Abnehmen
11
 Min. Lesezeit

BMI-Rechner Übergewicht: Werte und Risiken

Verfasst von
Bolt Med
Veröffentlicht
11.10.2026
Zuletzt aktualisiert

Der BMI-Rechner bei Übergewicht ist ein weit verbreitetes Werkzeug, um das Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße einzuordnen. Der Body-Mass-Index liefert einen ersten Orientierungspunkt und wird von der WHO, der Deutschen Adipositas-Gesellschaft und dem Robert Koch-Institut einheitlich verwendet. Er hat jedoch klare Grenzen: Er unterscheidet nicht zwischen Muskelmasse und Fettgewebe und sagt nichts über die Fettverteilung aus. Dieser Artikel erklärt, wie der BMI berechnet wird, was die Grenzwerte bedeuten und wann weitere Untersuchungen sinnvoll sind.

Zusammenfassung: Ein BMI ab 25,0 kg/m² gilt in Deutschland laut AWMF S3-Leitlinie und Deutscher Adipositas-Gesellschaft als Übergewicht, ab 30,0 kg/m² als Adipositas.

  • Der BMI berechnet sich als Körpergewicht in kg geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern.
  • Übergewicht beginnt laut WHO und DAG bei einem BMI von 25,0 kg/m², Adipositas ab 30,0 kg/m².
  • Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskelmasse und Fettmasse und ist daher kein alleiniger Risikoindikator.
  • Viszerales Bauchfett ist ein eigenständiger Risikofaktor: Grenzwerte liegen bei mehr als 94 cm Taillenumfang bei Männern und mehr als 80 cm bei Frauen.
  • Für Kinder und Jugendliche gelten alters- und geschlechtsspezifische Perzentilkurven statt fester BMI-Grenzwerte.
  • Bei Unsicherheit über das BMI-Ergebnis sollte die Hausärztin oder der Hausarzt aufgesucht werden.

Was sagt der BMI-Wert wirklich über mein Körpergewicht aus?

Der BMI zeigt, ob das Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße im Normalbereich liegt, unterscheidet aber nicht zwischen Muskelmasse, Fettmasse und Wasseranteil. Er ist ein Screening-Maß für Bevölkerungen, kein präzises Maß für individuelle Gesundheit.

Der Body-Mass-Index (BMI) gibt an, ob das Körpergewicht einer Person im Verhältnis zur Körpergröße in einem statistisch definierten Normalbereich liegt, sagt aber nichts darüber aus, wie dieses Gewicht zusammengesetzt ist. Der BMI ist ein bevölkerungsbasiertes Screening-Maß, das ursprünglich für epidemiologische Studien entwickelt wurde. Er unterscheidet nicht zwischen Muskelmasse, Fettmasse, Knochengewicht und Wasseranteil im Körper. Diese Einschränkung wird von der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) und der AWMF S3-Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas (Reg.-Nr. 050-001) ausdrücklich benannt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die DAG nutzen den BMI als ersten Orientierungspunkt, weil er einfach zu berechnen und gut reproduzierbar ist. Er korreliert auf Bevölkerungsebene mit dem Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gelenkbeschwerden. Auf individueller Ebene ist diese Korrelation jedoch deutlich schwächer.

Ein Beispiel: Eine Person mit ausgeprägter Muskelmasse kann einen BMI von 27 aufweisen, ohne erhöhte Körperfettanteile zu haben. Umgekehrt kann jemand mit einem BMI im Normalbereich einen ungünstig hohen Körperfettanteil besitzen, insbesondere wenn das Fett bevorzugt im Bauchbereich gespeichert wird. Dieses sogenannte viszerale Fett ist stoffwechselaktiv und mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko verbunden.

Der BMI ist daher als erster Schritt in einer umfassenderen Beurteilung zu verstehen. Ärztinnen und Ärzte kombinieren ihn in der Praxis mit weiteren Messungen wie dem Taillenumfang, dem Taille-Hüft-Verhältnis und klinischen Befunden, um ein vollständiges Bild des individuellen Gesundheitszustands zu erhalten. Der Taillenumfang wird standardisiert gemessen: in der Mitte zwischen dem untersten Rippenbogen und dem Beckenkamm, am Ende einer normalen Ausatmung.

BMI-Bereich (kg/m²) Klassifikation Gesundheitliches Risiko Empfohlene Maßnahme
Unter 18,5 Untergewicht Erhöhtes Risiko für Mangelernährung, Knochenschwund Ärztliche Abklärung empfohlen
18,5 bis 24,9 Normalgewicht Statistisch geringstes Erkrankungsrisiko laut WHO Gesunden Lebensstil beibehalten
25,0 bis 29,9 Übergewicht Leicht erhöhtes Risiko, abhängig von Taillenumfang und Begleiterkrankungen Taillenumfang messen, Hausarzt konsultieren
30,0 bis 34,9 Adipositas Grad I Erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, Hypertonie, Herzerkrankungen Ärztliche Beratung, Lebensstiländerung einleiten
35,0 bis 39,9 Adipositas Grad II Deutlich erhöhtes Risiko für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen Strukturiertes Therapieprogramm gemäß AWMF S3-Leitlinie
Ab 40,0 Adipositas Grad III (schwere Adipositas) Stark erhöhtes Risiko, häufig mehrere Begleiterkrankungen gleichzeitig Interdisziplinäre Behandlung, ggf. spezialisiertes Adipositaszentrum

Wie berechne ich meinen BMI - und was bedeutet das Ergebnis?

Der BMI ergibt sich aus Gewicht in kg geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat. Werte von 18,5 bis 24,9 kg/m² gelten als Normalgewicht, ab 25,0 kg/m² als Übergewicht.

Der BMI berechnet sich, indem man das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern teilt: BMI = Gewicht (kg) geteilt durch Größe (m) zum Quadrat. Bei einer Person mit 80 kg Gewicht und 1,75 m Größe ergibt sich zum Beispiel: 80 geteilt durch (1,75 mal 1,75) = 80 geteilt durch 3,0625 = ungefähr 26,1 kg/m².

Die Berechnung lässt sich schnell von Hand durchführen oder mithilfe eines Online-BMI-Rechners, wie er auf der Plattform gesund.bund.de des Bundesministeriums für Gesundheit kostenfrei zur Verfügung steht. Wichtig ist, aktuelle und möglichst genaue Messwerte zu verwenden, da selbst kleine Abweichungen bei der Körpergröße das Ergebnis spürbar beeinflussen können.

Das Ergebnis wird anhand der WHO-Klassifikation eingeordnet, die in Deutschland von der DAG und der AWMF übernommen wird:

  • Unter 18,5 kg/m²: Untergewicht

  • 18,5 bis 24,9 kg/m²: Normalgewicht

  • 25,0 bis 29,9 kg/m²: Übergewicht

  • 30,0 bis 34,9 kg/m²: Adipositas Grad I

  • 35,0 bis 39,9 kg/m²: Adipositas Grad II

  • Ab 40,0 kg/m²: Adipositas Grad III (auch als schwere Adipositas bezeichnet)

Diese Einteilung gilt für Erwachsene ab 18 Jahren. Für Kinder und Jugendliche gelten alters- und geschlechtsspezifische Perzentilkurven, da sich der Körper in der Wachstumsphase kontinuierlich verändert. Bei älteren Menschen wird der BMI in der klinischen Praxis häufig im Zusammenhang mit weiteren Parametern wie Muskelmasse und Funktionsstatus bewertet, da die Standardgrenzwerte in dieser Altersgruppe nur eingeschränkt aussagekräftig sind.

Ab welchem BMI spricht man in Deutschland von Übergewicht?

In Deutschland gilt gemäß AWMF S3-Leitlinie und DAG ein BMI ab 25,0 kg/m² als Übergewicht und ab 30,0 kg/m² als Adipositas. Diese Grenzwerte entsprechen den WHO-Definitionen.

In Deutschland gilt gemäß der AWMF S3-Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas (Reg.-Nr. 050-001) und den Empfehlungen der Deutschen Adipositas-Gesellschaft ein BMI ab 25,0 kg/m² als Übergewicht. Ab einem BMI von 30,0 kg/m² spricht man von Adipositas, die in drei Schweregrade unterteilt wird.

Diese Grenzwerte entsprechen den WHO-Definitionen und werden in Deutschland einheitlich von Fachgesellschaften, dem Robert Koch-Institut (RKI) und dem Bundesministerium für Gesundheit verwendet. Laut der RKI-Studie GEDA 2019/2020-EHIS ist in Deutschland mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung von Übergewicht betroffen, und rund ein Viertel erfüllt die Kriterien für Adipositas.

Bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland werden die Referenzwerte der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) herangezogen. Hier gelten BMI-Werte oberhalb der 90. Perzentile als Übergewicht und oberhalb der 97. Perzentile als Adipositas, bezogen auf Alter und Geschlecht.

Es ist wichtig zu verstehen, dass das Überschreiten eines Grenzwerts allein keine Diagnose darstellt und keine automatische Behandlungsindikation begründet. Die klinische Einschätzung durch eine Ärztin oder einen Arzt berücksichtigt zusätzlich Begleiterkrankungen, Risikofaktoren, den Taillenumfang und die individuelle Krankengeschichte. Wer seinen BMI berechnet hat und Fragen zum Ergebnis hat, sollte diese zunächst mit der Hausärztin oder dem Hausarzt besprechen.

Welche gesundheitlichen Risiken sind mit Übergewicht verbunden?

Anhaltend erhöhtes Körpergewicht erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafapnoe und Gelenkerkrankungen. Bereits eine Gewichtsreduktion von 5 bis 10 Prozent kann laut AWMF klinisch relevante Verbesserungen bewirken.

Anhaltend erhöhtes Körpergewicht, insbesondere Adipositas, ist mit einem statistisch erhöhten Risiko für eine Reihe chronischer Erkrankungen verbunden, darunter Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebsarten, Schlafapnoe und Erkrankungen des Bewegungsapparats. Die AWMF S3-Leitlinie zur Adipositas beschreibt diese Zusammenhänge ausführlich und bildet die Grundlage für die medizinische Versorgung in Deutschland.

Besonders relevant ist dabei die Verteilung des Körperfetts. Viszerales Fett, das sich im Bauchraum um die inneren Organe ansammelt, ist stoffwechselaktiv und setzt entzündungsfördernde Botenstoffe frei. Für Erwachsene europäischer Herkunft in Deutschland werden gemäß den Empfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Internationalen Diabetes-Föderation (IDF) zwei Risikoabstufungen unterschieden: Ein Taillenumfang von mehr als 80 cm bei Frauen und mehr als 94 cm bei Männern gilt als Hinweis auf ein erhöhtes Risiko; Werte von mehr als 88 cm bei Frauen und mehr als 102 cm bei Männern weisen auf ein deutlich erhöhtes Risiko hin. Diese Grenzwerte gelten unabhängig vom BMI als eigenständige Risikoindikatoren.

Zu den häufig mit Adipositas assoziierten Erkrankungen zählen:

  • Typ-2-Diabetes mellitus: Das Risiko steigt mit zunehmendem BMI deutlich an.

  • Arterielle Hypertonie und koronare Herzkrankheit: Erhöhtes Körpergewicht belastet das Herz-Kreislauf-System.

  • Metabolisch assoziierte Steatohepatitis (MASLD, früher NAFLD): Häufig asymptomatisch, aber langfristig folgenreich.

  • Obstruktive Schlafapnoe: Übergewicht ist ein wesentlicher Risikofaktor.

  • Gelenkerkrankungen: Insbesondere Knie- und Hüftgelenke werden durch erhöhtes Körpergewicht stärker belastet.

Das Risiko ist nicht linear: Bereits eine moderate Gewichtsreduktion von 5 bis 10 Prozent des Ausgangsgewichts kann laut AWMF S3-Leitlinie Adipositas und Empfehlungen der DAG klinisch relevante Verbesserungen bei Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerten bewirken. Wer gesundheitliche Beschwerden bemerkt, sollte zeitnah die Hausärztin oder den Hausarzt aufsuchen.

Grenzen des BMI: Wann reicht der Wert allein nicht aus?

Der BMI reicht allein nicht aus, weil er weder Körperzusammensetzung noch Fettverteilung erfasst. Ältere Menschen, Sportler und Personen asiatischer Herkunft werden durch den Standard-BMI systematisch falsch eingeordnet.

Der BMI allein reicht nicht aus, um das individuelle Gesundheitsrisiko einer Person zuverlässig einzuschätzen, weil er weder die Körperzusammensetzung noch die Fettverteilung berücksichtigt. Diese Einschränkung ist in der wissenschaftlichen Literatur gut belegt und wird auch von der Deutschen Adipositas-Gesellschaft ausdrücklich betont.

Mehrere Personengruppen werden durch den BMI systematisch falsch eingeordnet:

  • Ältere Menschen verlieren im Alter Muskelmasse, ohne dass sich ihr Gewicht wesentlich verändert. Ein BMI im Normalbereich kann bei ihnen einen ungünstig hohen Körperfettanteil verdecken.

  • Sportlich aktive Personen mit hoher Muskelmasse können einen BMI im Übergewichtsbereich aufweisen, ohne erhöhte Körperfettanteile zu haben.

  • Menschen mit bestimmten ethnischen Hintergründen: Für Personen asiatischer Herkunft empfehlen WHO und Fachgesellschaften niedrigere Grenzwerte, da bei ihnen metabolische Risiken bereits bei niedrigerem BMI auftreten können. Die WHO Asia-Pacific-Konsultation nennt als Orientierungswerte einen BMI ab 23 kg/m² als Übergewicht und ab 27,5 kg/m² als Adipositas für diese Bevölkerungsgruppen.

  • Schwangere und Stillende werden mit dem Standard-BMI nicht korrekt bewertet.

Ergänzende Messungen, die in der ärztlichen Praxis eingesetzt werden, umfassen den Taillenumfang, das Taille-Hüft-Verhältnis sowie in bestimmten Fällen eine Bioimpedanzanalyse (BIA). Die BIA ist in der Routineversorgung verfügbar, ihre Ergebnisse können jedoch durch Hydratationszustand und Gerätekalibrierung beeinflusst werden. Bildgebende Verfahren zur Bestimmung des Körperfettanteils bleiben spezialisierten Fragestellungen vorbehalten. Laborwerte wie Nüchternblutzucker, HbA1c, Blutfette und Leberwerte liefern zusätzliche Informationen über das Stoffwechselrisiko.

Der BMI ist damit ein nützliches, aber begrenztes Werkzeug. Er kann einen Anlass geben, das Thema Körpergewicht mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen, ersetzt jedoch keine individuelle medizinische Beurteilung. Wer unsicher ist, wie sein Ergebnis einzuordnen ist, sollte das Gespräch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt suchen.

Scientific References

  1. .
  2. .
  3. .
  4. .
  5. .
  6. .
  7. .
  8. .
  9. .
  10. .

Frequently Asked Questions

Ab welchem BMI gilt man in Deutschland als übergewichtig?

Gemäß der AWMF S3-Leitlinie und der Deutschen Adipositas-Gesellschaft gilt ein BMI ab 25,0 kg/m² als Übergewicht. Ab einem BMI von 30,0 kg/m² spricht man von Adipositas, die in drei Schweregrade unterteilt wird.

Wie berechne ich meinen BMI selbst?

Der BMI berechnet sich, indem man das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern teilt. Bei 80 kg und 1,75 m Größe ergibt sich beispielsweise ein BMI von ungefähr 26,1 kg/m².

Warum reicht der BMI allein nicht aus, um Übergewicht zu beurteilen?

Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskelmasse und Fettmasse und berücksichtigt nicht, wo Fett im Körper gespeichert wird. Ärztinnen und Ärzte ergänzen ihn daher durch Messungen wie den Taillenumfang und klinische Befunde.


Redaktionelle Hinweise

Die medizinischen Informationen auf dieser Seite beruhen auf anerkannten, evidenzbasierten Quellen und werden regelmäßig auf Richtigkeit und Aktualität geprüft. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information.

Haftungsausschluss

Diese Informationen ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich bei Beschwerden oder Fragen an Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder Ihre Apotheke. Diese Seite ist eine Information und kein Angebot: ob eine Behandlung geeignet ist, wird in einer medizinischen Konsultation beurteilt.