Abnehmen
13
 Min. Lesezeit

Endokrinologie PCOS: Diagnose und Therapie

Verfasst von
Bolt Med
Veröffentlicht
05.11.2026
Zuletzt aktualisiert
05.11.2026

Endokrinologie und PCOS sind untrennbar miteinander verbunden: Das polyzystische Ovarsyndrom ist die häufigste hormonelle Stoffwechselerkrankung bei Frauen im gebärfähigen Alter und betrifft weit mehr als nur die Eierstöcke. Erhöhte Androgenspiegel, Insulinresistenz und Störungen der Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse machen PCOS zu einem komplexen endokrinologischen Syndrom. Dieser Artikel erklärt, welche Hormonstörungen vorliegen, wie die Diagnose in Deutschland gestellt wird, welche Therapien zur Verfügung stehen und wann eine spezialisierte Fachpraxis aufgesucht werden sollte.

Zusammenfassung: PCOS ist ein komplexes endokrinologisches Syndrom, das durch erhöhte Androgenspiegel, Insulinresistenz und Zyklusstörungen gekennzeichnet ist und einer spezialisierten hormonellen Abklärung bedarf.

  • PCOS betrifft schätzungsweise 5 bis 15 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter und wird anhand der Rotterdam-Kriterien diagnostiziert.
  • Typische Hormonstörungen umfassen Hyperandrogenämie, Insulinresistenz und ein verschobenes LH-zu-FSH-Verhältnis.
  • Die Diagnose erfordert den Ausschluss von Differenzialdiagnosen wie Hypothyreose, Hyperprolaktinämie und adrenogenitalem Syndrom.
  • Therapieoptionen umfassen Lebensstiländerungen, hormonelle Kontrazeptiva, Metformin (Off-Label) und Antiandrogene, jeweils mit spezifischen Nebenwirkungsprofilen.
  • Bei unklaren Befunden, ausgeprägter Virilisierung oder metabolischen Begleiterkrankungen ist eine endokrinologische Fachpraxis aufzusuchen.
  • Cyproteronacetat ist mit einem dosisabhängigen Meningeomrisiko assoziiert; EMA und BfArM haben verbindliche Sicherheitshinweise herausgegeben.

Was ist PCOS und welche Rolle spielt die Endokrinologie?

PCOS ist ein komplexes endokrinologisches Syndrom mit genetischen, metabolischen und hormonellen Ursachen, das Gynäkologie, Endokrinologie und Diabetologie gemeinsam betrifft.

Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist die häufigste hormonelle Stoffwechselerkrankung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Je nach verwendeten Diagnosekriterien werden in der Literatur Prävalenzschätzungen von etwa 5 bis 15 Prozent angegeben; die genaue Häufigkeit in Deutschland hängt davon ab, welche Kriterien zugrunde gelegt werden (Rotterdam-Kriterien, NIH-Kriterien oder AES-Kriterien). Es handelt sich nicht um eine reine gynäkologische Erkrankung, sondern um ein komplexes endokrinologisches Syndrom, das Stoffwechsel, Reproduktionssystem und kardiovaskuläre Risikofaktoren beeinflusst. Ob PCOS auch das Risiko für klinische kardiovaskuläre Ereignisse erhöht, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt; belegt ist jedoch eine Häufung von Risikofaktoren wie Insulinresistenz, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen. Die Endokrinologie befasst sich mit Hormonen und deren Wechselwirkungen im Körper und ist daher zentral für das Verständnis und die Behandlung des PCOS.

Der Begriff „polyzystisch“ beschreibt das häufig im Ultraschall sichtbare Bild der Eierstöcke mit zahlreichen kleinen Follikeln, die nicht vollständig ausreifen. Wichtig zu verstehen ist, dass diese Follikel keine klassischen Zysten im medizinischen Sinne sind. Nicht jede Frau mit diesem Ultraschallbefund hat zwingend ein PCOS, und umgekehrt kann PCOS auch ohne diesen Befund vorliegen.

Bei Jugendlichen kurz nach der ersten Regelblutung (Menarche) ist die Diagnose besonders schwierig: Ultraschallbefunde allein sind in dieser Phase wenig aussagekräftig, da polyzystisch wirkende Ovarien auch bei gesunden Adoleszentinnen vorkommen. Hier empfehlen Leitlinien eine längere Beobachtungszeit und eine zurückhaltende Anwendung der Diagnosekriterien.

Die Ursachen des PCOS sind multifaktoriell: Genetische Veranlagung, Insulinresistenz, erhöhte Androgenspiegel und Störungen der Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse spielen zusammen. Weil diese Mechanismen eng miteinander verknüpft sind, erfordert die Betreuung von Betroffenen häufig eine enge Zusammenarbeit zwischen Gynäkologie, Endokrinologie und gegebenenfalls Diabetologie. In Deutschland stehen spezialisierte endokrinologische Fachpraxen und Universitätsambulanzen für die weiterführende Diagnostik und Therapie zur Verfügung.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Parameter / Methode: Zyklusanamnese, BMI, Blutdruck, klinische Androgenisierungszeichen

Zweck: Ersteinschätzung, Symptomerfassung

Hinweise: Hirsutismus, Akne und Gewichtsverlauf dokumentieren

Androgendiagnostik

Parameter / Methode: Gesamt-Testosteron, SHBG, freier Androgenindex (FAI), DHEAS

Zweck: Nachweis einer Hyperandrogenämie

Hinweise: FAI bevorzugte Methode laut Leitlinie; alleinige Insulinmessung nicht leitlinienkonform

Hormonelles Basislabor

Parameter / Methode: LH, FSH, Prolaktin, TSH, 17-OH-Progesteron

Zweck: Beurteilung der Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse, Ausschluss von Differenzialdiagnosen

Hinweise: TSH zum Ausschluss Hypothyreose; 17-OH-Progesteron zum Ausschluss AGS

Metabolisches Screening

Parameter / Methode: 75-g-oraler Glukosetoleranztest (oGTT), Nüchternglukose, Lipidprofil

Zweck: Erfassung von Pradiabetes, Typ-2-Diabetes und Fettstoffwechselstorungen

Hinweise: Nüchternglukose allein kann Glukosestorungen übersehen; oGTT bei Risikofaktoren empfohlen

Transvaginaler Ultraschall

Parameter / Methode: Beurteilung von Ovarstruktur und Follikelanzahl

Zweck: Nachweis polyzystischer Ovarien als Rotterdam-Kriterium

Hinweise: Bei Adoleszentinnen kurz nach Menarche eingeschränkte Aussagekraft; zurückhaltend anwenden

Ausschluss Differenzialdiagnosen

Parameter / Methode: Hypothyreose, Hyperprolaktinämie, AGS, androgenbildende Tumoren

Zweck: Sicherung der PCOS-Diagnose durch Ausschluss anderer Ursachen

Hinweise: Mindestens zwei Rotterdam-Kriterien müssen erfullt sein nach Ausschluss anderer Ursachen

Spezialisierte Abklarung

Parameter / Methode: Endokrinologische Fachpraxis oder Universitätsambulanz

Zweck: Bei unklaren Befunden, ausgepragter Virilisierung, Therapieversagen oder metabolischen Begleiterkrankungen

Hinweise: Auffindbar über Kassenärztliche Vereinigung des jeweiligen Bundeslandes

Welche Hormonstörungen liegen beim PCO-Syndrom vor?

Beim PCOS liegen typischerweise erhöhte Androgenspiegel, Insulinresistenz und ein gestörtes LH-zu-FSH-Verhältnis vor, die zusammen Zyklusstörungen und Symptome wie Hirsutismus verursachen.

Beim PCOS liegen typischerweise erhöhte Androgenspiegel (Hyperandrogenämie) vor, die sowohl biochemisch messbar als auch klinisch sichtbar sein können, etwa als Hirsutismus, Akne oder androgenetischer Haarausfall. Androgene wie Testosteron werden beim PCOS vermehrt in den Eierstöcken produziert. Bei einem Teil der Betroffenen trägt zusätzlich die Nebennierenrinde zur erhöhten Androgenproduktion bei (adrenale Hyperandrogenämie als Subgruppe); dies ist jedoch nicht bei allen Frauen mit PCOS der Fall.

Eine Insulinresistenz findet sich bei einem erheblichen Anteil der Frauen mit PCOS, unabhängig vom Körpergewicht; Schätzungen variieren je nach Studienpopulation und Messmethode. Erhöhte Insulinspiegel stimulieren die Androgenproduktion in den Eierstöcken direkt und hemmen gleichzeitig die Leber bei der Produktion von Sexualhormon-bindendem Globulin (SHBG).[1][14] Ein niedriger SHBG-Spiegel führt dazu, dass mehr freies, biologisch aktives Testosteron im Blut zirkuliert, was die Symptome verstärkt.[1][14]

Zusätzlich ist das Verhältnis von luteinisierendem Hormon (LH) zu follikelstimulierendem Hormon (FSH) bei manchen Betroffenen verschoben. Dieses Verhältnis ist jedoch variabel und für die Diagnosestellung nicht zwingend erforderlich; die Diagnose erfolgt primär klinisch und biochemisch. Ein erhöhter LH-Spiegel kann die Androgenproduktion weiter stimulieren, während ein relativ niedriger FSH-Spiegel die vollständige Follikelreifung verhindert. Dies erklärt die häufig unregelmäßigen oder ausbleibenden Eisprünge (Oligo- oder Anovulation), die zu Zyklusstörungen und eingeschränkter Fruchtbarkeit führen können.

Bei einem Teil der Betroffenen besteht zudem ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes mellitus sowie für Fettstoffwechselstörungen. Diese metabolischen Begleiterkrankungen machen eine regelmäßige Kontrolle der Blutzucker- und Blutfettwerte (Glukose in mg/dL, Lipidprofil) notwendig.

Wie wird PCOS in Deutschland diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt anhand der Rotterdam-Kriterien: mindestens zwei von drei Merkmalen (Hyperandrogenämie, Oligo- oder Anovulation, polyzystische Ovarien) müssen vorliegen, nach Ausschluss anderer Ursachen.

Die Diagnose PCOS wird in Deutschland anhand der international anerkannten Rotterdam-Kriterien gestellt, wobei mindestens zwei der drei folgenden Merkmale vorliegen müssen: klinische oder biochemische Zeichen einer Hyperandrogenämie, Oligo- oder Anovulation sowie polyzystische Ovarien im transvaginalen Ultraschall. Andere Ursachen für Hormonstörungen müssen zuvor ausgeschlossen werden. Bei Jugendlichen sollten die Kriterien zurückhaltend angewendet werden, da polyzystisch wirkende Ovarien und unregelmäßige Zyklen in den ersten Jahren nach der Menarche auch physiologisch vorkommen können.[1][9]

Die diagnostische Abklärung umfasst in der Regel folgende Schritte:

  • Ausführliche Anamnese: Zyklusunregelmäßigkeiten, Symptome wie Hirsutismus oder Akne, Familienanamnese, Gewichtsverlauf

  • Körperliche Untersuchung: Beurteilung von Körpergewicht, Body-Mass-Index, Blutdruck und klinischen Androgenisierungszeichen

  • Labordiagnostik: Bestimmung von Gesamt-Testosteron, SHBG und dem daraus berechenbaren freien Androgenindex (FAI) als bevorzugte Androgen-Diagnostik; ergänzend DHEAS, LH, FSH, Prolaktin, TSH (zum Ausschluss einer Schilddrüsenerkrankung) sowie 17-OH-Progesteron (zum Ausschluss eines adrenogenitalen Syndroms) und Nüchternglukose.[1][13] Die alleinige Messung von Insulinspiegeln im Blut ist für die klinische Beurteilung einer Insulinresistenz nicht leitlinienkonform und wird in der Routinediagnostik nicht empfohlen.[1][2]

  • Metabolisches Screening: Leitlinien empfehlen bei Frauen mit PCOS und entsprechenden Risikofaktoren einen 75-g-oralen Glukosetoleranztest (oGTT) zur Erfassung von Glukosestörungen (Prädiabetes, Typ-2-Diabetes), da Nüchternglukose allein Glukosestörungen übersehen kann.[1][16] Zusätzlich sollte ein Lipidprofil als Bestandteil der metabolischen Basisdiagnostik bestimmt werden.

  • Transvaginaler Ultraschall: Beurteilung der Ovarstruktur und Follikelanzahl

Wichtig ist der Ausschluss von Differenzialdiagnosen wie Hypothyreose, Hyperprolaktinämie, dem adrenogenitalen Syndrom (AGS) und androgenbildenden Tumoren, da diese ähnliche Symptome verursachen können. In Deutschland erfolgt die weiterführende Diagnostik häufig in gynäkologischen Praxen mit endokrinologischem Schwerpunkt oder in spezialisierten endokrinologischen Ambulanzen. Die AWMF-Leitlinien sowie die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) bilden die Grundlage für das diagnostische Vorgehen.

Nebenwirkungen und Risiken der medikamentösen Therapie im Überblick

Hormonelle Kontrazeptiva, Metformin und Antiandrogene haben spezifische Nebenwirkungsprofile; Cyproteronacetat ist mit einem dosisabhängigen Meningeomrisiko verbunden.

Die medikamentöse Therapie des PCOS richtet sich nach den individuellen Beschwerden und Therapiezielen und kann verschiedene Substanzklassen umfassen, die jeweils spezifische Nebenwirkungsprofile aufweisen. Grundsätzlich gilt: Lebensstiländerungen wie Gewichtsreduktion und körperliche Aktivität stehen bei übergewichtigen Betroffenen an erster Stelle, da sie die Insulinsensitivität verbessern und Hormonspiegel positiv beeinflussen können.

Hormonelle Kontrazeptiva: Bestimmte kombinierte orale Kontrazeptiva (COC) werden zur Regulierung des Zyklus eingesetzt; einzelne Präparate sind zudem für die Behandlung von Akne oder Hirsutismus zugelassen. Nicht alle COC haben diese Indikation; die Auswahl erfolgt ärztlich unter Berücksichtigung individueller Kontraindikationen und Risikofaktoren. Mögliche Nebenwirkungen umfassen Übelkeit, Kopfschmerzen, Stimmungsveränderungen sowie ein individuell abzuwägendes Risiko für venöse Thromboembolien.

Metformin: Dieses Antidiabetikum aus der Gruppe der Biguanide wird bei PCOS mit Insulinresistenz eingesetzt, auch wenn die Zulassung primär für Typ-2-Diabetes besteht (Off-Label-Einsatz bei PCOS). Häufige Nebenwirkungen sind gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen, die durch einschleichende Dosierung oft reduziert werden können. Seltener kann eine Laktatazidose auftreten. Vor und während der Therapie sollte die Nierenfunktion (eGFR) kontrolliert werden, da Metformin bei eingeschränkter Nierenfunktion kontraindiziert oder dosisangepasst einzusetzen ist. Bei Langzeittherapie kann ein Vitamin-B12-Mangel auftreten; regelmäßige Kontrollen sind daher sinnvoll.[8][18]

Antiandrogene: Der Einsatz von Antiandrogenen zur Behandlung von Hirsutismus oder Akne bei PCOS erfordert zwingend eine zuverlässige Empfängnisverhütung, da diese Substanzen teratogen wirken und insbesondere bei einem männlichen Fetus zu Fehlbildungen führen können.[1] Dies muss vor Therapiebeginn mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.

  • Spironolacton wird gelegentlich bei Hirsutismus eingesetzt. In Deutschland besteht für diese Indikation keine Zulassung; es handelt sich um einen Off-Label-Einsatz, der einer sorgfältigen ärztlichen Nutzen-Risiko-Abwägung bedarf. Mögliche Nebenwirkungen umfassen Elektrolytverschiebungen, insbesondere eine Hyperkaliämie; Serumkalium und Nierenfunktion sollten daher regelmäßig kontrolliert werden.

  • Cyproteronacetat ist in bestimmten Kombinationspräparaten für Akne und Hirsutismus zugelassen. Es ist mit einem erhöhten Risiko für Meningeome assoziiert, das von der kumulativen Dosis abhängt. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) haben hierzu verbindliche Sicherheitshinweise herausgegeben: Cyproteronacetat ist bei bestehendem oder früher aufgetretenem Meningeom kontraindiziert; es sollte in der niedrigsten wirksamen Dosis eingesetzt werden, und regelmäßige ärztliche Kontrollen sind erforderlich.[3][4]

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen können in Deutschland dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet werden. Patientinnen sollten neu auftretende oder ungewöhnliche Beschwerden unter einer Therapie stets mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem behandelnden Arzt besprechen, bevor sie ein Medikament eigenständig absetzen.

Wann sollte ich eine endokrinologische Fachpraxis aufsuchen?

Eine endokrinologische Fachpraxis ist bei unklarer Diagnose, ausgeprägter Virilisierung, Kinderwunsch, metabolischen Begleiterkrankungen oder Therapieversagen aufzusuchen.

Eine endokrinologische Fachpraxis sollte aufgesucht werden, wenn die Diagnose PCOS unklar ist, die Symptome trotz Behandlung anhalten oder wenn Begleiterkrankungen wie Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen vorliegen. Der erste Ansprechpartner in Deutschland ist in der Regel die Hausärztin oder der Hausarzt, die eine Überweisung zur Gynäkologie oder Endokrinologie veranlassen können.

Folgende Situationen sprechen für eine spezialisierte endokrinologische Abklärung:

  • Unklare oder widersprüchliche Laborbefunde, die eine Differenzialdiagnose erschweren

  • Ausgeprägte Androgenisierungszeichen (starker Hirsutismus, Virilisierung), die auf eine andere Ursache als PCOS hinweisen könnten

  • Unerfüllter Kinderwunsch in Kombination mit Zyklusstörungen, bei dem eine spezialisierte reproduktionsmedizinische und endokrinologische Betreuung sinnvoll ist

  • Metabolische Begleiterkrankungen wie Prädiabetes, Typ-2-Diabetes oder schwere Fettstoffwechselstörungen

  • Therapieversagen oder Unverträglichkeit gegenüber Standardtherapien

  • Anhaltende, sehr unregelmäßige oder sehr starke Blutungen, die ärztlich abgeklärt werden sollten

Bei starken akuten Unterleibsschmerzen oder Zeichen einer möglichen Ovarialzystenruptur mit instabilem Allgemeinzustand ist umgehend der Notruf 112 zu wählen. Bei dringlichen, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden außerhalb der regulären Sprechzeiten steht der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 zur Verfügung.

In Deutschland sind endokrinologische Fachpraxen über die Kassenärztliche Vereinigung des jeweiligen Bundeslandes auffindbar. Universitätskliniken bieten häufig spezialisierte PCOS-Sprechstunden an. Die Kosten für eine endokrinologische Abklärung werden bei entsprechender medizinischer Indikation in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Eine Überweisung ist organisatorisch häufig sinnvoll, aber nicht in allen Fällen zwingend erforderlich; die genauen Regelungen können je nach Versorgungsstruktur und Kassenärztlicher Vereinigung variieren. Betroffene sollten sich nicht scheuen, aktiv nach einer Spezialisierung zu fragen, wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Beschwerden nicht ausreichend abgeklärt sind.

Wissenschaftliche Quellen

  1. .
  2. .
  3. .
  4. .
  5. .
  6. .
  7. .
  8. .
  9. .
  10. .
  11. .
  12. .
  13. .
  14. .
  15. .
  16. .
  17. .
  18. .
  19. .
  20. .

Häufig gestellte Fragen

Welcher Arzt ist bei PCOS der richtige Ansprechpartner?

Der erste Ansprechpartner ist in der Regel die Hausärztin oder der Hausarzt, die eine Überweisung zur Gynäkologie oder Endokrinologie veranlassen können. Bei komplexen Hormonstörungen, metabolischen Begleiterkrankungen oder unklaren Befunden ist eine spezialisierte endokrinologische Fachpraxis oder Universitätsambulanz empfehlenswert.

Ist Metformin bei PCOS in Deutschland zugelassen?

Nein, Metformin ist bei PCOS ein Off-Label-Einsatz, da die Zulassung primär für Typ-2-Diabetes besteht. Es wird dennoch bei PCOS mit Insulinresistenz eingesetzt; vor und während der Therapie sollte die Nierenfunktion regelmäßig kontrolliert werden.

Welche Risiken bestehen bei der Einnahme von Cyproteronacetat bei PCOS?

Cyproteronacetat ist mit einem dosisabhängig erhöhten Risiko für Meningeome assoziiert. EMA und BfArM haben verbindliche Sicherheitshinweise herausgegeben: Das Mittel ist bei bestehendem oder früherem Meningeom kontraindiziert und sollte in der niedrigsten wirksamen Dosis eingesetzt werden.


Redaktionelle Hinweise

Die medizinischen Informationen auf dieser Seite beruhen auf anerkannten, evidenzbasierten Quellen und werden regelmäßig auf Richtigkeit und Aktualität geprüft. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information.

Haftungsausschluss

Diese Informationen ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich bei Beschwerden oder Fragen an Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder Ihre Apotheke. Diese Seite ist eine Information und kein Angebot: ob eine Behandlung geeignet ist, wird in einer medizinischen Konsultation beurteilt.