PCOS und PCOM: Unterschied, Diagnose, Therapie
PCOS und PCOM (polyzystische Ovarmorphologie) betreffen viele Frauen im gebärfähigen Alter, werden jedoch häufig verwechselt. Das polyzystische Ovarsyndrom ist eine hormonelle Erkrankung mit Auswirkungen auf Zyklus, Stoffwechsel und Fruchtbarkeit, während PCOM lediglich einen Ultraschallbefund beschreibt. Dieser Artikel erklärt den Unterschied zwischen beiden Begriffen, welche Beschwerden auftreten können, wie die Diagnose in Deutschland gestellt wird und welche Behandlungs- und Lebensstiloptions langfristig helfen.
Zusammenfassung: PCOS ist eine hormonelle Erkrankung, die nach den Rotterdam-Kriterien diagnostiziert wird, während PCOM (polyzystische Ovarmorphologie) ausschließlich einen Ultraschallbefund ohne eigenständigen Krankheitswert beschreibt.
- PCOS wird diagnostiziert, wenn mindestens zwei der drei Rotterdam-Kriterien erfüllt sind: Oligo- oder Anovulation, Androgenüberschuss und polyzystische Ovarmorphologie im Ultraschall.
- PCOM ist ein reiner Ultraschallbefund und kein eigenständiges Krankheitsbild; er kann bei gesunden Frauen vorkommen und erfordert allein keine Behandlung.
- Typische PCOS-Symptome umfassen Zyklusstörungen, Hirsutismus, Akne, Gewichtszunahme und eingeschränkte Fruchtbarkeit.
- Die medikamentöse Therapie richtet sich nach dem individuellen Therapieziel; Metformin und Letrozol sind bei PCOS in Deutschland Off-Label-Anwendungen.
- Frauen mit PCOS haben ein erhöhtes Langzeitrisiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Endometriumhyperplasie und sollten regelmäßig kontrolliert werden.
- Lebensstilanpassungen wie Gewichtsmanagement und regelmäßige Bewegung gelten laut AWMF-Leitlinien als Basis jeder PCOS-Therapie.
Inhaltsverzeichnis
- Was sind PCOS und polyzystische Ovarmorphologie - und wie unterscheiden sie sich?
- Welche Beschwerden können auf PCOS oder eine polyzystische Ovarmorphologie hinweisen?
- Wie wird die Diagnose in Deutschland gestellt?
- Worauf sollten Betroffene bei Medikamenten und Nebenwirkungen achten?
- Leben mit PCOS oder polyzystischer Ovarmorphologie: Was hilft langfristig?
- Wissenschaftliche Quellen
- Häufig gestellte Fragen
Was sind PCOS und polyzystische Ovarmorphologie - und wie unterscheiden sie sich?
PCOS ist eine hormonelle Erkrankung, die mindestens zwei Rotterdam-Kriterien erfordert, während PCOM nur den Ultraschallbefund vergrößerter, follikelreicher Eierstöcke beschreibt und keinen eigenständigen Krankheitswert hat.
Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) und die polyzystische Ovarmorphologie (PCOM, auch PCO-Morphologie genannt) sind zwei verwandte, aber klinisch unterschiedliche Befundkonstellationen, die die Eierstöcke betreffen. PCOS ist eine der häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Es ist durch ein Zusammenspiel aus hormonellen Störungen, Stoffwechselveränderungen und charakteristischen Veränderungen der Eierstöcke gekennzeichnet.
Die Diagnose PCOS wird nach den sogenannten Rotterdam-Kriterien gestellt, wenn mindestens zwei der folgenden drei Merkmale vorliegen:
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Oligo- oder Anovulation (seltener oder ausbleibender Eisprung)
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Klinische oder biochemische Zeichen eines Androgenüberschusses (erhöhte männliche Hormone)
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Polyzystische Ovarmorphologie im Ultraschall
Der Begriff PCOM (polyzystische Ovarmorphologie) beschreibt ausschließlich den Ultraschallbefund, also Eierstöcke mit einer erhöhten Anzahl kleiner Follikel, ohne dass die weiteren klinischen Kriterien eines PCOS erfüllt sein müssen. PCOM ist damit kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Befund, der bei gesunden Frauen, aber auch als Teilbefund bei PCOS auftreten kann. Bei Jugendlichen und in den ersten Jahren nach der ersten Menstruation soll die polyzystische Ovarmorphologie im Ultraschall nicht allein zur PCOS-Diagnosestellung herangezogen werden, da der Befund in dieser Altersgruppe häufig vorkommt und keine Krankheitsbedeutung hat.[3][4]
Die Unterscheidung ist klinisch bedeutsam: PCOM allein erfordert keine Behandlung, während PCOS je nach Beschwerden und Kinderwunsch einer gezielten Therapie bedarf. Beide Begriffe werden im klinischen Alltag und in der Patientenkommunikation häufig verwechselt, weshalb eine sorgfältige ärztliche Einordnung wichtig ist.
Hinweis: Der Begriff „PMOS“ ist in Deutschland nicht standardisiert und wird in aktuellen Leitlinien nicht verwendet. Dieser Artikel verwendet daher die korrekte Bezeichnung PCOM.
Welche Beschwerden können auf PCOS oder eine polyzystische Ovarmorphologie hinweisen?
PCOS kann Zyklusstörungen, Hirsutismus, Akne, Gewichtszunahme und unerfüllten Kinderwunsch verursachen; PCOM allein verursacht in der Regel keine Beschwerden.
PCOS kann sich durch eine Vielzahl von Beschwerden äußern, die von Frau zu Frau sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Zu den häufigsten Symptomen zählen unregelmäßige oder ausbleibende Menstruationsblutungen, Zeichen eines Androgenüberschusses sowie Veränderungen des Körpergewichts und des Stoffwechsels.
Typische Beschwerden, die auf PCOS hinweisen können, umfassen:
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Zyklusstörungen: Zyklen, die länger als 35 Tage dauern (Oligomenorrhö), oder das vollständige Ausbleiben der Menstruation über 90 Tage oder länger (Amenorrhö)
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Androgenisierungszeichen: Vermehrte Körper- und Gesichtsbehaarung (Hirsutismus), Akne, fettige Haut oder androgenetischer Haarausfall
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Gewichtszunahme und Stoffwechselveränderungen: Viele Betroffene berichten über eine Neigung zur Gewichtszunahme, insbesondere im Bauchbereich, sowie über Schwierigkeiten beim Abnehmen
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Unerfüllter Kinderwunsch: Da der Eisprung ausbleibt oder unregelmäßig ist, kann die Fruchtbarkeit eingeschränkt sein
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Psychische Belastung: Depressive Verstimmungen und Angstzustände treten bei Frauen mit PCOS häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung[16][10]
Bei anhaltender Amenorrhö (90 Tage oder länger) oder bei ungewöhnlich starken oder häufigen Zwischenblutungen sollte zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden, da diese Beschwerden einer weiterführenden Abklärung bedürfen.
Bei PCOM ohne weitere PCOS-Kriterien bestehen in der Regel keine spezifischen Beschwerden, da der Ultraschallbefund allein keine Hormonstörung belegt. Frauen, die im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung einen solchen Befund erhalten, sollten diesen gemeinsam mit ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen einordnen lassen, um unnötige Verunsicherung zu vermeiden. Treten jedoch zusätzlich Zyklusstörungen oder Androgenisierungszeichen auf, ist eine weiterführende Abklärung sinnvoll. In Deutschland ist die erste Anlaufstelle hierfür die Hausärztin oder der Hausarzt sowie die gynäkologische Praxis.
| Merkmal | PCOS (Polyzystisches Ovarsyndrom) | PCOM (Polyzystische Ovarmorphologie) |
|---|---|---|
| Definition | Klinisches Syndrom mit hormonellen und metabolischen Störungen | Ausschließlich Ultraschallbefund, kein eigenständiges Krankheitsbild |
| Diagnosekriterien | Mindestens 2 von 3 Rotterdam-Kriterien erforderlich | Mindestens 20 Follikel pro Ovar oder Ovarvolumen mindestens 10 ml im Ultraschall |
| Typische Symptome | Zyklusstörungen, Hirsutismus, Akne, Gewichtszunahme, eingeschränkte Fruchtbarkeit | In der Regel keine spezifischen Beschwerden |
| Hormonveränderungen | Androgenüberschuss klinisch oder biochemisch nachweisbar | Keine Hormonstörung durch Befund allein belegt |
| Behandlungsbedarf | Ja, je nach Beschwerden und Kinderwunsch gezielte Therapie erforderlich | Keine Behandlung erforderlich, ärztliche Einordnung empfohlen |
| Langzeitrisiken | Erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Endometriumhyperplasie | Keine eigenständigen Langzeitrisiken bekannt |
| Besonderheit bei Jugendlichen | Diagnose zurückhaltend stellen, alle Kriterien sorgfältig prüfen | Befund häufig ohne Krankheitsbedeutung, nicht allein zur Diagnose heranziehen |
Wie wird die Diagnose in Deutschland gestellt?
Die Diagnose erfolgt durch Gynäkologinnen oder Gynäkologen anhand der Rotterdam-Kriterien, ergänzt durch Hormonlabor, transvaginalen Ultraschall und Ausschluss anderer Erkrankungen wie Schilddrüsenstörungen oder adrenogenitalem Syndrom.
In Deutschland erfolgt die Diagnose von PCOS in der Regel durch eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen, häufig in Zusammenarbeit mit einer endokrinologischen Praxis. Die Diagnosestellung orientiert sich an den international anerkannten Rotterdam-Kriterien von 2003, die auch in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sowie der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) zugrunde gelegt werden.
Die diagnostische Abklärung umfasst typischerweise folgende Schritte:
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Ausführliche Anamnese: Zyklusanamnese, Beschwerden, Familiengeschichte und Medikamenteneinnahme
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Körperliche Untersuchung: Beurteilung von Körpergewicht, Blutdruck und klinischen Androgenisierungszeichen
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Hormonlabor: Bestimmung von LH, FSH, Testosteron (gesamt und frei), DHEAS, Prolaktin und TSH. Blutzucker wird in mg/dL angegeben. Bei Übergewicht, familiärem Diabetesrisiko, Gestationsdiabetes in der Vorgeschichte oder Kinderwunsch wird ein oraler Glukosetoleranztest (75-g-oGTT) empfohlen; ein HbA1c-Wert kann ergänzend bestimmt werden, ersetzt den oGTT jedoch nicht. Nüchtern-Insulinmessungen zur Beurteilung einer Insulinresistenz sind methodisch schlecht standardisiert und werden in aktuellen Leitlinien nicht routinemäßig empfohlen.[3][15] Ergänzend sollte ein Lipidprofil (Gesamtcholesterin, LDL, HDL, Triglyzeride) bestimmt werden.
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Transvaginaler Ultraschall: Beurteilung der Ovarstruktur nach aktuellen Kriterien (mindestens 20 Follikel pro Ovar bei Verwendung eines Schallkopfs mit mindestens 8 MHz Frequenz, oder ein Ovarvolumen von mindestens 10 ml)
Wichtig ist der Ausschluss anderer Erkrankungen, die ähnliche Symptome verursachen können. Dazu gehören das adrenogenitale Syndrom (nichtklassische Form, Abklärung über 17-Hydroxyprogesteron), eine Schilddrüsenfunktionsstörung, ein Prolaktinom sowie bei entsprechendem klinischen Verdacht ein Cushing-Syndrom.
Eine Diagnose sollte nicht allein auf dem Ultraschallbefund basieren. Bei Jugendlichen sind die Diagnosekriterien und die Bildgebung zurückhaltend anzuwenden, da PCOM in dieser Altersgruppe häufig vorkommt und keine eigenständige Krankheitsbedeutung hat. Frauen, die in Deutschland eine Abklärung wünschen, wenden sich zunächst an ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt, die eine Überweisung zur Fachärztin oder zum Facharzt veranlassen können.
Worauf sollten Betroffene bei Medikamenten und Nebenwirkungen achten?
Die Therapie richtet sich nach dem Therapieziel; Metformin, Letrozol und Spironolacton sind in Deutschland Off-Label, und Cyproteronacetat unterliegt wegen des Meningeomrisikos behördlichen Anwendungsbeschränkungen.
Die medikamentöse Behandlung von PCOS richtet sich nach den individuellen Beschwerden und dem Therapieziel, da es kein einheitliches Medikament gibt, das alle Aspekte des Syndroms gleichzeitig adressiert. Betroffene sollten die Therapie stets gemeinsam mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem behandelnden Arzt planen und keine Medikamente ohne ärztliche Rücksprache einnehmen oder absetzen.
Häufig eingesetzte Medikamente und relevante Hinweise:
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Kombinierte orale Kontrazeptiva (Pille): Werden zur Regulierung des Zyklus und zur Behandlung von Androgenisierungszeichen eingesetzt. Mögliche Nebenwirkungen umfassen Übelkeit, Stimmungsveränderungen, Kopfschmerzen und ein leicht erhöhtes Thromboserisiko. Frauen mit Risikofaktoren sollten dies mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen.
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Metformin: Ein Medikament aus der Diabetestherapie, das bei PCOS zur Beeinflussung des Stoffwechsels eingesetzt werden kann. Die Anwendung bei PCOS ist in Deutschland eine Off-Label-Anwendung, da Metformin für diese Indikation nicht zugelassen ist.[8][9] Häufige Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Durchfall, die sich durch einschleichende Dosierung oft reduzieren lassen. Ob die Kosten in Deutschland von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden, hängt vom Einzelfall und den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ab; dies sollte im Vorfeld mit der Krankenkasse geklärt werden.
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Antiandrogene: Substanzen wie Cyproteronacetat können bei ausgeprägtem Hirsutismus eingesetzt werden. Für Cyproteronacetat besteht ein dosisabhängiges Risiko für Meningeome (gutartige Hirntumoren); die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) haben hierzu Anwendungsbeschränkungen festgelegt, die in der Fachinformation und einem Rote-Hand-Brief beschrieben sind. Antiandrogene dürfen in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, weshalb eine zuverlässige Verhütung notwendig ist. Spironolacton wird bei Hirsutismus ebenfalls eingesetzt; auch dies ist in Deutschland eine Off-Label-Anwendung, die einer sorgfältigen ärztlichen Abwägung und zuverlässiger Verhütung bedarf.
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Ovulationsinduktion bei Kinderwunsch: Clomifen oder Gonadotropine können eingesetzt werden, um den Eisprung anzuregen. Letrozol wird in internationalen Leitlinien zunehmend als Option zur Ovulationsinduktion beschrieben; in Deutschland ist dies ebenfalls eine Off-Label-Anwendung.[17][18] Alle ovulationsinduzierenden Behandlungen bedürfen einer engmaschigen ärztlichen Überwachung und sollten in Deutschland in einer reproduktionsmedizinisch erfahrenen Praxis oder einem spezialisierten Zentrum durchgeführt werden, da Risiken wie Mehrlingsschwangerschaften und ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS) auftreten können.[20][3]
Vermutete unerwünschte Arzneimittelwirkungen können in Deutschland dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet werden. Bei akuten Beschwerden wie starken Bauchschmerzen oder Atemnot ist sofort die 112 zu rufen; für dringende, nicht lebensbedrohliche Fragen steht der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 zur Verfügung.
Leben mit PCOS oder polyzystischer Ovarmorphologie: Was hilft langfristig?
Lebensstilanpassungen wie Gewichtsreduktion und regelmäßige Bewegung bilden die Therapiebasis; langfristig sind Kontrolluntersuchungen auf Diabetes, Bluthochdruck und Endometriumveränderungen empfohlen.
Langfristig profitieren Frauen mit PCOS am stärksten von einem individuell angepassten Lebensstil, der Ernährung, Bewegung und psychosoziale Unterstützung einschließt. Die AWMF-Leitlinien und internationale Empfehlungen betonen, dass Lebensstiländerungen die Basis jeder PCOS-Therapie bilden und medikamentöse Maßnahmen sinnvoll ergänzen, aber nicht ersetzen können.
Bewährte Ansätze im Überblick:
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Gewichtsmanagement: Bereits eine moderate Gewichtsreduktion von 5 bis 10 Prozent des Körpergewichts kann bei übergewichtigen Frauen mit PCOS die Hormonsituation, den Zyklus und die Fruchtbarkeit verbessern.[3][5] Eine kalorienreduzierte, ausgewogene Ernährung mit niedrigem glykämischen Index wird häufig empfohlen.
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Regelmäßige körperliche Aktivität: Ausdauer- und Krafttraining verbessern die Insulinsensitivität und können Androgenisierungszeichen positiv beeinflussen. Empfohlen werden mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, entsprechend den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).[3]
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Endometriumschutz: Bei anhaltender Oligo- oder Amenorrhö besteht ein erhöhtes Risiko für eine Gebärmutterschleimhautverdickung (Endometriumhyperplasie).[3][10] Ärztinnen und Ärzte können in solchen Fällen eine Endometriumprotektion empfehlen, zum Beispiel durch kombinierte orale Kontrazeptiva oder zyklische Gestagengaben. Frauen mit seltenen Blutungen oder ungewöhnlichen Blutungsveränderungen sollten dies ärztlich abklären lassen.
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Psychosoziale Unterstützung: Da PCOS mit einem erhöhten Risiko für Depressionen und Angststörungen verbunden ist, kann eine psychologische Begleitung oder der Austausch in Selbsthilfegruppen hilfreich sein.
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Langzeitüberwachung: Frauen mit PCOS haben ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen.[19][10] Regelmäßige Kontrolluntersuchungen in Deutschland sind daher empfehlenswert, zum Beispiel jährliche Blutdruck- und Lipidkontrollen sowie ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) alle ein bis drei Jahre bei entsprechendem Risikoprofil, gemäß den Empfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der AWMF-Leitlinien. Diese Untersuchungen sind in der Regel in der Hausarztpraxis durchführbar.
Bei PCOM ohne weitere PCOS-Kriterien ist in der Regel keine spezifische Langzeittherapie erforderlich. Dennoch sollten betroffene Frauen bei neu auftretenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Wer in Deutschland Unterstützung sucht, findet erste Anlaufstellen bei der Hausärztin oder dem Hausarzt sowie auf den Informationsseiten von gesund.bund.de und patienten-information.de.
Wissenschaftliche Quellen
- Revised 2003 consensus on diagnostic criteria and long-term health risks related to polycystic ovary syndrome.
- Revised 2003 consensus on diagnostic criteria and long-term health risks related to polycystic ovary syndrome (PCOS).
- S2k-Leitlinie: Diagnostik und Therapie des polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS) – Vollversion.
- S2k-Leitlinie: Diagnostik und Therapie des polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS) – Kurzversion.
- Patientinnen-Leitlinie: Diagnostik und Therapie des Polyendokrinen Metabolischen Ovarialsyndroms (PMOS/PCOS).
- Rote-Hand-Brief zu Cyproteronacetat: Anwendungsbeschränkungen aufgrund des Risikos für Meningeome.
- Cyproteron: Anwendungseinschränkungen aufgrund des Meningeomrisikos.
- Expertengruppe Off-Label-Use nach § 35c SGB V.
- Long/Post-COVID: Vier Wirkstoffe werden im Off-Label-Use bewertet – darunter Metformin.
- Polycystic ovary syndrome.
- An International Consortium Update: Pathophysiology, Diagnosis, and Treatment of Polycystic Ovarian Syndrome in Adolescence.
- Definition and significance of polycystic ovarian morphology: a task force report from the Androgen Excess and Polycystic Ovary Syndrome Society.
- Updated ultrasound criteria for polycystic ovary syndrome: reliable thresholds for elevated follicle population and ovarian volume.
- Ultrasonographic criteria in the diagnosis of polycystic ovary syndrome: a systematic review and diagnostic meta-analysis.
- Interventions for the metabolic dysfunction in polycystic ovary syndrome.
- Depressive and Anxiety Symptoms in Women with Polycystic Ovary Syndrome: A Meta-Analysis.
- Comparison of Letrozole Versus Combination Letrozole and Clomiphene Citrate for Ovulation Induction in Sub Fertile Women with PCOS.
- Comparison of Letrozole and Clomiphene Citrate in Pregnancy Outcomes in Patients with PCOS: A Systematic Review and Meta-analysis.
- Long-term cardiometabolic disease risk in women with PCOS: a systematic review and meta-analysis.
- Cumulative live birth after unstimulated in vitro maturation versus conventional IVF in women with PCOS.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen PCOS und PCOM?
PCOS ist eine hormonelle Erkrankung, die nach den Rotterdam-Kriterien diagnostiziert wird und mindestens zwei von drei Merkmalen erfordert. PCOM bezeichnet ausschließlich den Ultraschallbefund polyzystischer Eierstöcke und hat ohne weitere Kriterien keinen eigenständigen Krankheitswert.
Wie wird PCOS in Deutschland diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt durch eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen anhand der Rotterdam-Kriterien, ergänzt durch Hormonlabor, transvaginalen Ultraschall und den Ausschluss anderer Erkrankungen wie Schilddrüsenstörungen oder adrenogenitalem Syndrom.
Welche Langzeitrisiken bestehen bei PCOS?
Frauen mit PCOS haben ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Endometriumhyperplasie. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen, zum Beispiel ein oraler Glukosetoleranztest alle ein bis drei Jahre, werden gemäß AWMF-Leitlinien empfohlen.
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