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Rettich gesund: Nährstoffe und Wirkung

Verfasst von
Bolt Med
Veröffentlicht
04.10.2026
Zuletzt aktualisiert
04.10.2026

Rettich gesund zu essen lohnt sich: Das knackige Kreuzblütlergemüse liefert Vitamin C, Ballaststoffe und bioaktive Glucosinolate bei gerade einmal 15 bis 20 Kilokalorien pro 100 Gramm. Ob als weißer Daikon, schwarzer Rettich oder rote Variante, jede Sorte bringt eigene Nährstoffvorteile mit. Dieser Artikel erklärt, welche Inhaltsstoffe wirklich stecken, welche gesundheitlichen Wirkungen wissenschaftlich belegt sind, für wen Vorsicht geboten ist und wie sich Rettich sinnvoll in den Alltag integrieren lässt.

Zusammenfassung: Rettich ist ein kalorienarmes, nährstoffreiches Gemüse mit Vitamin C, Ballaststoffen und Glucosinolaten, dessen gesundheitliche Wirkungen beim Menschen jedoch noch nicht vollständig wissenschaftlich belegt sind.

  • Rettich liefert etwa 15 bis 20 Kilokalorien pro 100 Gramm und enthält Vitamin C, Folat, Kalium und Ballaststoffe.
  • Glucosinolate werden beim Kauen in Isothiocyanate umgewandelt, die dem Rettich seine Schärfe verleihen und in der Forschung untersucht werden.
  • Die Kommission E hat Extrakte aus schwarzem Rettich für dyspeptische Beschwerden und zur Anregung des Gallenflusses anerkannt, nicht jedoch den normalen Lebensmittelverzehr.
  • Personen mit Gallensteinen oder Schilddrüsenerkrankungen sollten vor dem Verzehr größerer Mengen ärztlichen Rat einholen.
  • Roher Rettich enthält mehr hitzeempfindliche Inhaltsstoffe als gegarter; Salzen und Ausdrücken mildert die Schärfe.
  • Rettich kann als eine der täglich empfohlenen Gemüseportionen gemäß der DGE-5-am-Tag-Empfehlung zählen.

Was steckt eigentlich im Rettich - Nährstoffe und Inhaltsstoffe

Rettich enthält bei nur 15 bis 20 Kilokalorien pro 100 Gramm relevante Mengen an Vitamin C, Folat, Kalium, Ballaststoffen und Glucosinolaten, wobei schwarzer Rettich besonders reich an Glucosinolaten ist.

Rettich ist ein nährstoffreiches Gemüse mit einem besonders niedrigen Energiegehalt von etwa 15 bis 20 Kilokalorien pro 100 Gramm, was ihn zu einer kalorienarmen Ergänzung einer ausgewogenen Ernährung macht. Er gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und ist eng mit Radieschen, Meerrettich und Kohl verwandt.[3] Diese botanische Verwandtschaft erklärt viele seiner charakteristischen Inhaltsstoffe.

Besonders hervorzuheben sind die sogenannten Glucosinolate, schwefelhaltige Verbindungen, die beim Zerkleinern oder Kauen enzymatisch in Isothiocyanate umgewandelt werden.[3][9] Diese Stoffe verleihen dem Rettich seinen typisch scharfen Geschmack und werden in der Forschung auf mögliche biologische Wirkungen untersucht. Hitze baut sowohl Glucosinolate als auch Vitamin C teilweise ab, weshalb roher Rettich mehr dieser Verbindungen enthält als gegarter.[7][8]

Daneben enthält Rettich relevante Mengen an:

  • Vitamin C (etwa 22 bis 25 mg pro 100 g beim weißen Rettich; schwarzer Rettich kann höhere Gehalte aufweisen)

  • Folat (Vitamin B9), das für Zellteilung und Blutbildung bedeutsam ist

  • Kalium, das zur normalen Muskelfunktion beiträgt

  • Ballaststoffe, die die Verdauung unterstützen

  • Wasser (über 93 Prozent), was zur Flüssigkeitszufuhr beiträgt

Darüber hinaus sind sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Anthocyane (besonders im roten Rettich) enthalten, die antioxidative Eigenschaften besitzen.[10][11] Der Gehalt an Nährstoffen variiert je nach Sorte: Schwarzer Rettich gilt als besonders reich an Glucosinolaten, während weißer Daikon-Rettich milder und wasserreicher ist. Verlässliche Nährwertdaten für Deutschland stellt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) bereit. Insgesamt liefert Rettich eine Kombination aus Mikronährstoffen und bioaktiven Pflanzenstoffen, die ihn ernährungsphysiologisch interessant macht.

Inhaltsstoff oder Eigenschaft Vorkommen im Rettich Mögliche gesundheitliche Bedeutung Hinweise und Einschränkungen
Glucosinolate (Isothiocyanate) Alle Sorten, besonders hoch im schwarzen Rettich Antimikrobielle Aktivität in Laborstudien, typisch scharfer Geschmack Hitze baut Glucosinolate ab; Übertragbarkeit auf klinische Effekte beim Menschen nicht gesichert
Vitamin C Etwa 22 bis 25 mg pro 100 g (weißer Rettich), schwarzer Rettich teils höher Antioxidativ, unterstützt Immunfunktion Hitzeempfindlich; roher Rettich bevorzugen für höheren Gehalt
Ballaststoffe In allen Sorten enthalten Unterstützt Verdauung, fördert Sättigung Kann bei Reizdarmsyndrom oder empfindlichem Magen Blähungen verursachen
Kalium Relevante Mengen in allen Sorten Trägt zur normalen Muskelfunktion bei Für gesunde Erwachsene bei üblichen Verzehrmengen unproblematisch
Flavonoide und Anthocyane Besonders im roten Rettich Antioxidative Eigenschaften, neutralisieren freie Radikale Klinische Relevanz beim Menschen nicht abschließend belegt
Goitrogene Substanzen Alle Kreuzblütler einschließlich Rettich Können in sehr großen Mengen die Jodaufnahme der Schilddrüse beeinflussen Bei Schilddrüsenerkrankungen Rücksprache mit Arzt empfohlen (Hinweis BfR und DGE)
Energiegehalt und Wassergehalt Etwa 15 bis 20 kcal pro 100 g, über 93 Prozent Wasser Kalorienarm und sättigend, trägt zur Flüssigkeitszufuhr bei Geeignet zur Gewichtskontrolle; zählt als eine Gemüseportion laut DGE 5-am-Tag-Empfehlung

Welche gesundheitlichen Wirkungen werden dem Rettich zugeschrieben?

Schwarzer Rettich ist als Phytopharmakon bei dyspeptischen Beschwerden und zur Gallenflussstimulation anerkannt; für die meisten anderen zugeschriebenen Wirkungen fehlen belastbare klinische Studien am Menschen.

Rettich werden traditionell verschiedene gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben, wobei die wissenschaftliche Evidenz für viele dieser Effekte beim Menschen noch begrenzt ist und überwiegend aus Labor- oder Tierstudien stammt.

Verdauung und Gallenfluss: Schwarzer Rettich wird in der Volksmedizin seit Langem zur Unterstützung der Verdauung und zur Förderung des Gallenflusses eingesetzt. Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Die Kommission E, das frühere Expertengremium des BfArM, hat eine Monographie für Raphani sativi radix (Schwarzer Rettich als Arzneidroge) erstellt und Extrakte daraus für die Anwendung bei dyspeptischen Beschwerden und zur Anregung des Gallenflusses anerkannt. Diese Bewertung bezieht sich auf standardisierte Phytopharmaka, nicht auf den normalen Verzehr von Rettich als Lebensmittel. Eine direkte Übertragung auf alltägliche Speisemengen ist nicht ohne Weiteres möglich.

Antioxidative Wirkung: Die im Rettich enthaltenen Flavonoide und Vitamin C wirken als Antioxidantien und können freie Radikale neutralisieren. Ob dies beim Menschen klinisch relevante Auswirkungen hat, ist nicht abschließend belegt.

Antimikrobielle Eigenschaften: Isothiocyanate aus Glucosinolaten zeigen in Laborstudien antimikrobielle Aktivität gegenüber verschiedenen Bakterien und Pilzen.[4][5] Die Übertragbarkeit dieser Laborbefunde auf klinische Effekte beim Menschen ist jedoch sehr begrenzt und nicht gesichert.

Stoffwechsel: Einzelne Beobachtungsstudien haben mögliche Zusammenhänge mit dem Blutzucker- und Fettstoffwechsel untersucht. Belastbare klinische Studien am Menschen fehlen jedoch weitgehend, sodass keine gesicherten Aussagen möglich sind.

Es ist wichtig zu betonen, dass Rettich kein Heilmittel für Erkrankungen ist und keine ärztlich verordnete Therapie ersetzen kann. Wer gesundheitliche Beschwerden hat, sollte sich an seinen Hausarzt wenden.

Für wen ist Rettich besonders geeignet - und wer sollte vorsichtig sein?

Rettich ist für gesunde Erwachsene gut verträglich; Personen mit Gallensteinen, Schilddrüsenerkrankungen oder Reizdarmsyndrom sollten vor dem Verzehr größerer Mengen ärztlichen Rat einholen.

Rettich ist für die meisten gesunden Erwachsenen gut verträglich und kann als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung bedenkenlos verzehrt werden. Bestimmte Personengruppen können von seinen Eigenschaften besonders profitieren, während andere Vorsicht walten lassen sollten.

Besonders geeignet für:

  • Personen, die ihre Kalorienzufuhr kontrollieren möchten, da Rettich sehr kalorienarm und sättigend ist

  • Menschen mit einem erhöhten Bedarf an Vitamin C, etwa in der Erkältungszeit

  • Personen, die ihre Ballaststoffzufuhr erhöhen möchten, um die Verdauung zu unterstützen

Vorsicht geboten bei:

Schilddrüsenerkrankungen: Kreuzblütler enthalten goitrogene Substanzen, die in sehr großen Mengen die Jodaufnahme der Schilddrüse beeinflussen können.[2] Bei normalen Verzehrmengen und ausreichender Jodversorgung ist dies für gesunde Menschen nach aktuellem Kenntnisstand unproblematisch. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) weisen darauf hin, dass die Jodversorgung in Deutschland insgesamt verbesserungswürdig ist. Bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, bevor Rettich in ungewöhnlich großen Mengen verzehrt wird.

Gallensteinen: Da Extrakte aus schwarzem Rettich in der Phytotherapie zur Anregung des Gallenflusses eingesetzt werden, sollten Personen mit bekannten Gallensteinen oder Gallenwegserkrankungen ihren Arzt befragen, bevor sie größere Mengen schwarzen Rettich oder Rettichextrakte zu sich nehmen.[1][12] Starke Schmerzen im rechten Oberbauch, Fieber oder Gelbsucht sind Warnsignale, bei denen umgehend ärztliche Hilfe erforderlich ist.

Reizdarmsyndrom und empfindlichem Magen: Die scharfen Inhaltsstoffe und Ballaststoffe können bei manchen Menschen Blähungen oder Magenreizungen verursachen. Eine schrittweise Einführung in den Speiseplan ist ratsam.

Medikamenteneinnahme: Für Rettich als Lebensmittel in üblichen Verzehrmengen sind keine klinisch gesicherten Wechselwirkungen mit gängigen Medikamenten bekannt. Personen unter Dauermedikation, die unsicher sind, sollten ihren Hausarzt oder Apotheker ansprechen.

In Deutschland gilt: Bei einem medizinischen Notfall, etwa starken Bauchschmerzen mit Fieber oder Bewusstlosigkeit, ist der Notruf 112 zu wählen. Für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden steht der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 zur Verfügung. Bei allgemeinen Gesundheitsfragen ist der Hausarzt die erste Anlaufstelle.

Wie lässt sich Rettich sinnvoll in eine ausgewogene Ernährung einbauen?

Rettich lässt sich roh, gedünstet oder fermentiert zubereiten und zählt als eine der täglich empfohlenen Gemüseportionen gemäß der DGE-Empfehlung.

Rettich lässt sich auf vielfältige Weise in den Alltag integrieren und ergänzt eine ausgewogene Ernährung sinnvoll, wenn er regelmäßig und abwechslungsreich verzehrt wird. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt im Rahmen der sogenannten 5-am-Tag-Empfehlung täglich mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst, wobei eine Portion Gemüse etwa 150 bis 200 Gramm entspricht. Rettich kann als eine dieser Gemüseportionen zählen.

Praktische Zubereitungsideen:

  • Roh als Salat oder Beilage: Weißer oder roter Rettich, fein gehobelt oder geraspelt, mit etwas Salz, Essig und Öl ist eine klassische und nährstoffschonende Zubereitung

  • Als Rohkost-Snack: Rettichscheiben mit einem Dip aus Quark oder Joghurt eignen sich als sättigende Zwischenmahlzeit

  • Gedünstet oder in Suppen: Daikon-Rettich lässt sich gut garen und ist in der asiatischen Küche ein fester Bestandteil von Suppen und Eintöpfen

  • Fermentiert: Selbst fermentierter, nicht pasteurisierter Rettich (zum Beispiel als Kimchi-Variante) kann lebende Milchsäurebakterien enthalten. Pasteurisierte Fertigprodukte enthalten in der Regel keine lebenden Kulturen mehr. Fermentierte Produkte können einen erheblichen Salzgehalt aufweisen, was für Personen mit Bluthochdruck oder einer ärztlich empfohlenen Natriumrestriktion relevant ist.

Bei der Zubereitung ist zu beachten, dass Hitze einen Teil der hitzeempfindlichen Inhaltsstoffe wie Vitamin C und Glucosinolate abbaut. Roher Rettich bewahrt daher mehr dieser Verbindungen. Das Salzen und anschließende Ausdrücken von geraspeltem Rettich mildert die Schärfe und verbessert die Verträglichkeit.

In Deutschland ist Rettich saisonal von Frühjahr bis Herbst frisch erhältlich; genaue Angaben zur regionalen Saisonalität bietet der Saisonkalender des BZfE. Rettich stellt eine kostengünstige Möglichkeit dar, die Gemüsevielfalt im Speiseplan zu erhöhen. Eine ausgewogene Ernährung besteht aus einer Vielzahl von Lebensmitteln; Rettich ist ein nützlicher Baustein, aber kein Allheilmittel. Bei Fragen zur individuellen Ernährung empfiehlt sich die Beratung durch einen Hausarzt oder eine qualifizierte Ernährungsfachkraft.

Scientific References

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  12. .

Frequently Asked Questions

Ist Rettich täglich essen gesund?

Für gesunde Erwachsene ist der tägliche Verzehr von Rettich in üblichen Mengen unbedenklich und kann zur Deckung des Vitamin-C- und Ballaststoffbedarfs beitragen. Personen mit Gallensteinen oder Schilddrüsenerkrankungen sollten bei sehr großen Mengen ihren Arzt befragen.

Welcher Rettich ist am gesündesten, schwarz oder weiß?

Schwarzer Rettich gilt als besonders reich an Glucosinolaten und wurde von der Kommission E für Phytopharmaka bei Verdauungsbeschwerden anerkannt. Weißer Daikon-Rettich ist milder, wasserreicher und gut verträglich, enthält aber weniger dieser bioaktiven Verbindungen.

Kann Rettich die Verdauung wirklich fördern?

Standardisierte Extrakte aus schwarzem Rettich sind als Phytopharmakon zur Anregung des Gallenflusses und bei dyspeptischen Beschwerden anerkannt. Ob der normale Lebensmittelverzehr dieselben Effekte erzielt, ist wissenschaftlich nicht abschließend belegt.


Redaktionelle Hinweise

Die medizinischen Informationen auf dieser Seite beruhen auf anerkannten, evidenzbasierten Quellen und werden regelmäßig auf Richtigkeit und Aktualität geprüft. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information.

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Diese Informationen ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich bei Beschwerden oder Fragen an Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder Ihre Apotheke. Diese Seite ist eine Information und kein Angebot: ob eine Behandlung geeignet ist, wird in einer medizinischen Konsultation beurteilt.