0,5 mg

Häufigkeit: Einmal wöchentlich

Hinweise: Dosissteigerung in der Regel alle vier Wochen, individuell nach Verträglichkeit

Steigerung (Wochen 9 bis 12)

Mounjaro (Tirzepatid) Dosis: 7,5 mg

Wegovy (Semaglutid) Dosis: 1 mg

Häufigkeit: Einmal wöchentlich

Hinweise: Weiterführung nur bei guter Verträglichkeit, Rücksprache mit Arzt erforderlich

Steigerung (Wochen 13 bis 16)

Mounjaro (Tirzepatid) Dosis: 10 mg

Wegovy (Semaglutid) Dosis: 1,7 mg

Häufigkeit: Einmal wöchentlich

Hinweise: Zwischenstufe vor Erhaltungsdosis, Verträglichkeit beobachten

Steigerung (Wochen 17 bis 20)

Mounjaro (Tirzepatid) Dosis: 12,5 mg

Wegovy (Semaglutid) Dosis: Nicht applicable

Häufigkeit: Einmal wöchentlich

Hinweise: Nur Mounjaro: optionale Zwischenstufe vor Maximaldosis

Erhaltungsdosis

Mounjaro (Tirzepatid) Dosis: 15 mg (Maximum)

Wegovy (Semaglutid) Dosis: 2,4 mg (Standard)

Häufigkeit: Einmal wöchentlich

Hinweise: Maximale zugelassene Wochendosis laut EMA-EPAR Abschnitt 4.2; Wegovy zusätzlich 7,2 mg zugelassen

Allgemein

Mounjaro (Tirzepatid) Dosis: Verschreibungspflichtig, subkutane Injektion

Wegovy (Semaglutid) Dosis: Verschreibungspflichtig, subkutane Injektion

Häufigkeit: Einmal wöchentlich

Hinweise: Dosisanpassung nur in Absprache mit dem Arzt; keine eigenmächtige Änderung

Welche Dosierungen sind für Mounjaro und Wegovy in Deutschland zugelassen?

Mounjaro wird von 2,5 mg bis maximal 15 mg wöchentlich dosiert, Wegovy von 0,25 mg bis zur Erhaltungsdosis von 2,4 mg wöchentlich, jeweils mit schrittweiser Steigerung alle vier Wochen.

Die folgenden Angaben beziehen sich auf die in Deutschland gültigen Produktinformationen (EMA-EPAR, Abschnitt 4.2).

Für Mounjaro sind in Deutschland die Wirkstärken 2,5 mg, 5 mg, 7,5 mg, 10 mg, 12,5 mg und 15 mg pro Wochendosis zugelassen. Die Behandlung beginnt stets mit 2,5 mg wöchentlich. Die Dosis wird in der Regel alle vier Wochen schrittweise erhöht, bis die individuell verträgliche und therapeutisch wirksame Erhaltungsdosis erreicht ist. Die maximale zugelassene Wochendosis beträgt 15 mg.

Für Wegovy sind in Deutschland die Wirkstärken 0,25 mg, 0,5 mg, 1 mg, 1,7 mg und 2,4 mg pro Wochendosis zugelassen. Auch hier beginnt die Behandlung mit der niedrigsten Dosis (0,25 mg wöchentlich), die schrittweise gesteigert wird. Die Erhaltungsdosis beträgt in der Regel 2,4 mg wöchentlich. Die Europäische Kommission hat zusätzlich eine Stärke von 7,2 mg zugelassen; deren Einsatz richtet sich nach den Vorgaben in Abschnitt 4.2 der aktuellen Fachinformation.

In Deutschland sind beide Präparate verschreibungspflichtig. Die Dosierungsschemata dienen der schrittweisen Gewöhnung des Körpers und sollen gastrointestinale Nebenwirkungen minimieren. Eine eigenmächtige Anpassung der Dosis ist nicht empfehlenswert; Änderungen sollten stets in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Hinweise zu Darreichungsform und Packungsinhalt entnehmen Sie bitte der aktuellen deutschen Gebrauchsinformation des jeweiligen Präparats, da sich diese Angaben ändern können.

Nebenwirkungen: Was sollte ich bei beiden Medikamenten beachten?

Häufigste Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, vor allem in der Aufdosierungsphase. Seltene, aber ernste Risiken umfassen Pankreatitis und bei Wegovy zusätzlich das Risiko einer NAION.

Die häufigsten Nebenwirkungen von Mounjaro und Wegovy betreffen den Magen-Darm-Trakt und treten besonders in der Aufdosierungsphase auf. Laut Fachinformation (Abschnitt 4.8) gehören dazu:

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Durchfall oder Verstopfung

  • Bauchschmerzen und Blähungen

  • Verminderter Appetit

Diese Beschwerden sind meist vorübergehend und klingen bei vielen Betroffenen im Verlauf der Behandlung ab. Sie sollten dem Arzt gemeldet werden, wenn sie anhalten oder stark ausgeprägt sind.

Ein seltenes, aber ernstes Risiko ist eine akute Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung). Laut Fachinformation (Abschnitt 4.4) sollte bei Verdacht auf eine Pankreatitis die Behandlung abgebrochen werden; bei bestätigter Diagnose darf sie nicht wieder aufgenommen werden.[1][2] Bei anhaltenden, starken Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen können, ist umgehend ärztliche Hilfe zu suchen. In einem Notfall gilt: Notruf 112.

Bei Patienten mit vorbestehender diabetischer Retinopathie wurde unter rascher Blutzuckersenkung eine vorübergehende Verschlechterung beobachtet. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind daher wichtig. Für Wegovy weist die Fachinformation (Abschnitt 4.4) zusätzlich auf das Risiko einer nicht-arteriitischen anterioren ischämischen Optikusneuropathie (NAION) hin; bei Sehveränderungen sollte umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden.

Bei geplanten Operationen oder Eingriffen unter Vollnarkose oder Tiefsedierung ist das behandelnde Team über die Einnahme zu informieren, da beide Wirkstoffe die Magenentleerung verlangsamen und das Aspirationsrisiko erhöhen können (Abschnitt 4.4 beider Fachinformationen).

Weitere mögliche Nebenwirkungen umfassen Reaktionen an der Injektionsstelle sowie eine erhöhte Herzfrequenz. Allergische Reaktionen wurden ebenfalls berichtet; die genauen Häufigkeiten unterscheiden sich zwischen den beiden Präparaten und sind den jeweiligen Fachinformationen (Abschnitt 4.8) zu entnehmen.

Verdächtige Nebenwirkungen können in Deutschland dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet werden. Bei nicht dringlichen Fragen außerhalb der Praxiszeiten steht der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 zur Verfügung.

Für wen kommen Mounjaro oder Wegovy laut Zulassung infrage?

Mounjaro ist bei Typ-2-Diabetes und Adipositas ab BMI 30 zugelassen, Wegovy bei Adipositas ab BMI 30 sowie zur Reduktion des kardiovaskulären Risikos bei bestehender Herzerkrankung.

Die folgenden Angaben beziehen sich auf die in Deutschland gültigen Zulassungen der Europäischen Kommission auf Basis der EMA-Bewertung (Abschnitt 4.1 der jeweiligen Fachinformation).

Mounjaro ist in Deutschland für zwei Indikationen zugelassen: erstens zur Behandlung des Typ-2-Diabetes mellitus bei Erwachsenen sowie bei Kindern und Jugendlichen ab 10 Jahren, und zweitens zur Gewichtsreduktion und Gewichtsstabilisierung bei Erwachsenen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 kg/m² oder höher, oder bei einem BMI von 27 kg/m² oder höher in Verbindung mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung wie Bluthochdruck, Dyslipidämie oder obstruktiver Schlafapnoe.[2][5] Die Anwendung erfolgt ergänzend zu einer kalorienreduzierten Ernährung und gesteigerter körperlicher Aktivität.

Wegovy ist in Deutschland zur Gewichtsreduktion bei Erwachsenen mit einem BMI von 30 kg/m² oder höher zugelassen, sowie bei einem BMI von 27 kg/m² oder höher mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung. Darüber hinaus ist Wegovy für Jugendliche ab 12 Jahren zur Gewichtsregulation zugelassen (unter den in der Fachinformation genannten Bedingungen).[1][12] Zusätzlich besteht eine Zulassung zur Reduktion des kardiovaskulären Risikos bei Erwachsenen mit bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung und Übergewicht oder Adipositas, entsprechend den Angaben in Abschnitt 4.[7][6]1 der Fachinformation.

Kontraindikationen sind den jeweiligen Fachinformationen (Abschnitt 4.3) zu entnehmen. Schwangerschaft und Stillzeit schließen die Anwendung beider Wirkstoffe aus. Wichtige Warnhinweise, darunter das Aspirationsrisiko unter Narkose, sind in Abschnitt 4.4 der Fachinformationen aufgeführt.

In Deutschland werden beide Medikamente bei der Indikation Gewichtsmanagement von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet, da sie nach Paragraf 34 SGB V als Lifestyle-Arzneimittel eingestuft sind und die Kosten daher selbst zu tragen sind. Für andere zugelassene Indikationen (zum Beispiel Typ-2-Diabetes) gelten abweichende Erstattungsregelungen; die individuelle Situation sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Die Entscheidung über die Eignung trifft der Arzt im individuellen Gespräch.

Was sollte ich vor dem Arztgespräch über diese Medikamente wissen?

Vor dem Arztgespräch sollten Vorerkrankungen, alle Medikamente, Familienanamnese und Kinderwunsch vollständig dokumentiert werden, da beide Wirkstoffe bei bestimmten Erkrankungen kontraindiziert sind.

Vor einem Gespräch mit dem Hausarzt über Mounjaro oder Wegovy ist es hilfreich, die eigene Krankengeschichte vollständig zusammenzustellen, da beide Wirkstoffe bei bestimmten Vorerkrankungen nicht eingesetzt werden dürfen oder besondere Vorsicht erfordern. Relevante Informationen umfassen:

  • Bestehende Erkrankungen, insbesondere der Bauchspeicheldrüse, der Schilddrüse, der Nieren oder der Augen

  • Alle aktuell eingenommenen Medikamente: Da beide Wirkstoffe die Magenentleerung verlangsamen, kann dies die Aufnahme anderer Arzneimittel beeinflussen (Abschnitte 4.4 und 4.5 der jeweiligen Fachinformation)

  • Familienanamnese hinsichtlich Schilddrüsenerkrankungen oder endokriner Tumoren

  • Kinderwunsch oder Schwangerschaft, da beide Präparate in der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert sind

  • Geplante Operationen oder Eingriffe unter Narkose, da das Aspirationsrisiko erhöht sein kann

Es ist wichtig zu verstehen, dass beide Medikamente keine Monotherapie darstellen, sondern stets als Ergänzung zu Lebensstilanpassungen eingesetzt werden. Die Therapie erfordert regelmäßige ärztliche Kontrollen, unter anderem zur Überwachung von Körpergewicht, Blutzucker (in mg/dL) und möglichen Nebenwirkungen.

In Deutschland sind beide Präparate verschreibungspflichtig. Bei der Indikation Gewichtsmanagement werden sie auf Privatrezept ausgestellt, und die Kosten sind selbst zu tragen. Der Apothekenabgabepreis für verschreibungspflichtige Fertigarzneimittel ist in Deutschland durch die Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) einheitlich geregelt; Preisunterschiede ergeben sich daher nicht aus der Wahl der Apotheke, sondern aus der jeweiligen Wirkstärke und Packungsgröße.

Wer sich unsicher ist, ob eine dieser Therapien infrage kommt, sollte zunächst den Hausarzt aufsuchen, der die individuelle Situation beurteilen und gegebenenfalls an einen Spezialisten überweisen kann.

Wissenschaftliche Quellen

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Häufig gestellte Fragen

Kann ich die Dosis von Mounjaro oder Wegovy selbst anpassen?

Nein, eine eigenmächtige Dosisanpassung ist nicht empfehlenswert. Änderungen am Dosierungsschema sollten stets in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen, da die schrittweise Steigerung gastrointestinale Nebenwirkungen minimieren soll.

Werden Mounjaro und Wegovy von der gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland bezahlt?

Bei der Indikation Gewichtsmanagement werden beide Präparate von gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet und müssen selbst bezahlt werden. Für andere Indikationen wie Typ-2-Diabetes gelten abweichende Erstattungsregelungen, die mit dem Arzt besprochen werden sollten.

Was soll ich tun, wenn ich unter Mounjaro oder Wegovy starke Bauchschmerzen bekomme?

Bei anhaltenden, starken Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen können, ist umgehend ärztliche Hilfe zu suchen, da dies auf eine Pankreatitis hinweisen kann. Im Notfall gilt: Notruf 112 anrufen.


Redaktionelle Hinweise

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