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Abnehmspritze wie lange nehmen?

Verfasst von
Bolt Med
Veröffentlicht
08.10.2026
Zuletzt aktualisiert

Abnehmspritze wie lange anwenden, bis Ergebnisse sichtbar sind, und wie lange die Therapie insgesamt dauert, sind zentrale Fragen für alle, die eine Behandlung mit Semaglutid (Wegovy) oder Tirzepatid (Mounjaro) erwägen. Beide GLP-1-basierten Wirkstoffe werden wöchentlich injiziert und schrittweise aufdosiert. Da Adipositas als chronische Erkrankung gilt, ist keine feste maximale Behandlungsdauer vorgesehen. Dieser Artikel erklärt, was Zulassung und Leitlinien zur Therapiedauer sagen, was beim Absetzen passiert und für wen die Behandlung geeignet ist.

Zusammenfassung: Wie lange man die Abnehmspritze nehmen muss, ist nicht fest begrenzt, da Adipositas als chronische Erkrankung gilt und beide zugelassenen Präparate, Wegovy und Mounjaro, auf eine langfristige Anwendung ausgelegt sind.

  • Semaglutid (Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro) sind die einzigen in der EU zugelassenen subkutanen Abnehmspritzen für das Gewichtsmanagement bei Erwachsenen.
  • Die Aufdosierungsphase dauert bei beiden Präparaten etwa 16 bis 20 Wochen, um die Verträglichkeit zu verbessern.
  • Die europäische Zulassung sieht keine maximale Behandlungsdauer vor, da Adipositas eine chronische Erkrankung ist.
  • Nach dem Absetzen nehmen die meisten Betroffenen einen erheblichen Teil des verlorenen Gewichts wieder zu, wie Daten aus den STEP-4- und SURMOUNT-4-Studien zeigen.
  • Beide Präparate sind verschreibungspflichtig, werden von der GKV nicht erstattet und erfordern ein Privatrezept.
  • Ein Absetzen, etwa vor einer geplanten Schwangerschaft, sollte stets in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt erfolgen.

Wie lange muss man die Abnehmspritze nehmen, um Erfolge zu sehen?

Erste messbare Gewichtsveränderungen zeigen sich typischerweise nach einigen Wochen, der maximale Effekt tritt jedoch erst nach mehreren Monaten ein, da die Aufdosierungsphase allein schon 16 bis 20 Wochen dauert.

Erste messbare Gewichtsveränderungen zeigen sich bei den zugelassenen Abnehmspritzen in klinischen Studien typischerweise nach einigen Wochen, wobei der maximale Effekt erst nach mehreren Monaten eintritt. Der Begriff „Abnehmspritze“ bezeichnet im deutschen Sprachraum vor allem die subkutan injizierbaren GLP-1-Rezeptoragonisten Semaglutid (Wegovy) und den dualen GIP/GLP-1-Rezeptoragonisten Tirzepatid (Mounjaro), die beide wöchentlich injiziert werden. Beide Wirkstoffe werden schrittweise auf ihre Zieldosis aufdosiert, um die Verträglichkeit zu verbessern. Diese Aufdosierungsphase dauert bei Semaglutid etwa 16 bis 20 Wochen und bei Tirzepatid etwa 20 Wochen. Es ist wichtig zu unterscheiden, dass dieselben Wirkstoffe in anderen Dosierungen und unter anderen Handelsnamen auch zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen sind; die hier beschriebenen Angaben beziehen sich ausschließlich auf die Zulassung zum Gewichtsmanagement.

Die Gewichtsabnahme ist kein linearer Prozess: In den ersten Wochen ist sie oft deutlicher spürbar, verlangsamt sich dann und kann nach vielen Monaten ein Plateau erreichen. Klinische Studien der STEP- und SURMOUNT-Programme, auf deren Grundlage die Europäische Kommission die Zulassung erteilt hat, liefen über 68 bis 72 Wochen. Ob und wie stark jemand auf die Behandlung anspricht, hängt von individuellen Faktoren wie Ausgangskörpergewicht, Ernährungsgewohnheiten, körperlicher Aktivität und Begleiterkrankungen ab.

Ob eine Therapie fortgeführt werden soll, beurteilt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt auf Basis des individuellen Ansprechens. Für Jugendliche ab zwölf Jahren sieht die Wegovy-Fachinformation (abrufbar über PharmNet.Bund) ein Überprüfungskriterium vor: Wurde nach zwölf Wochen mit der Erhaltungsdosis von 2,4 mg keine Gewichtsabnahme von mindestens fünf Prozent des Ausgangsgewichts erreicht, empfiehlt die Fachinformation, die Weiterführung zu überdenken. Für Erwachsene ist ein solches festes Abbruchkriterium in der deutschen Wegovy-Fachinformation nicht ausgewiesen. Für Tirzepatid (Mounjaro) ist ebenfalls kein verbindliches Überprüfungskriterium nach einer bestimmten Wochenzahl in der deutschen Fachinformation festgelegt; die Entscheidung über Fortführung oder Beendigung liegt stets bei der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.

Behandlungsdauer laut Zulassung und medizinischen Leitlinien

Die EMA-Zulassung für Wegovy und Mounjaro sieht keine maximale Behandlungsdauer vor, da Adipositas als chronische Erkrankung eine langfristige Therapie erfordert.

Die europäische Zulassung für Semaglutid (Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro) sieht keine festgelegte maximale Behandlungsdauer vor, da Adipositas als chronische Erkrankung gilt, die eine langfristige Therapie erfordert. Die Europäische Kommission hat beide Präparate auf Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zugelassen, ergänzend zu einer kalorienreduzierten Ernährung und gesteigerter körperlicher Aktivität. Die Fachinformationen, abrufbar über PharmNet.Bund, beschreiben die Behandlung als Ergänzung zu Ernährungs- und Bewegungsmaßnahmen ohne festgelegte Maximaldauer, was der Chronizität der Erkrankung Rechnung trägt.

Die AWMF-S3-Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas sowie Empfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) betonen, dass eine medikamentöse Gewichtstherapie in ein multimodales Konzept eingebettet sein sollte. Dazu gehören Ernährungsberatung, Bewegungstherapie und gegebenenfalls psychologische Unterstützung. Eine alleinige medikamentöse Behandlung ohne Lebensstilanpassung ist laut Leitlinie nicht zielführend.

In Deutschland werden diese Medikamente für die Gewichtstherapie nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet, da sie nach Paragraf 34 SGB V als sogenannte Lifestyle-Arzneimittel eingestuft sind. Die Kosten müssen Patientinnen und Patienten in Deutschland daher selbst tragen und benötigen ein Privatrezept. Wer eine Behandlung in Betracht zieht, sollte dies zunächst mit der Hausärztin oder dem Hausarzt besprechen, die oder der die individuelle Eignung und den Behandlungsplan beurteilen kann. Eine Selbstmedikation ist bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln nicht möglich.

Was passiert, wenn man die Abnehmspritze absetzt?

Nach dem Absetzen nehmen die meisten Betroffenen einen erheblichen Teil des verlorenen Gewichts wieder zu, weil die pharmakologische Wirkung auf Appetit und Sättigung entfällt.

Nach dem Absetzen einer Abnehmspritze kommt es bei den meisten Betroffenen zu einer Gewichtszunahme, da die pharmakologische Wirkung auf Appetit und Sättigungsgefühl entfällt. Klinische Daten aus der STEP-4-Studie zu Semaglutid zeigen, dass Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer innerhalb eines Jahres nach Therapieende im Mittel einen erheblichen Teil des zuvor verlorenen Gewichts wieder zunahmen. Vergleichbare Beobachtungen liegen aus der SURMOUNT-4-Studie auch für Tirzepatid vor. Dies unterstreicht, warum die Fachinformationen beider Präparate die Behandlung als langfristige Ergänzung zu Ernährungs- und Bewegungsmaßnahmen beschreiben.

Dieses Phänomen ist kein Versagen der Patientinnen und Patienten, sondern spiegelt die biologische Natur der Adipositas wider: Der Körper verfügt über Regulationsmechanismen, die nach Gewichtsverlust auf eine Rückkehr zum früheren Gewicht hinwirken. GLP-1- und GIP-Rezeptoragonisten greifen in diese Mechanismen ein, solange sie angewendet werden. Wird die Behandlung beendet, kehren diese Mechanismen zurück.

Ein Absetzen sollte daher nicht eigenmächtig erfolgen, sondern immer in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt. Gründe für ein geplantes Absetzen können unzureichendes Ansprechen, nicht tolerierbare Nebenwirkungen oder eine geplante Schwangerschaft sein. Die Absetzfristen vor einer geplanten Schwangerschaft unterscheiden sich je nach Präparat: Laut der deutschen Fachinformation von Wegovy (Abschnitt 4.6, abrufbar über PharmNet.Bund) sollte die Behandlung mindestens zwei Monate vor einer geplanten Schwangerschaft beendet werden. Für Mounjaro (Tirzepatid) empfiehlt die entsprechende deutsche Fachinformation (Abschnitt 4.6) in der Regel eine Absetzfrist von mindestens einem Monat vor einer geplanten Schwangerschaft. In beiden Fällen fehlen ausreichende Daten zur Anwendung in der Schwangerschaft, und ein Risiko für das ungeborene Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Welche Nebenwirkungen können während der Anwendung auftreten?

Häufigste Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, die meist vorübergehend sind; seltener, aber klinisch relevant, sind Pankreatitis und Gallenblasenerkrankungen.

Die häufigsten Nebenwirkungen der zugelassenen Abnehmspritzen betreffen den Magen-Darm-Trakt und treten vor allem zu Beginn der Behandlung und bei Dosissteigerungen auf. Laut den Fachinformationen von Wegovy und Mounjaro (abrufbar über PharmNet.Bund) zählen dazu:

  • Übelkeit und Erbrechen (sehr häufig, bei mehr als zehn Prozent der Anwenderinnen und Anwender)

  • Durchfall und Verstopfung

  • Bauchschmerzen und Blähungen

  • Verminderter Appetit

Diese Beschwerden sind in der Regel vorübergehend und klingen nach einigen Wochen ab. Die schrittweise Aufdosierung soll helfen, sie zu minimieren.

Seltener, aber klinisch bedeutsam, sind folgende Risiken, über die die Fachinformationen informieren:

  • Akute Pankreatitis: Fälle wurden berichtet. Bei anhaltenden starken Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen können, ist umgehend ärztliche Hilfe zu suchen. In Deutschland gilt: Bei starken akuten Beschwerden den Notruf 112 anrufen.

  • Gallenblasenerkrankungen: Gallensteine und Gallenblasenentzündungen wurden berichtet.

  • Herzfrequenzanstieg: Ein leichter Anstieg der Ruheherzfrequenz ist möglich.

  • Diabetische Retinopathie: Bei Patientinnen und Patienten mit vorbestehender proliferativer oder präproliferativer diabetischer Retinopathie kann eine rasche Blutzuckersenkung vorübergehend zu einer Verschlechterung führen. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind in dieser Gruppe besonders wichtig.

  • Hypoglykämie bei Kombination mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen: Wer diese Abnehmspritzen zusammen mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen einnimmt, hat ein erhöhtes Risiko für Unterzuckerungen. Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt kann die Dosierung der begleitenden Medikamente entsprechend anpassen.

  • Aspirationsrisiko unter Narkose oder tiefer Sedierung: Da diese Wirkstoffe die Magenentleerung verlangsamen können, besteht bei Narkosen oder tiefer Sedierung ein erhöhtes Aspirationsrisiko. Patientinnen und Patienten sollten ihre Ärztin oder ihren Arzt sowie das Anästhesieteam vor einem geplanten Eingriff über die Behandlung informieren.

Verdächtige Nebenwirkungen können in Deutschland dem BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) gemeldet werden. Bei unklaren oder anhaltenden Beschwerden sollte die Hausärztin oder der Hausarzt kontaktiert werden.

Wann ist eine Abnehmspritze überhaupt geeignet - und für wen nicht?

Die Zulassung gilt für Erwachsene ab einem BMI von 30 kg/m² oder ab 27 kg/m² mit mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung; Schwangere und Stillende dürfen die Präparate laut Fachinformation nicht anwenden.

Eine Abnehmspritze ist laut Zulassung für Erwachsene geeignet, die einen Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 30 kg/m² aufweisen, oder ab einem BMI von 27 kg/m², wenn mindestens eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Dyslipidämie vorliegt. Diese Kriterien gelten für Semaglutid (Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro) gleichermaßen, wie in den jeweiligen deutschen Fachinformationen (Abschnitt 4.1, abrufbar über PharmNet.Bund) festgelegt. Die Entscheidung über die Eignung trifft ausschließlich die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt auf Basis einer individuellen Anamnese.

Es gibt Personengruppen, für die diese Medikamente laut den deutschen Fachinformationen nicht geeignet sind oder bei denen besondere Vorsicht geboten ist:

  • Schwangere und stillende Frauen: Die Anwendung wird laut Fachinformation während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung eine wirksame Verhütung anwenden.

  • Personen mit schwerer Niereninsuffizienz oder schwerer Leberinsuffizienz: Hier liegen begrenzte Daten vor; die Anwendung ist mit besonderer Vorsicht zu beurteilen.

  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Die Zulassung gilt grundsätzlich für Erwachsene. Für Jugendliche ab zwölf Jahren besteht für Wegovy eine separate Zulassung unter bestimmten Voraussetzungen (unter anderem BMI-Perzentile und Mindestgewicht); die genauen Kriterien sind der deutschen Fachinformation zu entnehmen.

Auch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln müssen ärztlich bewertet werden. Bei oralen Kontrazeptiva ist zu beachten, dass die verlangsamte Magenentleerung die Resorption beeinflussen kann. Für Tirzepatid (Mounjaro) empfiehlt die Fachinformation, nach Beginn der Behandlung und nach jeder Dosissteigerung für mindestens vier Wochen zusätzlich eine nicht-orale oder eine Barriere-Verhütungsmethode anzuwenden, da die Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva vorübergehend beeinträchtigt sein kann. Wer prüfen möchte, ob eine solche Behandlung infrage kommt, sollte zunächst die Hausärztin oder den Hausarzt aufsuchen, die oder der alle relevanten Faktoren beurteilen kann.

Frequently Asked Questions

Wie lange dauert es, bis die Abnehmspritze wirkt?

Erste messbare Gewichtsveränderungen zeigen sich in klinischen Studien typischerweise nach einigen Wochen. Der maximale Effekt tritt erst nach mehreren Monaten ein, da die Aufdosierungsphase bei Wegovy und Mounjaro jeweils etwa 16 bis 20 Wochen dauert.

Muss man die Abnehmspritze dauerhaft nehmen?

Eine feste maximale Behandlungsdauer ist in der europäischen Zulassung nicht vorgesehen, da Adipositas als chronische Erkrankung gilt. Klinische Daten zeigen jedoch, dass nach dem Absetzen ein erheblicher Teil des verlorenen Gewichts wieder zugenommen wird, weshalb die Entscheidung über Fortführung oder Beendigung stets ärztlich begleitet werden sollte.

Wer darf die Abnehmspritze nicht nehmen?

Schwangere und stillende Frauen dürfen Wegovy und Mounjaro laut Fachinformation nicht anwenden. Auch bei schwerer Nieren- oder Leberinsuffizienz ist besondere Vorsicht geboten. Die individuelle Eignung beurteilt ausschließlich die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.


Redaktionelle Hinweise

Die medizinischen Informationen auf dieser Seite beruhen auf anerkannten, evidenzbasierten Quellen und werden regelmäßig auf Richtigkeit und Aktualität geprüft. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information.

Haftungsausschluss

Diese Informationen ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich bei Beschwerden oder Fragen an Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder Ihre Apotheke. Diese Seite ist eine Information und kein Angebot: ob eine Behandlung geeignet ist, wird in einer medizinischen Konsultation beurteilt.