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PCOS Diagnose: Kriterien, Tests und Symptome

Verfasst von
Bolt Med
Veröffentlicht
31.10.2026
Zuletzt aktualisiert
02.11.2026

PCOS Diagnose: Das polyzystische Ovarsyndrom betrifft in Deutschland schätzungsweise 5 bis 15 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter und bleibt dennoch häufig jahrelang unerkannt. Die Symptome reichen von unregelmäßigen Zyklen über Akne und Haarausfall bis hin zu Fruchtbarkeitsproblemen und Stoffwechselstörungen. Weil das Beschwerdebild so vielfältig ist, braucht es gezielte Untersuchungen, klare Diagnosekriterien und eine fachärztliche Einordnung. Dieser Artikel erklärt, wie die Diagnose gestellt wird, welche Untersuchungen nötig sind und was Betroffene selbst tun können.

Zusammenfassung: PCOS wird diagnostiziert, wenn mindestens zwei der drei Rotterdam-Kriterien vorliegen: Zyklusstörungen, Androgenüberschuss oder polyzystische Ovarmorphologie im Ultraschall, nach Ausschluss anderer Ursachen.

  • PCOS betrifft in Deutschland 5 bis 10 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter nach den Rotterdam-Kriterien.
  • Die Diagnose erfordert mindestens zwei von drei Kriterien: Zyklusstörungen, klinischer oder laborchemischer Androgenüberschuss, polyzystische Ovarmorphologie.
  • Ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT, 75 g) ist das bevorzugte Verfahren zum Screening auf Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes bei PCOS.
  • Andere Erkrankungen wie Cushing-Syndrom, Schilddrüsenfunktionsstörung oder androgenbildende Tumoren müssen vor der Diagnose ausgeschlossen werden.
  • Lebensstilanpassungen, insbesondere regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung, gelten als Erstmaßnahme bei Übergewicht.
  • Die Betreuung sollte interdisziplinär erfolgen und Gynäkologie, Endokrinologie und bei Bedarf Psychosomatik einschließen.

Was ist PCOS und wie häufig ist es bei Frauen in Deutschland?

PCOS ist eine der häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter und betrifft in Deutschland 5 bis 10 Prozent dieser Gruppe nach den Rotterdam-Kriterien.

Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. In Deutschland wird die Häufigkeit je nach angewandten Diagnosekriterien auf etwa 5 bis 15 Prozent dieser Altersgruppe geschätzt; die AWMF-S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) nennt eine Prävalenz von 5 bis 10 Prozent bei Anwendung der Rotterdam-Kriterien.

Der Begriff beschreibt ein Syndrom, das heißt ein Bündel von Merkmalen, die nicht bei jeder Betroffenen vollständig vorhanden sein müssen. Wichtig: Eine polyzystische Ovarmorphologie im Ultraschall allein stellt noch keine PCOS-Diagnose dar. Die Diagnose setzt das Vorliegen von mindestens zwei der Rotterdam-Kriterien sowie den Ausschluss anderer Ursachen voraus.

Im Mittelpunkt stehen eine gestörte Funktion der Eierstöcke, ein erhöhter Spiegel männlicher Geschlechtshormone (Androgene) sowie charakteristische Veränderungen im Ultraschallbild der Ovarien. Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt; wissenschaftliche Erkenntnisse deuten auf ein Zusammenspiel genetischer Faktoren, einer Insulinresistenz und einer veränderten Regulation der Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse hin.

Eine frühzeitige Diagnose ist bedeutsam, weil sie konkrete Langzeitfolgen abwenden kann: Dazu gehören der Schutz der Gebärmutterschleimhaut vor einer Endometriumhyperplasie bei anhaltenden Zyklusstörungen sowie die frühzeitige Erkennung und Behandlung metabolischer Risikofaktoren wie Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes. Weil die Symptome vielfältig und oft unspezifisch sind, vergehen bis zur gesicherten Diagnose häufig mehrere Jahre.

In Deutschland wird PCOS von Gynäkologinnen und Gynäkologen sowie Endokrinologinnen und Endokrinologen diagnostiziert und behandelt. Die AWMF-S2k-Leitlinie der DGGG sowie die internationale evidenzbasierte PCOS-Leitlinie 2023 (ESHRE/ASRM/Monash) bilden die Grundlage für Diagnostik und Therapie.

Diagnostischer Schritt Methode / Parameter Befund bei PCOS (typisch) Hinweise und Besonderheiten
Anamnese und körperliche Untersuchung Zyklusgeschichte, BMI, Hautbefund, Familienanamnese Oligomenorrhoe, Hirsutismus, Akne, Acanthosis nigricans Schwangerschaftstest bei Amenorrhoe als erster Schritt vor weiterer Diagnostik
Rotterdam-Kriterien (mindestens 2 von 3) Klinische und laborchemische Beurteilung Zyklusstörung, Androgenüberschuss, polyzystische Ovarmorphologie Ausschluss anderer Ursachen zwingend erforderlich; Ultraschallkriterium bei Jugendlichen in den ersten 8 Jahren nach Menarche nicht anwenden
Transvaginaler Ultraschall Follikelzählung, Ovarvolumen 20 oder mehr Follikel pro Ovar oder Ovarvolumen 10 ml oder mehr je Ovar Transabdominaler Ultraschall weniger geeignet zur zuverlässigen Follikelzählung
Hormonlabor LH, FSH, Östradiol, Testosteron (gesamt und frei), DHEAS, SHBG, Prolaktin, TSH, 17-Hydroxyprogesteron Erhöhtes freies Testosteron, erhöhtes LH/FSH-Verhältnis möglich 17-Hydroxyprogesteron zum Ausschluss nicht-klassischer kongenitaler adrenaler Hyperplasie (NCCAH)
Glukosestoffwechsel Oraler Glukosetoleranztest (oGTT, 75 g), Nüchternblutzucker (mg/dL), HbA1c Gestörte Glukosetoleranz oder Insulinresistenz möglich oGTT bevorzugtes Verfahren; routinemäßige Nüchterninsulinbestimmung laut Leitlinien nicht empfohlen
Lipidprofil Triglyzeride, LDL, HDL, Gesamtcholesterin Erhöhte Triglyzeride, ungünstiges LDL/HDL-Verhältnis häufig Beurteilung des kardiovaskulären Risikos; Blutdruckmessung ergänzend
Differenzialdiagnosen ausschliessen TSH, Prolaktin, 17-Hydroxyprogesteron, ggf. Cortisol Normalbefunde bei PCOS erwartet Ausschluss von Cushing-Syndrom, Schilddrüsenfunktionsstörung, androgenbildendem Tumor; bei Unsicherheit Überweisung in spezialisiertes Zentrum

Wie wird PCOS diagnostiziert - welche Untersuchungen sind nötig?

Die PCOS-Diagnose erfordert mindestens zwei der drei Rotterdam-Kriterien sowie Hormonlabor, transvaginalen Ultraschall und einen oralen Glukosetoleranztest zum Ausschluss von Begleiterkrankungen.

Die Diagnose PCOS wird nach den international anerkannten Rotterdam-Kriterien gestellt, wenn mindestens zwei der folgenden drei Merkmale vorliegen: unregelmäßige oder ausbleibende Zyklen, klinische oder laborchemische Zeichen eines Androgenüberschusses sowie eine polyzystische Ovarmorphologie im Ultraschall. Andere Ursachen müssen zuvor ausgeschlossen werden. PCOS ist damit kein reines Ausschlussverfahren, sondern erfordert den Nachweis der Syndromkriterien in Kombination mit dem Ausschluss spezifischer Differenzialdiagnosen.

Die Diagnostik umfasst in der Regel folgende Schritte:

  • Ausführliche Anamnese: Zyklusgeschichte, Symptome wie Haarausfall oder Akne, Familienanamnese, Körpergewicht und Medikamente

  • Körperliche und gynäkologische Untersuchung: Beurteilung von Körperbehaarung, Hautveränderungen (einschließlich Acanthosis nigricans als Hinweis auf Insulinresistenz) und Body-Mass-Index

  • Schwangerschaftstest: Bei Amenorrhö ist ein Schwangerschaftstest der erste diagnostische Schritt, bevor weitere Untersuchungen eingeleitet werden.

  • Transvaginaler Ultraschall: Bevorzugtes Verfahren zur Beurteilung der Ovarstruktur; charakteristisch sind 20 oder mehr Follikel pro Ovar oder ein Ovarvolumen von 10 ml oder mehr (je Ovar).[2][5] Ein transabdominaler Ultraschall ist weniger geeignet zur zuverlässigen Follikelzählung und erlaubt keine sichere Beurteilung der polyzystischen Ovarmorphologie. Bei Jugendlichen in den ersten acht Jahren nach der Menarche sollte das Ultraschallkriterium zur PCOS-Diagnose nicht herangezogen werden, da eine polyzystische Ovarmorphologie in dieser Phase physiologisch sein kann.[4][16]

  • Hormonlabor: Bestimmung von LH, FSH, Östradiol, Testosteron (gesamt und frei), DHEAS, SHBG sowie Prolaktin und TSH zum Ausschluss anderer Erkrankungen. Zum Ausschluss einer nicht-klassischen kongenitalen adrenalen Hyperplasie (NCCAH) sollte 17-Hydroxyprogesteron bestimmt werden.[1][2]

  • Glukosestoffwechsel: Der orale Glukosetoleranztest (oGTT, 75 g) ist das bevorzugte Verfahren zur Erkennung einer gestörten Glukosetoleranz bei PCOS, da er sensitiver ist als Nüchternblutzucker oder HbA1c allein.[2][7] Nüchternblutzucker (in mg/dL) und HbA1c sind ergänzende Basisparameter. Eine routinemäßige Bestimmung von Nüchterninsulin zur Beurteilung der Insulinresistenz wird in aktuellen Leitlinien nicht empfohlen.

  • Lipidprofil: Zur Beurteilung des kardiovaskulären Risikos

Da andere Erkrankungen wie ein Cushing-Syndrom, eine Schilddrüsenfunktionsstörung oder ein androgenbildender Tumor sicher ausgeschlossen werden müssen, sollte die Diagnose von einer Fachärztin oder einem Facharzt gestellt werden. Bei Unsicherheiten ist eine Überweisung in ein spezialisiertes Zentrum sinnvoll.

Welche Symptome können auf ein PCOS hinweisen?

Typische PCOS-Symptome sind unregelmäßige Zyklen, Hirsutismus, Akne und eingeschränkte Fruchtbarkeit; rasch fortschreitende Virilisierung erfordert sofortige fachärztliche Abklärung.

PCOS kann sich durch eine Vielzahl von Symptomen äußern, wobei Zyklusstörungen, Zeichen eines Androgenüberschusses und Gewichtsprobleme zu den häufigsten Beschwerden gehören. Nicht alle Betroffenen zeigen dasselbe Bild, was die Diagnose erschwert.

Häufige Symptome im Überblick:

  • Zyklusstörungen: Unregelmäßige Menstruation (Oligomenorrhoe), sehr seltene Blutungen (weniger als acht Zyklen pro Jahr) oder vollständiges Ausbleiben der Periode (Amenorrhoe)

  • Androgenüberschuss: Vermehrte Körper- und Gesichtsbehaarung nach männlichem Muster (Hirsutismus), Akne, die auf übliche Behandlungen nicht anspricht, sowie androgenetischer Haarausfall

  • Ovarielle Veränderungen: Im Ultraschall sichtbare, zahlreiche kleine Follikel; diese verursachen in der Regel keine Schmerzen

  • Gewicht und Stoffwechsel: Viele, aber nicht alle Betroffenen haben Übergewicht. Ein klinisches Zeichen einer Insulinresistenz kann eine Acanthosis nigricans sein, eine bräunliche Verdickung der Haut in Körperfalten. Müdigkeit, Heißhunger und Gewichtszunahme sind unspezifische Beschwerden, die viele Ursachen haben können und allein keinen Rückschluss auf eine Insulinresistenz erlauben; eine laborchemische Abklärung (oGTT, Lipide, Blutdruck) ist erforderlich.

  • Unerfüllter Kinderwunsch: PCOS ist eine häufige Ursache für eingeschränkte Fruchtbarkeit, da der Eisprung unregelmäßig oder gar nicht stattfindet.

  • Psychische Belastung: Studien zeigen eine erhöhte Rate an Depressionen und Angststörungen bei Frauen mit PCOS.[11][12]

Warnzeichen, die eine rasche fachärztliche Abklärung erfordern: Eine sehr rasch fortschreitende Virilisierung (zum Beispiel deutliche Vermännlichung der Körperbehaarung, Stimmvertiefung oder Klitorisvergrößerung) sowie sehr stark erhöhte Androgenwerte können auf einen androgenbildenden Tumor hinweisen und sollten zeitnah fachärztlich abgeklärt werden.

Wichtig ist, dass einzelne Symptome wie Akne oder unregelmäßige Zyklen auch andere Ursachen haben können. Wer mehrere der genannten Beschwerden bemerkt, sollte eine Hausärztin, einen Hausarzt oder eine gynäkologische Praxis aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen.

PCOS und Begleiterkrankungen: Was sollte abgeklärt werden?

PCOS erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes, Dyslipidämie, Bluthochdruck und Endometriumhyperplasie, weshalb regelmäßige metabolische Kontrolluntersuchungen empfohlen werden.

PCOS ist nicht nur ein gynäkologisches Problem, sondern erhöht das Risiko für verschiedene Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weshalb eine umfassende internistische Abklärung empfohlen wird. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) weist darauf hin, dass Frauen mit PCOS ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes und eines metabolischen Syndroms tragen.[2][13]

Wichtige Begleiterkrankungen und Risiken, die abgeklärt werden sollten:

  • Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes: Der orale Glukosetoleranztest (oGTT, 75 g) ist das bevorzugte Screening-Verfahren, da er eine gestörte Glukosetoleranz aufdecken kann, bevor ein manifester Diabetes entsteht. Nüchternblutzucker (in mg/dL) und HbA1c sind ergänzende Parameter. Das Screening sollte risikoadaptiert wiederholt werden, in der Regel alle ein bis drei Jahre je nach individuellem Risikoprofil.

  • Dyslipidämie: Erhöhte Triglyzeride und ein ungünstiges LDL/HDL-Verhältnis sind bei PCOS häufig. Ob das kardiovaskuläre Ereignisrisiko (Herzinfarkt, Schlaganfall) direkt erhöht ist, wird in der Forschung differenziert diskutiert; gesichert erhöht sind jedoch die klassischen Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Dyslipidämie, die konsequent behandelt werden sollten.

  • Arterielle Hypertonie: Regelmäßige Blutdruckmessungen sind Teil der Langzeitbetreuung.

  • Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD): Bei Übergewicht und Insulinresistenz sollte die Leberfunktion kontrolliert werden.

  • Endometriumhyperplasie: Anhaltende Zyklusstörungen ohne regelmäßige Abschuppung der Gebärmutterschleimhaut können langfristig das Risiko für eine Endometriumhyperplasie erhöhen. Zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut kann die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt eine zyklische Gestagengabe oder kombinierte hormonelle Kontrazeptiva empfehlen; die individuelle Entscheidung erfolgt im ärztlichen Gespräch.

  • Gestationsdiabetes: In Deutschland sollten Frauen mit PCOS bei Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft über ihr erhöhtes Risiko für einen Gestationsdiabetes informiert werden und engmaschig betreut werden.

  • Psychische Gesundheit: Depressionen und Angststörungen sollten aktiv angesprochen und bei Bedarf behandelt werden.

  • Schlafapnoe: Besonders bei Übergewicht ist eine obstruktive Schlafapnoe häufiger als in der Allgemeinbevölkerung.

Die Betreuung von Frauen mit PCOS sollte interdisziplinär erfolgen und neben der Gynäkologie auch Endokrinologie, Diabetologie und bei Bedarf Psychosomatik einschließen. Bei akuten Beschwerden ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle.

Leben mit PCOS: Was können Betroffene selbst tun?

Regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung verbessern Insulinsensitivität und Zyklusregularität; medikamentöse Optionen wie Metformin werden individuell ärztlich festgelegt.

Lebensstilanpassungen sind bei PCOS eine der wirksamsten Maßnahmen und können Symptome, Hormonspiegel und Stoffwechselparameter nachweislich verbessern, unabhängig davon, ob eine medikamentöse Therapie erfolgt. Die internationale evidenzbasierte PCOS-Leitlinie 2023 (ESHRE/ASRM/Monash) empfiehlt Lebensstiländerungen als Erstmaßnahme bei allen Betroffenen mit Übergewicht.[4][13]

Praktische Empfehlungen im Alltag:

  • Regelmäßige körperliche Aktivität: Mindestens 150 Minuten moderate Ausdauerbelastung pro Woche (zum Beispiel zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen) verbessern die Insulinsensitivität und können den Zyklus regulieren. Ergänzend empfehlen die WHO-Leitlinien zur körperlichen Aktivität für Erwachsene mindestens zwei Einheiten muskelkräftigender Aktivität pro Woche.

  • Ausgewogene Ernährung: Eine mediterrane oder kohlenhydratmodifizierte Ernährung kann Insulinspiegel und Entzündungsmarker senken. Eine Ernährungsberatung kann individuell sinnvoll sein.

  • Gewichtsmanagement: Bereits eine Gewichtsreduktion von 5 bis 10 Prozent des Körpergewichts kann bei Übergewicht die Zyklusregularität und die Fruchtbarkeit verbessern.[1][2]

  • Stressreduktion und Schlaf: Chronischer Stress und Schlafmangel verschlechtern die Insulinresistenz. Entspannungsverfahren wie Yoga oder progressive Muskelentspannung können unterstützend wirken.

  • Regelmäßige Vorsorge: Metabolische Kontrolluntersuchungen (Blutzucker in mg/dL, Blutdruck, Lipidwerte) sollten risikoadaptiert erfolgen. Der orale Glukosetoleranztest (oGTT) ist das bevorzugte Verfahren; das Intervall richtet sich nach dem individuellen Risikoprofil und beträgt in der Regel ein bis drei Jahre.

  • Psychosoziale Unterstützung: Selbsthilfegruppen und psychologische Begleitung können die Lebensqualität verbessern.

Medikamentöse Optionen werden individuell von der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt festgelegt. Hormonelle Verhütungsmittel können zur Zyklusregulation und zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut eingesetzt werden; Nutzen und Risiken (zum Beispiel Thromboserisiko, individuelle Kontraindikationen) werden im ärztlichen Gespräch besprochen. Metformin wird bei PCOS in Deutschland häufig zur Verbesserung der Insulinsensitivität eingesetzt. Dabei ist zu beachten: Bei Frauen mit PCOS ohne gleichzeitig bestehenden Diabetes mellitus handelt es sich in Deutschland um eine Anwendung außerhalb der zugelassenen Indikation (Off-Label-Use), die einer individuellen ärztlichen Nutzen-Risiko-Abwägung bedarf.[1][2]

Betroffene in Deutschland finden verlässliche Patienteninformationen auf gesund.bund.de und patienten-information.de. Bei dringendem Beratungsbedarf außerhalb der Sprechzeiten steht in Deutschland der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 zur Verfügung. Bei einem medizinischen Notfall ist der Notruf 112 zu wählen.

Wissenschaftliche Quellen

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Häufig gestellte Fragen

Welche Kriterien werden für die PCOS-Diagnose verwendet?

Die Diagnose PCOS wird nach den Rotterdam-Kriterien gestellt: Mindestens zwei der drei Merkmale, Zyklusstörungen, Androgenüberschuss und polyzystische Ovarmorphologie im Ultraschall, müssen vorliegen, nachdem andere Erkrankungen ausgeschlossen wurden.

Welche Blutuntersuchungen sind bei PCOS notwendig?

Zum Hormonlabor gehören LH, FSH, Östradiol, Testosteron, DHEAS, SHBG, Prolaktin und TSH; zusätzlich wird ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) sowie ein Lipidprofil zur Beurteilung des Stoffwechsel- und Herzkreislaufrisikos empfohlen.

Kann man PCOS ohne Übergewicht haben?

Ja, PCOS tritt auch bei normalgewichtigen Frauen auf. Übergewicht ist kein Diagnosekriterium, kann aber Symptome und Stoffwechselrisiken verstärken.


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