Banane bei Insulinresistenz: Tipps und Fakten
Banane bei Insulinresistenz: Darf man sie essen oder lieber meiden? Diese Frage beschäftigt viele Menschen, die mit erhöhten Blutzuckerwerten oder einem Prädiabetes konfrontiert sind. Bananen gelten als kohlenhydratreich, enthalten aber auch Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Ob und wie sie in eine insulinresistenzgerechte Ernährung passen, hängt von Reifegrad, Portionsgröße und der Kombination mit anderen Lebensmitteln ab. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Zusammenhänge auf Basis aktueller Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft und der DGE.
Zusammenfassung: Bananen sind bei Insulinresistenz nicht verboten, sollten aber in kleinen Portionen, leicht unreif und kombiniert mit Proteinen oder gesunden Fetten gegessen werden.
- Eine mittelgroße Banane enthält etwa 20 bis 25 g Kohlenhydrate und hat je nach Reifegrad einen glykämischen Index von etwa 42 bis 62.
- Leicht unreife Bananen enthalten mehr resistente Stärke, die den Blutzucker kaum erhöht und die Insulinsensitivität positiv beeinflussen kann.
- Die Kombination mit Proteinen oder gesunden Fetten verlangsamt die Zuckeraufnahme und führt zu einem flacheren Blutzuckeranstieg.
- Deutsche Leitlinien der DDG und DGE empfehlen kein pauschales Obstverbot, sondern betonen Portionsgröße, Ballaststoffgehalt und Ernährungsqualität insgesamt.
- Fruchtsäfte und Smoothies aus Bananen sind weniger geeignet als die ganze Frucht, da Ballaststoffe weniger wirksam sind.
- Bei wiederholt erhöhten Blutzuckerwerten sollte die Ernährungsplanung mit dem Hausarzt oder einer Ernährungsfachkraft abgestimmt werden.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Insulinresistenz und wie beeinflusst Ernährung den Blutzucker?
- Wie viel Zucker steckt in einer Banane - und was bedeutet das für den Insulinspiegel?
- Darf ich als Betroffener überhaupt Bananen essen?
- Glykämischer Index und Reifegrad: Was Studien zur Banane zeigen
- Welche Obstsorten empfehlen deutsche Ernährungsexperten bei Insulinresistenz?
- Praktische Tipps: Bananen sinnvoll in den Alltag einbauen
- Wissenschaftliche Quellen
- Häufig gestellte Fragen
Was ist Insulinresistenz und wie beeinflusst Ernährung den Blutzucker?
Bei Insulinresistenz reagieren Körperzellen weniger auf Insulin, sodass der Blutzucker langsamer abgebaut wird. Ballaststoffreiche, wenig verarbeitete Lebensmittel helfen laut DDG und AWMF-Leitlinie, den Blutzuckerverlauf zu verbessern.
Insulinresistenz bedeutet, dass die Körperzellen weniger empfindlich auf das Hormon Insulin reagieren, sodass der Blutzucker nach einer Mahlzeit langsamer abgebaut wird und der Insulinspiegel häufig über längere Zeit erhöht bleibt. Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und ermöglicht normalerweise, dass Glukose aus dem Blut in die Muskel-, Fett- und Leberzellen aufgenommen wird.[3] Reagieren diese Zellen nicht mehr ausreichend auf das Signal, muss die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin ausschütten, um denselben Effekt zu erzielen. Langfristig kann dies zu einem Typ-2-Diabetes führen.
Die Ernährung spielt bei der Insulinresistenz eine zentrale Rolle, weil kohlenhydratreiche Mahlzeiten den Blutzucker (gemessen in mg/dL) besonders stark ansteigen lassen. Je schneller Kohlenhydrate verdaut und ins Blut aufgenommen werden, desto steiler ist der Blutzuckeranstieg und desto mehr Insulin wird benötigt. Ballaststoffe, Fette und Proteine verlangsamen diesen Prozess und führen zu einem flacheren Blutzuckerverlauf.
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und die AWMF-Leitlinie zur Ernährung in der Diabetesbehandlung (AWMF 057-017) betonen bei Insulinresistenz und Prädiabetes vor allem die Qualität der Ernährung: ein hoher Anteil an Ballaststoffen, Vollkornprodukten und wenig verarbeiteten Lebensmitteln wird empfohlen. Fixe Prozentvorgaben für den Kohlenhydratanteil werden in diesen Leitlinien nicht als vorrangiges Steuerungsinstrument genannt. Dabei geht es nicht darum, einzelne Lebensmittel pauschal zu verbieten, sondern die Gesamtqualität der Ernährung zu verbessern.
In Deutschland erfolgt die Abklärung einer Insulinresistenz oder eines Prädiabetes beim Hausarzt, der bei Bedarf an eine diabetologische Schwerpunktpraxis oder eine qualifizierte Ernährungsberatung überweisen kann. Orientierungswerte für die Diagnostik in Deutschland sind unter anderem der Nüchternblutzucker (in mg/dL), der orale Glukosetoleranztest (OGTT) und der HbA1c-Wert; die genaue Einordnung nimmt der behandelnde Arzt vor.
Wie viel Zucker steckt in einer Banane - und was bedeutet das für den Insulinspiegel?
Eine mittelgroße Banane enthält etwa 20 bis 25 g Kohlenhydrate; der Einfluss auf den Insulinspiegel hängt von Reifegrad, Portionsgröße und der Kombination mit anderen Lebensmitteln ab.
Eine mittelgroße Banane (etwa 120 g essbares Fruchtfleisch) enthält laut Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) rund 20 bis 25 g Kohlenhydrate, davon etwa 12 bis 15 g in Form von Glukose, Fruktose und Saccharose. Damit gehört die Banane zu den kohlenhydratreicheren Obstsorten, was bei Insulinresistenz relevant ist, aber nicht automatisch bedeutet, dass sie gemieden werden muss. Die genauen Werte variieren je nach Sorte und Reifegrad.
Der Einfluss auf den Insulinspiegel hängt von mehreren Faktoren ab:
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Reifegrad: Eine reife, gelbe Banane enthält mehr freie Zucker als eine noch leicht grüne Banane, die einen höheren Anteil an resistenter Stärke aufweist.
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Portionsgröße: Eine halbe Banane erhöht den Blutzucker deutlich weniger als eine ganze.
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Kombination mit anderen Lebensmitteln: Wird die Banane zusammen mit Proteinen (z. B. Naturjoghurt) oder gesunden Fetten (z. B. Nüssen) gegessen, verlangsamt sich die Zuckeraufnahme ins Blut.
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Ballaststoffgehalt: Bananen liefern etwa 2 bis 3 g Ballaststoffe pro 100 g, die den Blutzuckeranstieg etwas abpuffern.[9]
Für Menschen mit Insulinresistenz bedeutet dies: Eine Banane löst zwar einen messbaren Blutzuckeranstieg aus, dieser ist jedoch durch die genannten Faktoren beeinflussbar. Ein pauschales Verbot ist ernährungswissenschaftlich nicht begründet. Wer seinen Blutzucker selbst misst, sollte dies nach ärztlicher Rücksprache und mit einer klaren Fragestellung tun, da eine Selbstmessung ohne ärztliche Zielsetzung in Deutschland nicht dem Standardvorgehen bei Insulinresistenz entspricht.
| Faktor | Günstigere Wahl | Weniger günstige Wahl | Empfehlung bei Insulinresistenz |
|---|---|---|---|
| Reifegrad | Leicht unreif, grünlich (GI ca. 42, mehr resistente Stärke) | Vollreif, gelb bis braun gefleckt (GI ca. 62, mehr freie Zucker) | Leicht grüne Bananen bevorzugen; vollreife nur in kleinen Portionen |
| Portionsgröße | Halbe Banane (ca. 60 g, ca. 10 bis 12 g Kohlenhydrate) | Ganze Banane (ca. 120 g, ca. 20 bis 25 g Kohlenhydrate) | Halbe Portion wählen, besonders bei erhöhten Nüchternblutzuckerwerten |
| Kombination mit anderen Lebensmitteln | Mit Naturjoghurt, Nüssen, Hüttenkäse oder Haferflocken | Allein oder als Saft bzw. Smoothie | Protein und gesunde Fette kombinieren, um Blutzuckeranstieg abzuflachen |
| Zubereitungsform | Ganze, frische Banane | Püriert, gepresst oder als Smoothie (Zellstruktur zerstört) | Ganze Frucht bevorzugen; Säfte und Smoothies meiden (IQWiG-Hinweis) |
| Zeitpunkt des Verzehrs | Nach körperlicher Aktivität (erhöhte Insulinsensitivität der Muskelzellen) | Bewegungsarm, abends oder als alleinige Mahlzeit | Kleine Banane nach dem Sport kann besser verwertet werden (DDG-Empfehlung) |
| Ballaststoffgehalt | Ca. 2 bis 3 g pro 100 g; puffert Blutzuckeranstieg etwas ab | Fruchtsaft: kein Ballaststoffgehalt, schnelle Zuckeraufnahme | Ganze Frucht liefert Ballaststoffe; Saft ist weniger geeignet (DGE) |
| Alternativen mit niedrigerem GI | Beeren (GI ca. 25 bis 40), Äpfel, Birnen (GI ca. 35 bis 45), Kirschen (GI ca. 22) | Wassermelone, Datteln (hoher GI) | Beeren und Äpfel sind stoffwechselphysiologisch günstiger; Banane bleibt vertretbar |
Darf ich als Betroffener überhaupt Bananen essen?
Menschen mit Insulinresistenz dürfen Bananen essen. Empfohlen werden kleinere Portionen, leicht unreife Früchte und die Kombination mit Proteinen oder Nüssen.
Menschen mit Insulinresistenz dürfen Bananen essen, sollten dabei jedoch auf Portionsgröße, Reifegrad und die Kombination mit anderen Lebensmitteln achten. Ein generelles Verbot ist weder durch die Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft noch durch die AWMF-Empfehlungen zur Ernährung bei Insulinresistenz gedeckt. Obst liefert neben Kohlenhydraten auch Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe, die im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung wertvoll sind.
Entscheidend ist die individuelle Stoffwechsellage. Wer bereits erhöhte Nüchternblutzuckerwerte oder eine gestörte Glukosetoleranz hat, reagiert möglicherweise empfindlicher auf kohlenhydratreiche Mahlzeiten als jemand mit einer milden Insulinresistenz ohne weitere Auffälligkeiten. Daher empfiehlt es sich, die eigene Reaktion auf Bananen im Alltag zu beobachten, idealerweise im Gespräch mit dem Hausarzt oder einer Ernährungsfachkraft.
Praktisch bewährt hat sich folgendes Vorgehen:
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Kleinere Portionen wählen: Eine halbe Banane statt einer ganzen.
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Kombination beachten: Banane mit Quark, Nüssen oder Samen kombinieren, um den Blutzuckeranstieg abzuflachen.
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Zeitpunkt berücksichtigen: Nach körperlicher Aktivität ist die Insulinsensitivität der Muskelzellen erhöht, sodass Kohlenhydrate besser verwertet werden.
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Weniger reife Bananen bevorzugen: Leicht grüne Bananen haben einen niedrigeren glykämischen Index als vollreife; vollreife Bananen können in kleineren Portionen und in Kombination mit anderen Lebensmitteln gegessen werden.
Wer in Deutschland wiederholt erhöhte Nüchternblutzuckerwerte, einen auffälligen OGTT oder anhaltende Symptome wie Müdigkeit, starkes Hungergefühl kurz nach dem Essen oder Konzentrationsprobleme bemerkt, sollte dies beim Hausarzt abklären lassen und nicht allein durch Ernährungsanpassungen zu kompensieren versuchen.
Glykämischer Index und Reifegrad: Was Studien zur Banane zeigen
Der glykämische Index der Banane liegt je nach Reifegrad zwischen etwa 42 und 62. Unreife Bananen mit mehr resistenter Stärke sind stoffwechselphysiologisch günstiger als vollreife.
Der glykämische Index (GI) einer Banane liegt je nach Reifegrad zwischen etwa 42 (leicht unreif, grünlich) und 62 (vollreif, gelb mit braunen Flecken), was sie im mittleren Bereich der GI-Skala positioniert. Diese Werte entstammen der Glycemic Index Database der Universität Sydney, die als Primärquelle für GI-Angaben gilt; die genauen Werte variieren je nach Messmethode, Sorte und Portionsgröße. Der glykämische Index beschreibt, wie stark ein Lebensmittel den Blutzucker im Vergleich zu reiner Glukose (GI 100) ansteigen lässt. Ergänzend dazu gibt die glykämische Last (GL) an, wie viel verwertbare Kohlenhydrate eine typische Portion tatsächlich enthält, und ist damit für die Praxis aussagekräftiger.
Unreife Bananen enthalten einen höheren Anteil an resistenter Stärke. Resistente Stärke wird im Dünndarm nicht vollständig verdaut, gelangt in den Dickdarm und wirkt dort ähnlich wie ein Ballaststoff. Sie erhöht den Blutzucker kaum. Hinweise aus kleineren Studien deuten darauf hin, dass resistente Stärke die Insulinsensitivität positiv beeinflussen könnte; die Evidenz hierzu ist jedoch begrenzt und basiert überwiegend auf kurz- bis mittelfristigen Untersuchungen mit kleinen Teilnehmerzahlen.
Mit zunehmendem Reifegrad wird resistente Stärke enzymatisch in freie Zucker umgewandelt, was den GI ansteigen lässt.[9][7] Für Menschen mit Insulinresistenz bedeutet dies konkret:
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Leicht unreife Bananen (noch etwas grünlich) sind stoffwechselphysiologisch günstiger.
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Vollreife Bananen (gelb bis braun gefleckt) enthalten mehr freie Zucker und lassen den Blutzucker schneller ansteigen.
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Die Portionsgröße beeinflusst die glykämische Last stärker als der GI allein.
Es ist wichtig zu betonen, dass der GI eines einzelnen Lebensmittels im Kontext einer gemischten Mahlzeit an Bedeutung verliert, da Fette, Proteine und Ballaststoffe den Gesamtanstieg des Blutzuckers dämpfen. Deutsche Leitlinien (DDG, NVL Typ-2-Diabetes) empfehlen daher, den GI nicht als alleiniges Steuerungsinstrument zu verwenden, sondern die Gesamtqualität der Ernährung in den Vordergrund zu stellen.[1][2]
Welche Obstsorten empfehlen deutsche Ernährungsexperten bei Insulinresistenz?
DGE und DDG empfehlen ballaststoffreiche Obstsorten wie Beeren, Äpfel und Birnen. Zwei Portionen Obst täglich sind auch bei Insulinresistenz sinnvoll; Fruchtsäfte sind weniger geeignet.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) empfehlen bei Insulinresistenz und Prädiabetes eine Ernährung mit hohem Ballaststoffgehalt, viel Gemüse und Obst sowie wenig verarbeiteten Lebensmitteln. Der glykämische Index einzelner Obstsorten wird in deutschen Leitlinien nicht als vorrangiges Auswahlkriterium genannt; entscheidender sind Portionsgröße, Ballaststoffgehalt und der Kontext der Gesamtmahlzeit. Obstsorten mit hohem Ballaststoffgehalt und moderatem Kohlenhydratgehalt pro Portion sind im Alltag gut geeignet.
Eine Übersicht häufig genannter Obstsorten:
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Beeren (Heidelbeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren): Niedriger GI (etwa 25 bis 40, Werte variieren je nach Sorte und Quelle), hoher Ballaststoff- und Polyphenolgehalt, wenig Kalorien.
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Äpfel und Birnen: Mittlerer GI (etwa 35 bis 45), reich an Pektin (lösliche Ballaststoffe), die die Zuckeraufnahme verlangsamen.
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Kirschen: Niedriger GI (etwa 22), enthalten Anthocyane, denen in Laborstudien eine positive Wirkung auf die Insulinsensitivität zugeschrieben wird; die klinische Evidenz beim Menschen ist begrenzt.
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Grapefruit: Niedriger GI (etwa 25), jedoch sind Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten möglich; bei Medikamenteneinnahme ist ärztliche Rücksprache empfehlenswert.[4]
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Bananen (leicht unreif): Mittlerer GI, in moderaten Mengen und in Kombination mit anderen Lebensmitteln vertretbar.
Obstsorten mit hohem GI wie Wassermelone oder Datteln sollten bei Insulinresistenz eher in kleinen Mengen und in Kombination mit anderen Lebensmitteln gegessen werden. Bei Wassermelone ist zu beachten, dass die glykämische Last pro üblicher Portion (etwa 150 g) trotz hohem GI moderat ausfällt, da der Wassergehalt hoch und der Kohlenhydratgehalt je Portion gering ist. Grundsätzlich gilt: Zwei Portionen Obst täglich (je etwa 150 g) sind im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung auch bei Insulinresistenz sinnvoll (DGE-Empfehlung). Fruchtsäfte sind wegen des fehlenden Ballaststoffgehalts und der schnellen Zuckeraufnahme weniger geeignet als ganze Früchte.
Praktische Tipps: Bananen sinnvoll in den Alltag einbauen
Halbe Portionen, leicht unreife Bananen und die Kombination mit Naturjoghurt oder Nüssen helfen, den Blutzuckeranstieg zu begrenzen. Nach körperlicher Aktivität werden Kohlenhydrate besser verwertet.
Bananen lassen sich bei Insulinresistenz sinnvoll in den Alltag einbauen, wenn einige einfache Grundregeln beachtet werden. Der wichtigste Faktor ist die Kombination: Eine Banane zusammen mit einer Proteinquelle oder gesunden Fetten zu essen, verlangsamt die Verdauung und führt zu einem flacheren Blutzuckeranstieg.
Konkrete Alltagsempfehlungen:
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Halbe Portionen wählen: Eine halbe Banane als Teil eines ausgewogenen Frühstücks, zum Beispiel mit Haferflocken und Nüssen, ist eine gute Möglichkeit, den Blutzuckeranstieg zu begrenzen.
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Kombination mit Proteinen: Banane mit Naturjoghurt (ohne Zuckerzusatz), Hüttenkäse oder einer kleinen Handvoll Mandeln kombinieren.
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Leicht unreife Bananen bevorzugen: Bananen kaufen, wenn sie noch leicht grünlich sind, und nicht bis zur vollständigen Reife warten.
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Nach dem Sport: Körperliche Aktivität verbessert die Insulinsensitivität der Muskelzellen; eine kleine Banane nach dem Training kann dann besser verwertet werden. Dieser Zusammenhang ist in der NVL Typ-2-Diabetes und den DDG-Empfehlungen zu Bewegung und Stoffwechsel beschrieben.
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Keine Fruchtsäfte oder Smoothies: Pürierte oder gepresste Bananen lassen den Blutzucker schneller ansteigen als die ganze Frucht, da die Zellstruktur zerstört wird und Ballaststoffe weniger wirksam sind; dies entspricht den Hinweisen von IQWiG/gesundheitsinformation.de zur Ernährung bei Diabetes.
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Tiefkühlbananen mit Bedacht: Gefrorene Bananenstücke als Basis für Desserts sind möglich, aber die Portionsgröße bleibt entscheidend.
Bei Fragen zur persönlichen Ernährungsplanung ist der Hausarzt in Deutschland die erste Anlaufstelle. Er kann bei Bedarf an eine qualifizierte Ernährungsberatung oder eine diabetologische Schwerpunktpraxis überweisen. Weiterführende, laienverständliche Informationen zu Ernährung bei Insulinresistenz und Prädiabetes bieten gesund.bund.de und gesundheitsinformation.de (IQWiG).
Wissenschaftliche Quellen
- Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes (NVL-001).
- AWMF 057-017: Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle bei Diabetes mellitus – Ernährungsmedizin.
- Baustein der insulinfreien Glukoseaufnahme im Muskel (Gelbe Liste Diabetologie).
- Arzneimittel-Interaktionen mit Nahrungsmitteln – Grapefruit/CYP3A (Gelbe Liste).
- Ausdauersport und Krafttraining bei Typ-2-Diabetes (Gelbe Liste).
- Ergebnisbericht gemäß Nr. 14.1 ANBest-IF (P-SUP) – Körperliche Aktivität und Insulinresistenz.
- Bioaccessibility of Phenolic Compounds, Resistant Starch, and Dietary Fibers from Australian Green Banana during In Vitro Digestion and Colonic Fermentation. Molecules. 2024..
- Colonic Fermentation of Unavailable Carbohydrates from Unripe Banana and its Influence over Glycemic Control. Plant Foods Hum Nutr. 2015..
- Functional Properties and Postharvest Utilization of Commercial and Noncommercial Banana Cultivars. Compr Rev Food Sci Food Saf. 2021..
- Effects of resistant starch on blood pressure and autonomic function in women with the risk of metabolic syndrome: A randomized double-blind pilot study. J Int Med Res. 2025..
- Optimised carbohydrate dietary intervention for improving metabolic health in adults with prediabetes: study protocol for a multicentre randomised controlled trial. BMJ Open. 2025..
- Tart cherries and metabolic health (Frontiers in Nutrition). 2025..
- The Impact of Cornelian Cherry on insulin sensitivity – meta-analysis. Nutrients. 2024..
Häufig gestellte Fragen
Welche Banane ist bei Insulinresistenz besser: reif oder unreif?
Leicht unreife, noch etwas grünliche Bananen sind bei Insulinresistenz günstiger, da sie mehr resistente Stärke und weniger freie Zucker enthalten und damit den Blutzucker langsamer ansteigen lassen als vollreife Bananen.
Wie viel Banane darf ich bei Insulinresistenz essen?
Eine halbe mittelgroße Banane pro Portion ist ein praktikabler Richtwert. Kombiniert mit Proteinen wie Naturjoghurt oder Nüssen wird der Blutzuckeranstieg zusätzlich abgepuffert. Die individuelle Verträglichkeit sollte mit dem Hausarzt besprochen werden.
Sind Bananensmoothies bei Insulinresistenz erlaubt?
Bananensmoothies sind weniger geeignet als die ganze Frucht, da durch das Pürieren die Zellstruktur zerstört wird und Ballaststoffe weniger wirksam den Blutzuckeranstieg bremsen. Die ganze Banane in kleiner Portion ist die bessere Wahl.
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